So verbringen Münchner Sportstars ihr Fest

Die AZ hat nachgefragt: Namibia, Japan, Südtirol oder schlicht in der Halle - so verbringen Münchner Sport-Größen ihr Weihnachtsfest.   
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Für Bayern-Spieler Takashi Usami wird Weihnachten eher wie der Valentinstag - das ist in Japan so üblich.  Im Bild: Weihnachten in Tokio – zumindest für Verliebte: Ein junges Paar beim Date im Vergnügungsviertel Odaiba. Die Rainbow Brigde und der Tokio Tower im Hintergrund sorgen für die passende Kulisse.
Dai Kurakawa, dpa Für Bayern-Spieler Takashi Usami wird Weihnachten eher wie der Valentinstag - das ist in Japan so üblich. Im Bild: Weihnachten in Tokio – zumindest für Verliebte: Ein junges Paar beim Date im Vergnügungsviertel Odaiba. Die Rainbow Brigde und der Tokio Tower im Hintergrund sorgen für die passende Kulisse.

Die AZ hat nachgefragt: Namibia, Japan, Südtirol oder schlicht in der Halle - so verbringen Münchner Sport-Größen ihr Weihnachtsfest. 

MÜNCHEN - Gefeiert wird Weihnachten fast überall – sogar an Orten, die nicht christlich geprägt sind. Doch wie sieht Heiligabend in Asien oder Afrika aus? Wie feiern die Nordamerikaner? Die AZ hat nachgefragt – bei Profis und Trainern der fünf wichtigsten Münchner Vereine.

Hier erzählt Bayern-Spieler Takashi Usami, welche Rituale es in Japan gibt. Und Collin Benjamin, der Namibier vom TSV 1860, schildert Weihnachten bei 35 Grad. EHC-Coach Pat Cortina feiert tatsächlich italo-kanadisch. Bayern-Basketballer Chevon Troutman vermisst seine Familie – genau wie Haching-Volleyballer Christian Dünnes.

 


 

"Baggern statt Schafkopf"

Von Christian Dünnes

Das Weihnachtsfest 2011 wird für mich und meine Kollegen von Generali Haching alles andere als ruhig und besinnlich. Leider. Dem alljährlichen Weihnachtsschafkopf muss ich dieses Jahr leider auch eine Absage erteilen. Und dem großen Essen mit der Familie auch. Wir müssen schmettern und baggern! Wir sind die Opfer unseres Erfolgs und dürfen nach dem gewonnen Pokal-Viertelfinale am zweiten Weihnachtsfeiertag in Bühl um den vierten Einzug in Folge ins Pokalfinale spielen.

Deshalb werden wir leider an Heiligabend nicht zu unseren Familien fahren, sondern dem Weihnachtsspeck mit Volleyball-Training vorbeugen. Es ist schon hart, nicht bei der Familie sein zu können. Gefeiert wird trotzdem ein wenig – mit den Mannschaftskollegen Denis Kaliberda, Tom Strohbach und Simon Hirsch. Am ersten Weihnachtsfeiertag machen wir uns nach morgendlichem Training auf ins Badische. Dort stehen nach einer Nacht im Hotel am Spieltag noch ein kurzes Training am Morgen sowie eine Stunde der Video-Vorbereitung auf dem Programm.

Abends wollen wir uns für die Entbehrungen der Weihnachtstage das größte Geschenk überhaupt machen: und zwar die Möglichkeit, am 3. März zum vierten Mal in Folge vor 10000 Zuschauern im Gerry-Weber-Stadion in Halle den DVV-Pokal nach Unterhaching zu holen. Doch – hört! hört! – am 27. Dezember haben wir komplett frei, dann verschieben wir einfach unsere Weihnachten auf diesen Tag. Und wenn uns das mit dem Ticket für Halle gelingen sollte, werden es uns unsere Liebsten auch verzeihen, dass wir an Weihnachten nicht wirklich viel Zeit haben werden. Das ist eben das Los als Profi.

