Martina Ertl-Renz zum Alpin-Wochenende: "Ein Wintertraum!"

Für Deutschland zahlt sich die gute Nachwuchsarbeit der letzten Jahre nun aus, meint AZ-Kolumnistin Martina Ertl-Renz.
| Martina Ertl-Renz
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Es schneit und schneit und schneit… inmitten dieses Wintertraums werden noch ganz andere Winterträume wahr, nämlich die der deutschen Alpinfahrer. Der Jubel über die guten Ergebnisse vor allem der Herren in den Überseerennen ist noch nicht ganz verhallt, da legen die Burschen auch schon gleich nach und zeigen nachdrücklich, dass auf den kanadischen Pisten keinesfalls Eintagsfliegen unterwegs waren.

Stefan Luitz schafft beim zweiten Riesenslalom der Saison seinen zweiten Podestplatz und wird hinter dem Lokalmatador Alexis Pinturault Zweiter und sein Team-und Vereinskollege Alexander  Schmid wird sensationell Sechster und zieht damit das Ticket für die Olympischen Spiele in Südkorea, wie auch Fritz Dopfer.

Der Deutsche Skiverband erntet meiner Meinung nach das, was mit der guten Nachwuchsarbeit in den letzten Jahren gesät wurde. Die Deutschen fahren offensichtlich um Top-Ten-Platzierungen mit und sind vor allem mental stark genug, mit dem damit verbundenen Druck umzugehen. Der Verband hat mit der Auswahl der Trainer eine glückliche Hand gehabt. Thomas Berchthold und der neue Damen-Cheftrainer Jürgen Graller haben neben ihrer fachlichen Kompetenz mit den Athleten einen guten Umgang, motivieren jeden Einzelnen mit den richtigen Ansprachen, durch die die Fahrer und Fahrerinnen ruhig und konzentriert zu Werke gehen und vermitteln die richtige Einstellung zum Wettkampf; nämlich, dass man auf der Piste an seine Limits gehen muss.  Die auf diesem Weg bewirkte Kombination aus Mut und Konzentration, aus Attacke und Gelassenheit krönt die guten technischen Ausbildungen der letzten Jahre und führt zu diesen fantastischen Ergebnissen.

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Weiterhin haben sich die Athleten selbst auch professionalisiert, arbeiten mit Fitness-und Mentaltrainern, sowie mit Ernährungsberatern. Es scheint auch so zu sein, dass die Athleten nach ihren teilweise sehr schweren Verletzungen wie bei Fritz Dopfer und Stefan Luitz auf einer anderen Ebene der Fokussierung arbeiten. Das macht sich bei einem Sport, in dem es um Hundertstel geht, bemerkbar.

Ich erwarte nun eine regelrechte Eigendynamik, denn wenn man durch Ergebnisse derart in seinem Tun bestätigt wird, dann setzt eine weitere Motivation ein, die weiter zu Höchstleistungen antreibt.

Besonders erfreulich ist, dass diese Entwicklung alle Disziplinen betrifft. Ich denke, dass wir mit den Speedfahrern Thomas Dreßen und Andreas Sander noch genauso viel Spaß haben werden wie mit den Technikern um Stefan Luitz und Fritz Dopfer. Dass der Erfolg breiter gestreut ist als in den letzten Jahren, wird auch seine positiven Auswirkungen haben. Die Stimmung ist bei allen gut und auch das versetzt Berge.

Ich freue mich auf die nächsten Wettkämpfe und denke, dass ein deutscher Herren- Weltcup-Sieg nicht mehr allzu lange auf sich warten lässt.

Herzlichst,

Ihre Martina Ertl-Renz

Lesen Sie hier: Martina Ertl-Renz analysiert für die AZ den alpinen Skisport

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