Kohlschreiber über Kühnen: "Ein verdammt guter Trainer"

Im Herbst stritten Patrik Kühnen und Philipp Kohlschreiber wegen des Davis Cups, zuletzt auch wegen des World Team Cups: Vor den BMW Open bemühen sich Turnierchef und Spieler um Harmonie.
| Thomas Becker
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Im Herbst stritten Patrik Kühnen und Philipp Kohlschreiber wegen des Davis Cups, zuletzt auch wegen des World Team Cups: Vor den BMW Open bemühen sich Turnierchef und Spieler um Harmonie

MÜNCHEN Der Tag begann für Philipp Kohlschreiber mit einem Missverständnis. Punkt viertel nach neun lief er in der BMW Welt ein, um an der Presserunde zum Auftakt der BMW Open teilzunehmen – und stand da ziemlich alleine rum. Der Augsburger hätte sich nämlich ein paar Kilometer weiter nördlich in der Classic-Abteilung des Unternehmens einfinden sollen.


Ein kleines Versehen, leicht zu beheben. Danach wurde es komplizierter: Es ging nicht nur um die Vorfreude auf das ATP-Turnier beim MTTC Iphitos, sondern auch um die Absetzung von Patrik Kühnen als Kapitän des World Team Cups. In dieser Causa hat auch Kohlschreiber seine Rolle, der nun neben dem Turnierdirektor Kühnen auf dem Podium saß.


Die Geschichte ist delikat und ein wenig kompliziert. Kohlschreiber hatte im vergangenen Jahr die Teilnahme an der Davis-Cup-Partie in Bamberg gegen Argentinien krankheitsbedingt abgesagt, war nicht zum Spiel angereist – und hatte in der Woche darauf wieder ein Turnier in Rotterdam gespielt. Tommy Haas, seit vielen Jahren erstmals wieder im Team, wunderte sich öffentlich über Kohlschreibers Absenz, und auch Teamchef Kühnen gab an, nichts von Kohlschreiber gehört zu haben – was daran lag, dass er eine SMS des Kranken erst später gesehen hatte. Der Vorfall zeigte Wirkung: Als nun die Nominierung des Kapitäns für den World Team Cup Ende Mai in Düsseldorf anstand, entschied sich die Mannschaft gegen Kühnen.


„Ich hätte das Team natürlich auch dieses Jahr gerne betreut”, sagte er, „schließlich haben wir letztes Jahr gewonnen.” Nun betreut Ex-Profi Tobias Summerer mit den Trainern der Spieler das Team.
Eine Retourkutsche? Nicht doch: „Wir wollten definitiv keinem damit schaden”, sagte Kohlschreiber. Es habe „Unstimmigkeiten und Ungereimtheiten” gegeben, diese seien aber ausgeräumt: „Es wurden auch Entschuldigungen eingeräumt." Auch von ihm: „Ich hätte mich bei meinen Kollegen melden sollen.”


Zweifel an Davis-Cup-Kapitän Kühnen, dessen Vertrag mit dem Deutschen Tennisbund ausläuft, gibt es bei Kohlschreiber nicht: „Wir werden den Davis Cup ganz sicher mit Patrik bestreiten. Er ist ein verdammt guter Trainer.” Und gefragt: Als Kühnen unlängst in den USA mit Tommy Haas trainierte, kamen Beschwerden aus dem Davis-Cup-Team, Kühnen habe die Spiele der anderen nicht verfolgt.
Als Turnierdirektor freut sich Kühnen über den Top-Spieler Kohlschreiber, der bei den BMW Open 2007 seinen ersten Turniersieg feierte. Ob's heuer wieder für einen Sieg langt? Mit Jo-Wilfried Tsonga und Feliciano Lopez sei die Konkurrenz sehr stark, meint Kohlschreiber: „Ein Hammer-Turnier!” 

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