DOSB sucht den Fahnenträger: Wahl mit Qual

Vancouver (dpa) - Die Wahl des deutschen Fahnenträgers unmittelbar vor den Olympischen Winterspielen in Vancouver ist diesmal eine Qual. Der Kreis der Kandidaten ist aus Mangel an illustren Namen klein und die Selektion durch den Zeitplan eingeschränkt.
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Biathlon-Olympiasieger Michael Greis könnte als Fahnenträger in Frage kommen.
dpa Biathlon-Olympiasieger Michael Greis könnte als Fahnenträger in Frage kommen.

Vancouver (dpa) - Die Wahl des deutschen Fahnenträgers unmittelbar vor den Olympischen Winterspielen in Vancouver ist diesmal eine Qual. Der Kreis der Kandidaten ist aus Mangel an illustren Namen klein und die Selektion durch den Zeitplan eingeschränkt.

«Es soll ein erfolgreicher Athlet sein, der sympathisch ist und für Deutschland wirbt», nannte Ulf Tippelt, Leistungssportdirektor des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), vor der Bekanntgabe des Fahnenträgers am 10. Februar die Anforderungen für das Ehrenamt.

Dies träfe im besonderen Maße auf die alpine Strahlefrau Maria Riesch, den dreimaligen Biathlon-Olympiasieger von 2006, Michael Greis, Bob-Fahrer André Lange, der wie in Turin den Doppelsieg im Zweier und Vierer anstrebt, sowie Claudia Nystad (Langlauf) und Björn Kircheisen (Nordische Kombination) zu. Streitlust und Erotik-Fotos dürften dem Profil nicht entsprechen und Eisschnelllauf-Star Anni Friesinger-Postma nicht zur ersten Wahl machen. Zeit hätte die 33 Jahre alte Olympiasiegerin, Welt- und Europameisterin aber: Sie muss erst zwei Tage nach der Eröffnung im Richmond Olympic Oval über 3000 Meter auf das Eis.

Nicht infrage kommen die Biathletinnen Magdalena Neuner und Andrea Henkel, für die ebenso wie für die Rodel-Männer schon am Tag nach der Olympia-Eröffnung die Wettkämpfe auf dem Programm stehen. Die Skispringer mit dem Olympia-Zweiten von 1998, Martin Schmitt, der ein Mann für die Flagge wäre, müssen sogar schon unmittelbar nach der Eröffnungszeremonie zur Qualifikation auf der Normalschanze antreten. Problematisch ist es auch für andere deutsche Athleten aus Whistler, auch wenn sie erst zwei Tage nach dem Einmarsch der Nationen im BC Place Stadium ran müssen: Fünf Stunden dauern An- und Abfahrt aus dem 120 Kilometer entfernten Nobel-Skiort.

Leichter fiel die Wahl der Fahnenträger bei den letzten beiden Olympischen Spielen. Bei den Winterspielen in Turin machte Biathletin Kati Wilhelm nicht nur mit dem schwarz-rot-goldenen Banner eine gute Figur, sondern gehörte mit einmal Gold und zweimal Silber zu den erfolgreichsten Starterinnen. In Peking erwies sich Basketball-Superstar Dirk Nowitzki als Glückstreffer. «Wir hatten mit Dirk Nowitzki eine hervorragende Wahl getroffen. Für Vancouver ist noch nichts entschieden», sagte DOSB-Generaldirektor Michael Vesper. Der deutsche Chef de Mission, Bernhard Schwank, ist jedoch sicher, dass der oder die Auserwählte die ehrenvolle Aufgabe gern übernimmt: «Für Sportler ist das noch etwas ganz Besonderes.»

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