Schauer und Optekamp neue Marathonmeister – Kein Tag für Favoriten

Der Magdeburger Frank Schauer landet bei der deutschen Meisterschaft der Marathonläufer einen Coup. Auch bei den Frauen gibt es durch den Sieg der Kasselerin Silke Optekamp eine Überraschung. 
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Glücklicher Sieger: Frank Schauer wurde mit einer persönlichen Bestzeit von 2:18:56 Stunden Erster beim München Marathon.
Sofianos Wagner Glücklicher Sieger: Frank Schauer wurde mit einer persönlichen Bestzeit von 2:18:56 Stunden Erster beim München Marathon.

Der Magdeburger Frank Schauer landet bei der deutschen Meisterschaft der Marathonläufer einen Coup – und setzt sich unerwartet gegen die versammelte Favoritenschar durch. Auch bei den Frauen gibt es durch den Sieg der Kasselerin Silke Optekamp eine Überraschung. 

München – Nicht einmal mehr die Arme konnte Frank Schauer für die Fotografen in die Luft recken. „Jetzt nicht“, keuchte der neue deutsche Marathonmeister am Sonntag nach seinem Zieleinlauf im Münchner Olympiastadion. Ohne die Hilfe von Maskottchen Joggl hätte sich der 24 Jahre alte Magdeburger nach seiner persönlichen Bestzeit von 2:18:56 Stunden wohl gar nicht auf den Beinen halten können. Die ersten Glückwünsche empfing er liegend. „Vom Titel träumt man immer. Ich wollte aufs Treppchen laufen. Endlich mal hat alles gepasst“, beschrieb der glückliche Sieger mit rotem Dress und gelben Schuhen seinen Überraschungscoup.

Mit seiner um sieben Minuten verbesserten persönlichen Bestmarke hatte er im Ziel 115 Sekunden Vorsprung auf den Zweitplatzierten und eigentlichen Titelanwärter Marcel Bräutigam (2:20:51) aus Suhl. Dritter wurde über die klassische 42,195-Kilometer-Distanz der ebenfalls zum Kandidatenkreis zählende Christian König (Sondershausen) mit nur einer Sekunde Rückstand auf Bräutigam.

Von Kilometer 25 an hatte Schauer sich vom restlichen Starterfeld - ohne die Vorjahressieger Jan Simon Hamann und Susanne Hahn - losgelöst und lag alleine an der Spitze. „Zwischendurch musste ich schon schauen, dass ich mein Tempo laufe. Bei Kilometer 39 wusste ich dann aber, dass nichts mehr schief gehen kann“, sagte er.

Vier Marathonläufe hat der deutsche Hochschulmeister über die 10 000-Meter-Distanz in seiner noch jungen Laufkarriere bestritten. Mal war das Wetter zu heiß, mal ging er erkältet an den Start. Bei seinem jüngsten Marathonversuch 2012 in der Heimat Magdeburg erwies sich die Strecke mit ihren vielen Hügeln als tückisch. In München sollte es nun bei weiß-blauem Himmel endlich mit dem Platz auf dem Podest klappen – und es klappte tatsächlich. „Das war heute schon die Erlösung“, kommentierte der Athlet. Zwölfmal in der Woche hat er zuletzt für den München Marathon trainiert. „Jetzt mache ich erst einmal zwei bis drei Wochen Pause“, kündigte Schauer an. In vier Wochen dann will er seinen nächsten Halbmarathon bestreiten.

„Ich bin noch jung und hoffe, dass ich es noch ausbauen kann.“ Nach seinem Erfolg in der bayerischen Landeshauptstadt wünscht sich der Maschinenbaustudent im 12. Semester nun seine ersten Sponsoren. „Hätte ich meine Eltern nicht, würde das alles nicht klappen.“ Helfen bei weiteren Erfolgen soll ihm auch sein Trainer und Olympia-Teilnehmer von 1980, Jürgen Eberding. „Es ist mein erster Schritt. Ich will weiter siegen“, kündigte der Erstplatzierte an.

Ausgelassener als beim erschöpften Frank Schauer fiel der Jubel bei den Marathon-Frauen aus. Mit in die Luft gereckten Armen durchriss die Kasselerin Silke Optekamp das Zielband, dann legte sie sich auf den Boden und ließ den Freudentränen freien Lauf. Die neue deutsche Meisterin benötigte 2:41:50 Stunden und gewann damit vor der favorisierten Regensburgerin Julia Galuschka (2:44:43) und Silke Klein (Wenden/2:46:50), die Dritte wurde.

„Es fühlt sich fantastisch an. Ich musste aber den Schmerz und meinen Schweinehund schon überwinden“, gab die beste Frau unter den insgesamt 7857 Startern zu. Der Gedanke an das Olympiastadion, „dass ich da unbedingt hin will“, habe die 34-Jährige während des Laufs motiviert. „Aber die nächsten zwei Wochen werden jetzt nicht gelaufen!“

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