Willy Bogner macht München chic

Für das symbolische Gehalt von einem Euro: Der Mode-Unternehmer wird Geschäftsführer der Bewerbergesellschaft. Oberbürgermeister Christian Ude freut sich: „Bogner ist nternational bekannt und geschätzt.“
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Rosa Zeiten: Willy Bogner mit seinen Ski-Models Viktoria Rebensburg (l.), Susanne Riesch und Maria Riesch (r.) im Olympia-Outfit für Vancouver. Foto: Minkoff/Augenklick
az Rosa Zeiten: Willy Bogner mit seinen Ski-Models Viktoria Rebensburg (l.), Susanne Riesch und Maria Riesch (r.) im Olympia-Outfit für Vancouver. Foto: Minkoff/Augenklick

Für das symbolische Gehalt von einem Euro: Der Mode-Unternehmer wird Geschäftsführer der Bewerbergesellschaft. Oberbürgermeister Christian Ude freut sich: „Bogner ist nternational bekannt und geschätzt.“

MÜNCHEN „Eine wunderbare Figur für eine Münchner Bewerbung! Es gibt wohl weltweit kaum einen besseren Repräsentanten, was den Wintersport angeht.“ Der Mann, von dem Christian Neureuther in höchsten Tönen schwärmt, heißt Willy Bogner. Der 67-Jährige ist das neue Gesicht der Münchner Bewerbung für Olympia 2018.

Für das symbolische Gehalt von einem Euro soll Bogner die Bewerbung als Repräsentant, dritter Geschäftsführer neben Richard Adam und Bernhard Schwank und als Vorsitzender der Geschäftsführung anführen.

Bogner vereine „das, was die Bewerbung in der jetzigen Applicant-City-Phase nach außen tragen will“, sagte Thomas Bach, der Chef des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) bei der Vorstellung Bogners im Münchner Rathaus. Bogner sei nicht nur selbst erfolgreicher Olympiateilnehmer gewesen, sondern verfüge als erfahrener Unternehmer auch über große wirtschaftliche Kompetenz. Bach: „Willy Bogner besitzt international einen hervorragenden Ruf. Seine Person wird sich selbst erklären aus seinem Bekanntheitsgrad heraus.“

Auch der Oberbürgermeister freute sich: „Mit Willy Bogner bekommt die Bewerbung ein international bekanntes und geschätztes Gesicht“, sagte Christian Ude und fügte noch eine Anekdote hinzu: „An meinem ersten Schultag am Alten Realgymnasium in der Siegfriedstraße, dem heutigen Oskar-von-Miller-Gymnasium, sagte der Mathematiklehrer zu mir: Du gehst jetzt auf die gleiche Schule wie der berühmte Willy Bogner.“ Der Oberstufler nahm als 18-jähriger Abiturient schon an den Olympischen Winterspielen in Squaw Valley teil.

Die bayerische Landesregierung in Person von Finanzminister Georg Fahrenschon zeigte sich ebenfalls begeistert: „Willy Bogner ist bekannt in Bayern, Deutschland und der ganzen Welt. Er kann Trends setzen, Marken schaffen und besitzt auch ein Inszenierungsvermögen.“ Georg Grabner, Landrat in Berchtesgaden, wo die Bob- und Rodelwettbewerbe ausgetragen werden sollen, bezeichnete Willy Bogner als einen „Glücksfall“. Wohl auch für Thomas Schmid, Bürgermeister von Garmisch-Partenkirchen: „Wir sind optimistisch, manche Bedenken durch die Person Bogners ausräumen zu können.“ In der Marktgemeinde, die neben München (Eröffnung, Schlussfeier, Eiswettbewerbe) und Schönau am Königsee (Bob und Rodeln) die Skiwettbewerbe austragen soll, formiert sich Bürgerprotest. Die örtliche CSU wird bei der Sitzung des Gemeinderates am Mittwoch ein Ratsbegehren mit dem Ziel eines Bürgerentscheides beantragen: „Wir müssen die Bürger ins Boot holen.“

Zwei andere Garmischer sind guter Dinge, dass ihre Stadt nach der Ski-WM 2011 auch sieben Jahre später ein Großereignis mit ausrichten darf: Rosi Mittermaier und Christian Neureuther. „Willy Bogner steht für Wintersport, für spektakuläre Bilder und für olympische Geschichte“, schwärmt Neureuther, „eine prima Idee, so einen visionären Mann an die Spitze der Bewerbung zu stellen. Auch Willi Daume, der die Münchner Olympia-Bewerbung 1972, voran trieb war ein Visionär. Und Bogner hat auch ein Super-Talent für die Außendarstellung.“

Jetzt soll Bogner, der erfolgreiche Modemacher, also die Münchner Bewerbung chic machen. Rosi Mittermaier, die Gold-Rosi, ist begeistert: „Ich kenne den Willy schon, seit ich zehn bin. Da saßen wir vorm Fernseher und haben Olympia geschaut; meine Schwester Heidi gehörte in Squaw Valley ja auch zur Mannschaft. Und der Willy ist in der Darstellung der olympischen Geschichte wirklich einzigartig. Diesen „olympic spirit“ selbst erlebt zu haben und diesen nun zu vermitteln: Darum geht’s jetzt.“

Thomas Becker

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