Neuner verpasst Medaille - Berger siegt

Whistler (dpa) - Der Traum vom zweiten Olympiasieg platzte für Magdalena Neuner bereits beim zweiten Schießen, doch die Enttäuschung von Deutschlands Biathlon-Star hielt sich beim Sieg der Norwegerin Tora Berger in Grenzen.
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Olympiasiegerin Tora Berger posiert vor einer großen Norwegen-Fahne.
dpa Olympiasiegerin Tora Berger posiert vor einer großen Norwegen-Fahne.

Whistler (dpa) - Der Traum vom zweiten Olympiasieg platzte für Magdalena Neuner bereits beim zweiten Schießen, doch die Enttäuschung von Deutschlands Biathlon-Star hielt sich beim Sieg der Norwegerin Tora Berger in Grenzen.

«Ich kann es verschmerzen. Vielleicht kann ich dann heute endlich einmal meine ersten Medaillen genießen», sagte die 23-Jährige aus Wallgau nach Platz zehn im 15-Kilometer-Rennen. Gold (Verfolgung) und Silber (Sprint) hat sie schließlich schon in der Tasche.

Die anderen so erfolgsverwöhnten deutschen Skijägerinnen laufen den Medaillen in den Bergen von Whistler weiter hinterher. Der dreifachen Olympiasiegerin Kati Wilhelm fehlte ein Treffer zur ersehnten Medaille. «Vierte, das ist der undankbarste Platz überhaupt bei Olympia», sagte Wilhelm. Sechste wurde Andrea Henkel, Martina Beck enttäuschte als 29. Berger holte das erste Frauen-Biathlon-Gold für Norwegen überhaupt. «Das waren die schönsten Tränen meines Lebens», sagte die Skandinavierin.

Nach Silber im Sprint und dem ersten Gold ihrer noch jungen Karriere in der Verfolgung kam Neuner in der Königs-Disziplin gerade noch unter die Top Ten. Bereits überwunden geglaubte Schwächen bei den ersten beiden Schießeinlagen kosteten die Wallgauerin eine bessere Platzierung. «Ich habe, glaube ich, ein bisschen gebraucht, um vom Kopf her in das Rennen reinzukommen. Der eine Ruhetag war ein bisschen zu wenig, schwuppdiwupps war schon wieder heute», sagte Neuner.

Henkel blickte schon wieder nach vorn und hoffte, «dass es weiter aufwärtsgeht. Vielleicht geht es nochmal ein Stückchen vorwärts.» Und Kollegin Wilhelm meinte: «So ein Fehler darf mir mit meiner Erfahrung eigentlich nicht passieren.» Die dreimalige Olympia-Zweite Beck muss beim Massenstart am 21. Februar wieder auf die «Ersatzbank», Simone Hauswald kommt zurück ins Team. «Das ist aber noch keine Vorentscheidung für die Staffel», sagte Bundestrainer Uwe Müssiggang allerdings.

Silber ging völlig überraschend an die Kasachin Jelena Chrustalewa, Bronze holte sich die Weißrussin Darja Domratschewa. «Es ist ein gutes Mannschaftsergebnis, aber die Medaille fehlt», sagte Müssiggang. «Die hätten wir gerne gehabt. Lena hat am Anfang vielleicht etwas zu viel gewollt», meinte der Bundestrainer. Damit liegen die Deutschen nach drei Rennen mit zwei Medaillen hinter die Ergebnissen der vergangenen beiden Winterspiele in Turin (3) und Salt Lake City (4) zurück.

Neuner ging bei perfekten Bedingungen voller Selbstvertrauen auf die Strecke. Im ersten Liegend-Schießen leistete sich die sechsfache Weltmeisterin aber gleich einen Patzer und kassierte damit eine Minuten-Strafe. «Das hätte nicht sein müssen», meinte Müssiggang.

Läuferisch wirkte Neuner stark wie immer, doch auch beim ersten Stehend-Anschlag ließ die 23-Jährige zwei Scheiben stehen - damit war der Traum von der dritten Olympia-Medaille frühzeitig geplatzt. Zwar fand sie bei den zweiten Durchgängen am Schießstand zu ihrer in den ersten beiden Wettkämpfen beeindruckenden Sicherheit zurück. «Das hat gut getan. Das Material stimmt, jetzt greife ich im Massenstart wieder an.»

Wilhelm blieb zunächst fehlerfrei. Die dreifache Olympiasiegerin machte einen hervorragenden Eindruck, patzte beim zweiten Liegend-Schießen aber beim letzten Versuch. «Der verdammte letzte Schuss», haderte Müssiggang nach dem Patzer des «Rotkäppchens». Wilhelm bleibt bei ihren letzten Winterspielen damit weiter ohne Medaille, hat im Massenstart und in der Staffel aber noch zwei Versuche, ihre großartige Karriere zu krönen.

Henkel knüpfte an ihre starke Leistung aus dem Verfolgungsrennen an, als sie nach großem Rückstand noch in die Top Ten gestürmt war. Mit Nerven wie Drahtseile blieb die 33-Jährige bei den ersten beiden Schießeinlagen ohne Fehler und hatte zur Halbzeit lediglich 2,7 Sekunden Rückstand auf Berger. Sowohl im zweiten Liegend- als auch Stehend-Anschlag ließ die Einzel-Olympiasiegerin von 2002 aber jeweils eine Scheibe stehen und brachte sich damit um eine Medaille. «Ich ärgere mich sehr, es wäre so einfach gewesen», sagte Henkel.

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