Münchner Sebastian Preuss vor WM-Kampf: Werde ihn im Ring bestrafen

Der Münchner Sebastian Preuss verteidigt seinen WM-Titel gegen Loic Njeya, der ihm auf der Pressekonferenz den Gürtel entwendet hat.
| Matthias Kerber
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Münchner und Thaibox-Weltmeister: Sebastian Preuss.
ho Münchner und Thaibox-Weltmeister: Sebastian Preuss.

München - AZ-Interview mit Sebastian Preuss: Der 28-jährige Münchner ist seit gut einem Jahr Thaibox-Weltmeister. Am Mittwoch verteidigt er seinen Titel gegen Loic Njeya (Schweiz).

AZ: Herr Preuss, wie nackt fühlen Sie, der amtierende Thaibox-Weltmeister, sich nun, nachdem Ihnen Ihr Gegner Loic Njeya bei der gemeinsamen Pressekonferenz den WM-Gürtel entwendet hat?
SEBASTIAN PREUSS: Ich kann dazu nur sagen, er soll es genießen, er wird nicht näher an den Gürtel herankommen, ich werde ihn am Mittwoch im Ring im Circus Krone bestrafen. Ich finde, dass es sehr viel über den Charakter eines Menschen aussagt, wenn er glaubt, auf diese Weise agieren zu müssen. So einen Gürtel muss man sich verdienen. Man kriegt im Leben - und besonders im Ring - nichts geschenkt. Wenn man noch nichts geleistet hat, steht einem so ein Gürtel, der eine Auszeichnung für eine Leistung ist, nicht zu. Er darf ihn anlangen, aber damit hat es sich. Der WM-Gürtel bleibt bei mir, ich habe hart dafür gekämpft, ich bin mehr als bereit, ihn zu verteidigen.

Wie sehr hat sich Ihr Leben verändert, seit Sie sich Weltmeister nennen dürfen?
Gar nicht sehr. Ich übe weiter meinen Beruf als Maler aus. Es ist sehr anstrengend und zeitaufwendig. Aber ich bin ein positiver Mensch. Man kann Anstrengung umgehen, indem man Freude hat an dem, was man tut. Ich tue alles aus Leidenschaft, nicht, weil ich es muss. Das ist der große Unterschied zu vielen, die immer jammern. Manchmal liege ich am Abend halbtot im Bett. Aber ich genieße das, denn ich weiß, ich habe was vollbracht. Viele Menschen, die ich kenne, lassen sich herunterziehen. Arbeiten nur, um es hinter sich zu bringen. Ich arbeite, weil ich es liebe, weil ich diese Leidenschaft in mir habe. So ist mein Leben, so ist es schon lange. Was sich geändert hat, ist, dass ich jetzt Motorrad fahre, ich träume von großen Touren, der großen Freiheit, vielleicht nach Norwegen oder in den Südwesten der USA. Ich möchte die Welt erkunden.

Kennen Sie eigentlich Angst?
Ja. In gewissem Maße. Ich habe Angst vor Krankheiten. Ich habe Angst um meine Mama. Angst habe ich da, wo ich schwach, wo ich angreifbar bin, wo ich mit dem Willen und harter Arbeit das Ergebnis nicht beeinflussen kann. Ansonsten ist Angst ein schwieriges Wort. Wovor hat man Angst? Das ist völlig individuell. Angst ist nicht nur negativ. Es ist ein Warnmechanismus, der den Menschen das Überleben gesichert hat. Letztlich ist Angst nur ein Gefühl, das man umgehen kann oder in etwas Positives, etwas Schönes ummodeln kann, indem es eben Motivation und Ansporn ist.

Sie wurden auch schon als der Brad Pitt des Kickboxens bezeichnet. Sind Sie eigentlich eitel?
Ja, das bin ich schon. Ich mag Schönheit. Aber, das muss ich dazu sagen: Für mich ist alles schön. Es gibt für mich keine hässlichen Menschen. Es liegt alles im Auge des Betrachters.

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