Krupps Abschiedstour

Der Eishockey-Bundestrainer will sich nach der Weltmeisterschaft in der NHL etablieren. Als Nachfolger wird ein alter Bekannter gehandelt: Hannovers Meistercoach Hans Zach.
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Vorerst vermutlich seine letzte WM als Trainer der deutschen Eishockey-Nationalmannschaft: Uwe Krupp bei einem Fototermin vor dem Eröffnungsspiel am Freitag in der Schalke-Arena. Foto: dpa
az Vorerst vermutlich seine letzte WM als Trainer der deutschen Eishockey-Nationalmannschaft: Uwe Krupp bei einem Fototermin vor dem Eröffnungsspiel am Freitag in der Schalke-Arena. Foto: dpa

Der Eishockey-Bundestrainer will sich nach der Weltmeisterschaft in der NHL etablieren. Als Nachfolger wird ein alter Bekannter gehandelt: Hannovers Meistercoach Hans Zach.

GELSENKIRCHEN Es ist wohl seine letzte Mission: Für Eishockey-Bundestrainer Uwe Krupp ist die Weltmeisterschaft im eigenen Land zu-gleich eine Abschiedstour. „Vier Jahre sind eine lange Zeit, egal, wo man als Trainer ist“, sagte der 44-Jährige schon vor dem Eröffnungsspiel gegen die USA (bei Redaktionsschluss dieser Ausgabe nicht begonnen). Sein Vertrag läuft nach dem Turnier aus, mit einer weiteren Amtszeit rechnet kaum jemand. Die Nachfolge-Debatte läuft längst: Altmeister Hans Zach und der langjährige Nationalcoach der Schweiz, Ralph Krueger, gelten als heißeste Kandidaten.

Auf dem Eis und an der Bande wirkt Krupp motiviert wie eh und je, doch die harte Kritik der vergangenen Monate und die Dauerfehde mit der DEL haben ihn zermürbt. Hinzu kommen private Sorgen um seine krebskranke Frau Valerie, die ihn kurz vor den Titelkämpfen schon an den Rand des Rücktritts brachten. Er machte nur weiter, weil seine Gattin ihn dazu überredete. „Was nach der WM ist, ist völlig offen“, betonte Krupp jedoch.

Erst nach Turnierende soll es ein Gespräch mit dem DEB geben. „Wir müssen abwarten, was er will“, meinte Verbandschef Uwe Harnos. DEB-Generalsekretär Franz Reindl beteuerte: „Ich wäre glücklich, wenn wir mit Uwe Krupp weiterarbeiten könnten.“ Schließlich ist der einstige Weltklasse-Verteidiger einer der wenigen internationalen Stars des WM-Gastgebers. Krupp bestritt mehr als 800 Spiele in der nordamerikanischen NHL und gewann – mit Colorado Avanlanche – als bislang einziger Deutscher den Stanley Cup.

Als Bundestrainer musste Krupp jedoch nach hoffnungsvollem Start zuletzt bittere Rückschläge verdauen. Die WM in Bern im Vorjahr wurde zum Desaster, nur die Gastgeber-Rolle in diesem Jahr rettete die DEB-Auswahl vor dem Abstieg. Von Olympia in Vancouver blieben vier Niederlagen in vier Spielen und die Erkenntnis, dass das deutsche Eishockey von der Weltspitze weiter entfernt ist als je zuvor. Der Umgang mit dem Misserfolg fällt Krupp sichtlich schwer. „Irgendwann kommt ein Punkt, wo du nicht mehr liest, was in der Zeitung steht, was im Internet steht“, behauptete er zwar. Doch im Vergleich zu seinen ersten Jahren im Amt ist der Coach dünnhäutiger geworden.

Bereits vor Olympia in Vancouver hatte Krupp von der Heim-WM als „Abschluss“ gesprochen. Der Kölner ist den Streit mit der DEL um die Nachwuchsarbeit und die starren Strukturen im Verband leid. Schon lange nennt Krupp einen Cheftrainer-Posten in der NHL als Ziel, auch wenn der Weg dorthin schwer ist.

Sollte sich der DEB tatsächlich nach einem neuen Bundestrainer umsehen müssen, ist mit Hans Zach wohl ein alter Bekannter erste Wahl. „Wenn jemand etwas von mir will, kann er mich anrufen“, sagte der Tölzer nach dem Titelgewinn mit Hannover.

Der 61-Jährige war bereits von 1998 bis 2004 Bundestrainer und 2003 für den bislang letzten Viertelfinal-Einzug eines DEB-Teams bei einer WM verantwortlich. Bei der Eröffnungsparty auf Schalke am Freitag kehrte Zach übrigens schon auf die deutsche Bank zurück – als Trainer beim „Spiel der Legenden“.

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