 


 

"Der Spaß wird nachgeholt"

Von Chevon Troutman

Dieses Jahr gibt es leider kein richtiges Weihnachtsfest für mich. Der Spielplan von uns lässt es leider nicht zu. Unser Coach (Dirk Bauermann, d. Red.) hat Training angesetzt und macht da an Weihnachten keine Ausnahme. Normalerweise hatte ich früher zwei Wochen frei, das wird dieses Jahr nicht klappen. Ich werde wohl nur zwei bis drei Tage frei haben, aber darauf freue ich mich schon sehr. Dann kann ich mal wieder ich selbst sein und machen, worauf ich Lust habe und nicht nur die Freizeit im Fitness-Studio verbringen, obwohl das ja nie das große Problem für mich ist.

Dieses Weihnachtsfest ist alles etwas anders, weil ich nicht bei der Familie sein kann. Wir spielen am 29.12. schon wieder im Audi Dome gegen Bayreuth (18.05 Uhr, d. Red.). Ich bleibe also in München, aber meine Familie kommt zu mir. Das wird schon ein anderes Gefühl, als die Jahre zuvor. Mein Sohn Chevon Junior und mein Bruder Antonio besuchen mich am 2. Weihnachtstag und bleiben eine Woche. Wir werden also auch zusammen ins neue Jahr reinfeiern.

Was wir machen? Keine Ahnung. Wir müssen uns noch etwas Tolles ausdenken. Es ist ja nicht so schwer, ein Kind zu beschäftigen. Der Kleine wurde im November acht. Generell mag ich Weihnachten, aber wir werden den Spaß, den ich als Profi nicht so ausgiebig haben kann über die Festtage, im Sommer nachholen. Da feiere ich am liebsten.

Jetzt freue ich mich einfach, die wenige freie Zeit, die mir bleibt, ausgiebig mit meinem Sohn und meinem Bruder zu verbringen. Seitdem ich in Europa Basketball spiele, ist Weihnachten immer ein Thema. Mit meiner großen Familie – ich habe neun Geschwister – habe ich in den letzten Jahren selten Weihnachten verbracht. Dennoch rückt die Familie an diesem Tag trotz der großen Entfernung näher zusammen.

 


 

 

"Erst Lamm, dann Truthahn"

Von Pat Cortina

Ich hoffe, es wird ein schönes Weihnachtsfest. Gestern haben wir noch in Wolfsburg gespielt, kommen an Heiligabend erst in der Früh wieder in München an. Wir sollten nicht zu viel Energie verschwenden, uns über die weite Fahrt zu ärgern, denn ändern können wir es sowieso nicht mehr. Am Vormittag fahre ich mit dem Auto über den Brenner zu meiner Familie nach Südtirol, zu meiner Frau und den Kindern. Wir feiern dann immer mit 20 bis 30 Leuten.

Besonders freue ich mich auf das Essen: Am Mittag gibt es eine Nudelsuppe und als Hauptgang Lamm, das ist der italienische Teil des Weihnachtsfests. Am Abend gibt es Truthahn, damit es auch einen kanadischen Part am Abend gibt. Dazwischen werde ich mit den Kindern Eislaufen gehen, noch ein bisschen Eishockey spielen. Im nahegelegenen Stadtpark gibt es einen Tennispark, auf dem Eis gemacht wird, das freut die Kinder immer.

Nach dem Essen gibt es bei uns die Bescherung. Am Mittwoch habe ich die Geschenke gekauft, ich bin da Freund von nützlichen Dingen. Meine Kinder bekommen Spielsachen mit Lerneffekt. Wenn dann noch Zeit ist, gehe ich in die Mitternachtsmesse in die Kirche. Aber das kann ich auch am nächsten Tag in München machen, dann habe ich mehr Zeit für meine Familie.

Meiner Mannschaft brauche ich nicht vorschreiben, wie sie zu feiern haben, ich erinnere sie nur daran, dass wir am 26.12. ein schweres Spiel gegen die Adler Mannheim haben. Am ersten Weihnachtsfeiertag fahre ich wieder nach München, am Abend trainieren wir schon wieder, da bleibt nicht viel Zeit, zu feiern.

