Neuner: "Jetzt werde ich woanders Siege feiern"

Mit der großen Kristallkugel und einem Strahlen im Gesicht beendet Rekord-Weltmeisterin Magdalena Neuner in Sibirien ihre große Karriere im Biathlon: „Es fühlt sich nicht wie Abschied an”
| jga
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CHANTY-MANSISJK Den Pathos, und das ist nur typisch für sie, überließ Madgalena Neuner den anderen. „Sie ist eine Legende”, sagte Ole Einar Björndalen, als 18-facher Biathlon-Weltmeister Gewährsperson in dieser Sportart. „Sie ist eine große Botschafterin des deutschen Sports – und bleibt es hoffentlich auch”, sagte DOSB-Präsident Thomas Bach.

Neuner selbst machte nach dem letzten Weltcup-Rennen in ihrer Karriere am Sonntagnachmittag nicht den geringsten Eindruck, als würde ihr der vorzeitige Ruhestand mit 25 Jahren weh tun. „Es fühlt sich überhaupt nicht wie Abschied an”, sagte die Wallgauerin.

Beim Massenstart im sibirischen Chanty-Mansisjk, Neuner stand schon zum Start als Gesamtweltcup-Siegerin fest, leistete sie sich ganze sechs Fehlschüsse – und schaffte es nach wieder einmal herausragender Laufleistung noch auf Platz sechs. „Ich war auf der Strecke und habe mir gedacht: Irgendwie schön. Egal, welche Platzierung und was irgendwer darüber denkt, es war einfach nur mein eigenes, letztes Rennen”, sagte Neuner – und freute sich über ihren Gesamtweltcupsieg. „Es ist schön, wenn so eine tolle Saison mit der großen Kugel gekrönt wird, weil ich es dieses Jahr echt verdient habe.”

Ihr Abschied reißt eine riesige Lücke in den deutschen Biathlonsport. Zwölf Mal wurde Neuner Weltmeisterin, das ist Weltrekord. Zwei Mal gewann sie bei Olympia, drei Mal den Gesamt-Weltcup. 34 Weltcup-Siege sind es zum Ende ihrer Karriere nun insgesamt „Dabei bin ich trotzdem ich selbst geblieben. Und das ist schön so”, sagte Neuner – niemand könnte wohl das Gegenteil beweisen. „Sie hat hat die Herzen der Menschen erreicht wie kaum ein anderer deutscher Sportler”, sagte Ski-Idol Christian Neureuther.

Ihre Teamkolleginnen trugen Trikots, auf denen aufgedruckt war: „Schön war's und Danke Lena”. Bundestrainer Gerald Hönig stand mit einer Mütze mit der Aufschrift „Viel Glück Lena!” am Schießstand und meinte: „Wir verlieren eine Athletin, die die letzten Jahre Biathlon maßgeblich geprägt hat und man fragt sich schon, wann kommt so eine Persönlichkeit wieder.”

Dass gerade bei den ganz großen eines Sports die Möglichkeit des Rücktritts vom Rücktritt besteht, hat etwa Rennfahrer Michael Schumacher gezeigt. Neuner schließt das jedoch kategorisch aus: „Ich bin mir sicher, dass ich nicht zurückkomme. Es war eine tolle Zeit, aber ich wollte immer auf dem Höhepunkt aufhören. Jetzt werde ich woanders Siege feiern.”

Nun erlebt sie erst einmal die Erleichterung, das Korsett des Spitzensports los zu sein. Den Anfang machte die Abschiedsparty in einer Disco in Chanty-Mansisjk am Sonntagabend. In Wallgau wird Magdalena Neuner erst einmal genießen, nicht gleich wieder zum nächsten Termin eilen zu müssen. „Ich kann meine Tasche einfach auspacken und die Wintersachen in den Speicher stellen.” 

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