Geschlechts-OP: Balians Freiheitswolken

Balian Buschbaum, der früher Yvonne hieß und als Stabhochspringerin EM-Dritte 1998 und 2002 wurde, fühlt sich als Mann jetzt endlich glücklich.
| Abendzeitung
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
0  Kommentare Empfehlungen
Da war Balian noch eine Frau...
Baumann/Augenklick Da war Balian noch eine Frau...

POTSDAM - Balian Buschbaum, der früher Yvonne hieß und als Stabhochspringerin EM-Dritte 1998 und 2002 wurde, fühlt sich als Mann jetzt endlich glücklich.

Er fühlt sich ganz oben, irgendwo weit weg in anderen Sphären. „Der Himmel ist offen“, schrieb Balian Buschbaum zuletzt in seinem Internet-Tagebuch, „im Moment fliege ich auf meinen Freiheitswolken umher.“ Und auch wenn Buschbaums Körper sich derzeit von den Strapazen der schweren Operation in der vergangenen Woche erholen muss, sein Geist und seine Seele fühlen sich befreit. Er, der früher eine Sie war. Balian, der früher Yvonne hieß.

Morgen ist es genau ein Jahr her, dass sich die Stabhochspringerin, die EM-Dritte von 1998 und 2002 geoutet hatte. Damals erklärte sie wegen ihrer Transsexualität ihren Rücktritt. „Ich fühle mich als Mann“, sagte sie, „und muss mein Leben im Körper einer Frau leben." Sie sprach von ihrem „seelischen Ungleichgewicht“ und begann ihren langen Weg in die Balance, ihren Weg zum Mann.

Ein Weg, den sie mit klaren Worten auf ihrer Homepage dokumentierte, offen, ohne Scheu. „Happy Birthday schrieben mir manche Freunde“, erklärte sie am 20. Dezember, einen Monat nach ihrem Bekenntnis, „als wäre die erste Testosteronspritze mein zweiter Geburtstag. Es ist der Beginn eines neuen Lebens.“

Doch dieser Beginn ist schwierig. Von „Panik“ schreibt Buschbaum Ende Dezember, an Neujahr klingt es gar nach Verzweiflung: „Kein einziger noch so winziger Punkt am Horizont. Eine Operation folgt der nächsten, Buschbaum nimmt es stoisch hin und mit Ironie, schreibt von „sexy Kernspinbildern“.

Er spricht von den Veränderungen, wie sein Gewicht von 55 auf 65 Kilo zunahm, wie er sich in Grund und Boden trainieren könne und am nächsten Tag völlig regeneriert aufwachen würde. Nun gab es in der vergangenen Woche wieder eine schwere geschlechtseingreifende Operation, nächste Woche hofft Balian Buschbaum, das Krankenhaus verlassen zu können.

Längst hat er auch einen neuen Personalausweis. Den Vornamen wählte er in Anlehnung an die Figur Balian von Ibelin aus dem Film „Königreich der Himmel“.

Dort ist Balian Buschbaum nun angekommen. „Die Reise geht weiter“, schreibt er. Die Reise auf seinen Freiheitswolken.

Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
Teilen 0  Kommentare – mitdiskutieren Empfehlungen
0 Kommentare
Artikel kommentieren