Arriens: "Als Team zusammenfinden"

Kapitän Carsten Arriens baut als Kapitän das Davis-Cup-Team um: Was neu ist – und wer eine Sonderrolle hat.
| Thomas Becker
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Kapitän Carsten Arriens baut als Kapitän das Davis-Cup-Team um: Was neu ist – und wer eine Sonderrolle hat

MÜNCHEN Marian Cilic raus, Marcos Baghdatis raus, dafür sind Philipp Kohlschreiber, Florian Mayer und Daniel Brands weiter: Bevor am Donnerstag Tommy Haas und der an Eins gesetzte Janko Tipsarevic ins Turnier eingreifen, läuft es für die deutschen Spieler gut bei den BMW Open. Zeit für ein AZ-Gespräch mit Carsten Arriens, dem neuen Kapitän des Davis-Cup-Teams.

AZ: Herr Arriens, Sie können hier fast alle deutschen Top-Spieler beobachten. Wie ist die Stimmung im Davis-Cup-Team?


CARSTEN ARRIENS: Ich bin ja Ende November ins Amt gekommen und habe die Zeit seitdem genutzt, um mit allen Spielern zu sprechen und ihnen zu vermitteln, was mir wichtig ist. Und ich habe alle in die Verantwortung genommen: Wenn wir erfolgreich spielen und gut miteinander umgehen wollen, dann ist jetzt der Zeitpunkt dazu.


Wie waren die Reaktionen?


Es gab ein paar Impulse von den Spielern. Alle wollen meinen Weg mitgehen.


Wie sieht Ihr Weg nach der Ära Kühnen aus?


Ich habe mich mit den Spielern bei den Australian Open getroffen, und ein solches Treffen wird es nun bei jedem Grand Slam geben. Das sind Kleinigkeiten, aber wichtig, um als Team wieder zusammen zu finden. Außerdem ist das Team nun größer, etwa zwölf Spieler.


Die da wären?


Haas, Kohlschreiber, Mayer, Brands, Kamke, Petzschner, Bachinger, Steebe, Struff sowie Berrer, Greul, Zverev und die Doppelspieler Kas, Emmrich und Begemann. Die alle sind drin, weil ich in ihnen Entwicklungspotenzial sehe.


Warum ein so großes Team?


Damit auch die Spieler dahinter das Gefühl haben, Teil des Teams zu sein. Es geht um Wertschätzung, um Impulse. Viel sprechen, einfach da sein. Das war zuletzt nicht immer der Fall, was dem ein oder anderen aufgestoßen ist: nur dann angerufen zu werden, wenn drei Spieler ausfallen. Da ich gerade mit Matthias Bachinger arbeite und mit ihm bei den Turnieren in Amerika, in Rotterdam, Casablanca und Monte Carlo war, merkte ich, wie wichtig es ist, sich persönlich gegenüber zu sitzen. Das letzte Jahr war ja für keinen erfreulich, so dass jeder jetzt sagt: Okay, ich schau auch mal bei mir, wie ich mich besser einbringen kann.


Was ist noch neu im Team?


Oliver Schmittlein für den Athletik- und Reha-Bereich. Er arbeitet auch konzeptionell im Nachwuchsbereich mit. Und wir haben Michael Kohlmann, der mit mir das Davis-Cup-Team und den Nachwuchs betreut. Aber er wird vom Deutschen Tennisbund halt nur 50 Tage im Jahr bezahlt.


Wie steht es denn um die Finanzen?


Ich hoffe, dass das deutsche Männer-Tennis wieder in den Förderpool des Bundesinnenministeriums aufgenommen wird, was seit Jahren überfällig ist. Mit mehr Budget könnten wir natürlich manche Spieler besser fördern. Beim Tennis hieß es immer: Ihr könnt euch doch selber finanzieren. Das ist das Denken aus den Millionen-Zeiten in den 80er Jahren. Das ist leider überhaupt nicht mehr so.


Wie sieht es mit Tommy Haas und dem Davis Cup aus?


Er hat ein bisschen eine Sonderposition. Er ist sehr kooperativ, kommt zu allen Treffen, sagt zu mir: Es ist wichtig, dass du mir sagst, was für das Team gut ist. Die Problematik ist, dass er in Amerika lebt. Wenn die US Open gut für ihn laufen, müsste er im September für den Davis Cup nach Deutschland kommen, wieder nach Amerika zurückkehren, um eine Woche später in Asien zu spielen – nicht einfach in seinem Alter. Und dann ist da noch das große Ziel Masters (mit den acht weltbesten Spielern, Anm. d. Redaktion), das im Bereich des Möglichen ist und für ihn die Krönung wäre. Wenn er in Deutschland leben würde, wäre das kein Problem.

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