Django Asül: "Tommy Haas – der Jack Nicklaus vom Aumeister"

Am 26. April beginnen die BMW Open 2014 – die AZ traf Django Asül am Flughafen beim Vor-Turnier-Showmatch. Der Kabarettist rechnet mit dem teils desolaten deutschen Tennis ab.
| Interview: Thomas Becker
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Patrik Kühnen schlägt auf, Django Asül am Netz.
Flughafen MUC Patrik Kühnen schlägt auf, Django Asül am Netz.

AZ: Herr Asül, Tommy Haas steht vor dem Karriereende, Philipp Kohlschreiber fliegt aus dem Davis-Cup-Team, der DTB-Präsident tritt zurück und Boris Becker hat's an den Hüften – was ist bloß los mit dem deutschen Tennis?

DJANGO ASÜL: Man muss dem erweiterten Nachwuchs eine Chance geben! Immerhin waren die Nachrücker bei der jüngsten Davis-Cup-Partie gegen Frankreich noch Youngster im Alter von 24 und 27 Jahren. Da sieht man, dass der demografische Faktor auch schon den Tennissport erreicht hat. Der Generationenwechsel ist vollbracht, so dass man davon ausgehen kann, dass die nächste Nachwuchsgeneration Ü30 sein wird.

Jetzt aber konkret: Was wird aus Tommy Haas? Angeblich lässt er Monte Carlo sausen, um sich für die BMW Open in München zu schonen.

Haas ist im Prinzip als Veteran das, was ein Fred Couples, ein Jack Nicklaus oder ein Bernhard Langer im Golf sind. Der Tommy hat seine Aufgabe ja sehr gut erledigt, indem er im vergangenen Jahr mit dem Turniersieg am Aumeisterweg bewiesen hat, dass Tennis kein Laufsport mehr ist, sondern sich mehr dem Golf nähert, wo man auch im gesegneten Seniorenalter durchaus noch die Weltklasse düpieren kann.

Wie sieht's mit Philipp Kohlschreiber aus, zweifacher Sieger der BMW Open?

Er ist die Tennis-Variante von Mesut Özil: immer elegant und technisch sehr versiert, aber wenn's drauf ankommt, doch lieber mal unpässlich.

DTB-Präsident Karl-Georg Altenburg wird nach einer desaströsen Amtszeit zurücktreten. Wer soll's machen?

Sehr gute Frage! Angeblich soll's jetzt wer machen, der Ahnung hat. Man beschreitet also völlig neue Wege, nachdem ja auch der Vize-Präsident gegangen wurde, aufgrund sehr interessanter unternehmerischer Sichtweisen. Aber nachdem der bayerische Tennisverband so solide geführt wird, wird das Bayern so nebenbei kommissarisch mitmachen. Es sieht ja auch gesamtbundesdeutsch so aus, dass Bayern die anderen Bundesländer mitschleppt, und das klappt ja auch irgendwie – warum nicht auch im Tennis?

Muss man denn nach dem ganzen Hickhack Grundlegendes ändern?


Nein. Weil spätestens im Viertelfinale Gegner kommen, die gewinnen wollen und dann auch gewinnen. Insofern kann man jetzt wieder solide Aufbauarbeit leisten. Die Frauen haben’s ja vorgemacht. Und so lange Roger Federer spielt, der ja nur drei Kilometer von der deutschen Grenze geboren ist, kann man sagen, dass das deutsche Tennis auch in der Weltspitze gut vertreten ist.

Bleibt eine letzte Frage: Sie selbst sind mit 41 noch im besten Wettkampfalter. Für welches Amt im deutschen Tennis stehen Sie zur Verfügung?


Mein Amt als Nummer sechs bei den Herren 40 des Bayernligisten TC Hengersberg füllt mich komplett aus. Und für das DTB-Präsidium bin ich quasi überqualifiziert, weil der Herr Altenburg ja Investmentbanker war, wohingegen ich als gelernter Sparkassenkaufmann eher von der seriösen Seite komme.
 

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