 


 

"Eher wie der Valentinstag"

Von Takashi Usami

Weihnachten wird in meiner Heimat Japan ganz anders gefeiert als die Europäer das kennen. Der 24. Dezember ist kein Tag der Familie, es ist der Tag für ein Date mit dem Partner. Ich werde für meine Frau Ran und mich ein schickes Restaurant aussuchen, wir genießen die Zweisamkeit. Andere, die noch nicht liiert sind, haben an diesem Tag ein Date. Da wird schon Wochen im Voraus geschaut, dass man an diesem Tag auf keinen Fall leer ausgeht und allein bleibt. Die Teenager sind besonders nervös, für die meisten ist es neben Valentinstag ihr wichtigstes Date als Pärchen, vielleicht gibt’s sogar den ersten Kuss.

 

„Kurisumasu“, vom Englischen Christmas, heißt unser Weihnachten und ist eher zu vergleichen mit dem Valentinstag oder Halloween. Die Verliebten machen sich Geschenke, die Geschäfte sind dennoch weihnachtlich-kitschig geschmückt. Überall wird Weihnachtsmusik gespielt. An die US-Tradition angelehnt wünschen sich viele „Merry Kurisumasu!“ Der Tag ist jedoch weniger wichtig als der Neujahrstag, der ein offizieller Feiertag ist und ein Tag der Familie.

Am 25. Dezember werden Rans Familie und meine Eltern zusammen kommen, einen Tag später jedoch habe ich schon wieder einen TV-Dreh für ein Sponsoren-Event. Wie überall ein normaler Arbeitstag. Die Erwachsenen schenken sich kaum etwas, nur die Kinder bekommen etwas. Viel bedeutender ist bei uns das Silvester-Fest, da erhalten auch die Kinder schöne Präsente, die Häuser werden geschmückt und dekoriert, alle bereiten sich auf ein gemütliches Essen mit der Familie und Freunden vor.

Für mich heißt es dann schon wieder Abschied nehmen, da ich am 1. Januar nach Doha fliege, um rechtzeitig zum Treffpunkt der Mannschaft für das Wintertrainingslager in Katar zu sein.

 


 

"Wir grillen am Flussufer in Windhoek"

Von Collin Benjamin

Bei uns hat Weihnachten so gut wie nichts mit dem Weihnachten zu tun, das man in Deutschland feiert. Normalerweise haben wir in Namibia um die Jahreszeit tagsüber um die 35 Grad, auch nachts sind es locker noch 15 Grad. Auch deswegen gehen wir an Heiligabend erst nachts um zwölf Uhr in die Kirche. Das Schöne ist, dass sich alle so fein wie möglich anziehen, das gehört an Weihnachten einfach dazu.

So richtig los geht’s aber erst am nächsten Tag, wenn es die Geschenke gibt. Nicht mehr für mich, aber dafür für die Kids. Ich selbst kriege wohl nichts mehr, für unsere Tochter Zunaid und unseren Sohn Zurique haben meine Frau Winnie und ich umso mehr, für sie ist der Morgen am 25. Dezember das Größte. Mittags sind wir dann in Windhoek an einem Flussufer und grillen. Da gibt es so ein richtig gutes Barbecue, viel Fleisch, viele Salate, da ist für jeden was dabei.

Und so verbringen wir dann den ganzen Tag mit der Familie. Wir brauchen auch die Zeit, um mal mit allen ein bisschen zu reden. Mit meiner Familie und der meiner Frau sind wir locker 100 Leute, mit allen Tanten und Neffen, und so ist das schon eine ganze Menge. Wir wohnen während der Zeit bei meiner Mutter, da wird es wegen der ganzen Leute schon ziemlich eng. Aber das ist kein Problem, wir sind ja sehr gerne zusammen. Weihnachten ist immer ein Höhepunkt im Jahr, ich genieße die Zeit zu Hause sehr.

 

 

 

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