Die ungleichen Drei

Die deutschen Stars bei den BMW Open in Eichenried im Vergleich: Martin Kaymer, Alexander Cejka und Bernhard Langer. Der lädierte Altmeister scheitert am Cut.
| Thomas Becker
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Eichenried - Drei Generationen des deutschen Golfsports sind bei den BMW Open am Start: Bernhard Langer (52), Alexander Cejka (40) und Martin Kaymer (26). Sie werden das Turnier nicht gemeinsam zu Ende spielen, da Langer nach seiner offensichtlich noch nicht ausgeheilten Daumenverletzung vor 16<TH>700 Zuschauern mit elf über Par am Cut scheiterte. Kaymer und Cejka liegen vor den letzten beiden Runden im Mittelfeld des Klassements. Ein Vergleich dreier unterschiedlicher Typen.

Erfolge: Der Anfang gebührt Langer. Der Anhausener hat Golf im Deutschland der 80er Jahre salonfähig gemacht. Seit 35 Jahre ist er Profi, gewann 81 Turniere, darunter zwei Majors und zwei Senior Majors, seit 2002 gehört er der World Golf Hall of Fame an und wurde von der Queen zum „Officer of the Most Excellent Order of the British Empire“ ernannt. als Kapitän der Ryder-Cup-Spieler Europas führte er sein Team zu einem historischen Sieg gegen die USA. Kaymer schickt sich an, in seine riesigen Fußstapfen zu treten. Nach Langer war er erst der zweite Deutsche, der ein Major gewinnen konnte. Mit 26 war er zudem im Februar der zweitjüngste Weltranglisten-Erste aller Zeiten. So weit hat Cejka es nie geschafft. Seit 1989 ist er Profi, gewann zehn Turniere und kann vier Top-3-Platzierungen auf der US-PGA-Tour vorweisen. Zum großen Schlag hat es jedoch nie gereicht.

Umfeld:
Während Langer eng mit seinem Bruder Ernst zusammen arbeitet und auch Kaymer viel Wert auf ein jahrelang eingespieltes Team legt, ist der gebürtige Tscheche Cejka eher als Einzelkämpfer unterwegs.

Privatleben: Langer ist seit 1984 verheiratet, lebt mit Frau und vier Kindern in Anhausen und Florida. Auch Cejka ist Vater (zwei Kinder), der Düsseldorfer Kaymer ist dagegen wieder Single.

Charakter: Während Langer Kuratoriumsmitglied des evangelikalen Vereins ProChrist, eines dem CVJM nahestehenden Organisators von Massenevangelisationsveranstaltungen, ist, darf man Cejka wohl gut und gerne als Zocker bezeichnen. Egal ob Fußball, Basketball oder auf die eigenen Spiele: Cejka ist für jede Wette zu haben. Von Kaymer sind solche Geschichten nicht überliefert; dafür arbeitet er viel zu zielgerichtet an seinem Spiel: „Ich bin ein bisschen ein Perfektionist“, sagt er. Das „bisschen“ kann man getrost streichen.

Perspektive: Trotz seiner Daumen-Verletzung hat „Oldie“ Langer nicht vor, den Schläger bald in die Ecke zu stellen, er kann sich vielmehr vorstellen auch jenseits der 60 noch Turniere zu spielen. Bei Cejka ist es wohl eine Frage der Gesundheit. Schon lange leidet er unter einer Gras-Allergie, die ihm zuweilen gewaltig zu schaffen macht. Doch er ist ein Kämpfer, beißt auf die Zähne und spielt weiter – bis er wieder mal vor Wut gegen den Putter tritt und sich dabei den Zeh bricht. Am rosigsten sieht die Zukunft natürlich für den Jüngsten aus. Kaymer wirkt mit seinen 26 Jahren schon sehr abgeklärt und dennoch entspannt und locker – keine üblen Voraussetzungen für eine große Golf-Karriere. Vom Ehrgeiz ganz zu schweigen: „Wenn ich weiß, dass ich noch etwas verbessern kann, kann ich nachts nicht so gut schlafen.“

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