Nur Platz 8: Lauf, Miri, lauf!

Miriam Gössner enttäuscht in Ruhpolding – weil sie zwar flott unterwegs ist, aber danebentrifft. Dafür will sie nun im Langlauf aushelfen.
| Thomas Becker
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Ruhpolding - 12,5 Kilometer beträgt die Distanz beim Massenstart der Biathleten – wenn keine Strafrunde dazu kommt. Wenn man aber schießt wie Miriam Gössner beim letzten Frauen-Wettbewerb in der Chiemgau Arena, zieht sich die Runde: Am Ende war die Garmischerin 13,3 Kilometer gerannt – nach sechs Nieten am Schießstand. Dennoch wurde sie Achte – und beste Deutsche. Andrea Henkel landete nach drei Patzern auf Rang 13. „Wir hatten uns mehr vorgenomen. Die Ziele sind schon andere. Wir sollten nicht mit solchen Platzierungen zufrieden sein“, sagte Bundestrainer Gerald Hönig.

Unzufrieden war Hönig auch mit dem Plan seiner besten Athletin. Gössner, die stärkste Läuferin im Biathlon-Feld, will nicht nur bei der Biathlon-WM ab 7. Februar in Nove Mesto (Tschechien) auf Medaillenjagd gehen, sondern gerne auch danach mit der Langlauf-Staffel bei der Nordischen Ski-WM. Gössner sagte: „Wenn ich gebraucht werde, würde ich gerne helfen.“ Biathlon-Coach Hönig ist laut „Bild am Sonntag“ mäßig begeistert: „Wenn Miri dann noch um den Gesamt-Weltcup mitkämpft, würden wir die Idee nicht gut finden.“ Derzeit ist Gössner Zweite im Weltcup hinter Tora Berger (Norwegen). Zeitgleich zur Nordischen WM im italienischen Val di Fiemme (ab 20. Februar), findet der Biathlon-Weltcup in Oslo statt.

Doch auch mit Gössner wird die Verteidigung des WM-Staffeltitels eine große Herausforderung. Vier gleichstarke Athletinnen haben die erfolgsverwöhnten Skijägerinnen im Jahr eins nach dem Rücktritt von Magdalena Neuner nicht zu bieten. Schnelle Besserung ist nicht in Sicht. „Bei denen, von denen wir es erwartet haben, stimmen die Leistungen“, sagte Bundestrainer Uwe Müssiggang, „alles andere ist nicht so befriedigend. Es ist nicht der Anspruch der deutschen Biathleten, um Plätze oberhalb der Top 20 zu kämpfen.“

Genau das war zuletzt oft Realität. Tina Bachmann (Schmiedeberg) zweimalige Staffel-Weltmeisterin und mit Einzel-Silber bei der WM 2011 dekoriert, wurde am Samstag wegen ihrer schwachen Form nach Hause geschickt. Keine WM-Teilnahme, Weltcup-Pause auf unbestimmte Zeit. „Ihr gesamter Zustand, physisch und psychisch, lässt es nicht zu, dass sie weiter im Weltcup läuft“, sagte Müssiggang über die Sächsin, die in elf Saisonrennen nicht die WM-Norm erfüllte.

Neben Gössner und Henkel haben bislang nur Franziska Hildebrand (Clausthal-Zellerfeld) und Nadine Horchler (Willingen) die WM-Norm erfüllt. Auch Evi Sachenbacher-Stehle (Reit im Winkl) könnte schon im ersten Jahr nach ihrem Wechsel vom Langlauf eine WM-Chance erhalten. „Sie hat sehr gute Leistungen im IBU-Cup angeboten. Mal sehen, was sie in Antholz leisten kann“, sagte Müßiggang.

Die 32 Jahre alte Doppel-Olympiasiegerin im Langlauf wird in der kommenden Woche mit nach Italien reisen und ihre zweite Weltcupchance erhalten. Am Samstag hatte sie in Ostrow (Russland) als Zweite zum zweiten Mal im IBU-Cup auf dem Podest gestanden.

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