Kohlschreiber im US-Open-Achtelfinale

Der als künftiger Tennis-Star gepriesene Alexander Zverev ist schon seit der zweiten Runde nicht mehr bei den US Open in New York dabei. Dennoch sind die deutschen Herren so erfolgreich wie lange nicht.  
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Philipp Kohschreiber steht im Achtelfinale
dpa Philipp Kohschreiber steht im Achtelfinale

Der als künftiger Tennis-Star gepriesene Alexander Zverev ist schon seit der zweiten Runde nicht mehr bei den US Open in New York dabei. Dennoch sind die deutschen Herren so erfolgreich wie lange nicht.

New York - Routinier Philipp Kohlschreiber hat bei den US Open das beste Abschneiden der deutschen Tennis-Herren seit elf Jahren perfekt gemacht. Der 33-Jährige setzte sich am Samstag gegen den Australier John Millman nach anfänglichen Problemen souverän mit 7:5, 6:2, 6:4 durch und zog wie Julia Görges und Mischa Zverev in die Runde der besten 16 des vierten und abschließenden Grand-Slam-Turniers ein.

Kohlschreiber darf sich damit auf ein Duell mit Roger Federer freuen, sofern der Schweizer Topstar in der Nacht zum Sonntag nicht sensationell in der dritten Runde am Spanier Feliciano Lopez scheitert. "Ich habe noch nie gegen Roger gewonnen, hoffentlich gewinnt Feliciano", scherzte Kohlschreiber

Trotz des enttäuschenden Abschneidens des hoch gehandelten Alexander Zverev stehen die Herren des Deutschen Tennis Bunds damit in New York so erfolgreich da wie zuletzt 2006. Damals vollbrachten Tommy Haas und Benjamin Becker nach einem Drittrunden-Erfolg über Andre Agassi das Kunststück, in der zweiten Woche mitzumischen. Zwei deutsche Herren-Achtelfinalisten bei einem der vier wichtigsten Turniere listet die Statistik zuletzt für die French Open 2013 auf.

Der ältere Zverev-Bruder hat am Sonntag gegen den Amerikaner Sam Querrey ebenso wie Julia Görges die Chance auf das Viertelfinale. Die Bad Oldesloerin tritt gegen Querreys Landsfrau Sloane Stephens an und könnte anschließend auf Maria Scharapowa treffen.

Gerade bei den Herren fehlen bei der 137. Auflage der US Open zahlreiche Branchenbesten, die Chance auf Überraschungen sind groß wie selten. Kohlschreiber nutzte am Samstag die ihm bietende Möglichkeit gegen den in der Weltrangliste auf Platz 235 abgerutschten Millman. "Es war ein großer Kampf. Ich bin sehr glücklich, ich habe sehr gutes Tennis gespielt", sagte Kohlschreiber. "Philipp traue ich noch viel zu", sagte Davis-Cup-Teamchef Michael Kohlmann.

Kohlschreibers kreativeres und variableres Spiel gab den Ausschlag, nachdem er Startprobleme hinter sich gelassen hatte und obwohl er sich insgesamt mehr unerzwungene Fehler leistete als der Australier. An einem ungewöhnlich kühlen und trüben US-Open-Tag fand der Davis-Cup-Spieler zu Beginn nur schwer seinen Rhythmus und schenkte viele Punkte zu einfach weg.

0:3 lag der Augsburger zurück, ehe er sich fing und sich nach 55 Minuten den ersten Satz holte. Millman trat in Flushing Meadows dank eines geschützen Rankings an, weil er wegen einer Leistenverletzung die ersten Monate 2017 verpasst hatte.

Auch Kohlschreiber war zuletzt nicht frei von Sorgen. Wegen muskulärer Probleme am Oberschenkel ließ er die Nordamerika-Tour direkt vor den US Open aus. In New York präsentiert sich der ehemalige Top-20-Spieler dennoch so erfolgreich wie bei keinem anderen Grand-Slam-Event. 2:20 Stunden benötigte der Bayer - dann sicherte er sich ohne Satzverlust seinen vierten Achtelfinaleinzug bei den US Open. "Ich liebe diese Stadt, es ist immer großartig hier zu sein", ließ er danach wissen.

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