Koukalova vs. Dahlmeier: Anders und doch gleich

Laura Dahlmeier und Gabriela Kouukalova sind härteste Widersacherinnen im Biathlon-Wettkampf. Das Verhältnis ist gut, auch wenn außerhalb des Platzes die unterschiede groß sind.
| sid
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Laura Dahlmeier (l.) und Gabriela Koukalova sind Rivalinnen im Biathlon.
dpa Laura Dahlmeier (l.) und Gabriela Koukalova sind Rivalinnen im Biathlon.

Hochfilzen - Es bedurfte nur weniger Worte, da hatte Biathlon-Ass Laura Dahlmeier den Unterschied zwischen sich und ihrer größten Widersacherin auf den Punkt gebracht.

"Die Gabi", sagte die passionierte Hobby-Bergsteigerin über Gabriela Koukalova, "würde niemals eine Biwak-Nacht ohne Schminkkoffer mit mir verbringen." Und weiter: "Für mich kommt es gleichzeitig nicht infrage, vollgeschminkt an den Start zu gehen."

Wöchentlich duellieren sich Deutschlands beste Skijägerin und die tschechische Volksheldin in der Loipe, mal mit dem besseren Ausgang für Dahlmeier, mal für Koukalova. Auch bei der WM in Hochfilzen haben beide die zwei Goldmedaillen in den bisherigen Einzelrennen kollegial geteilt, vieles deutet auf einen Schlagabtausch zwischen der Gesamtweltcup-Siegerin aus dem Vorjahr (Koukalova) und ihrer potenziellen Nachfolgerin auch im Klassiker am Mittwoch (14.30 Uhr/ARD und Eurosport) hin. Der Sport ist dabei das Einzige, was beide verbindet.

"Besser im Kaffee trinken"

Während Koukalova, im Rennen stets mit wasserfester Schminke bedeckt, extrem auf ihr Äußeres achtet, spielt das für Dahlmeier nur eine untergeordnete Rolle. "Shoppen an sich finde ich furchtbar anstrengend. Ich bin besser im Kaffee trinken", sagt die 23-Jährige, deren einziges Kleid im Schrank ein Dirndl ist. Sie kaufe am liebsten in diversen Kletterläden ein, "ansonsten bin ich beim Shoppen besser im Pause einlegen."

Auf der anderen Seite liebt es Koukalova, sich bewusst in Szene zu setzen. Ob sie dabei vor 30.000 Zuschauern in der Heimat im langen Abendkleid Lieder schmettert, über den Roten Teppich flaniert oder gemeinsam mit ihrem Ehemann Petr, einem bekannten Badmintonspieler, nackt posiert - Koukalova steht häufig im Rampenlicht.

Genau das meidet Dahlmeier, wann immer es nur geht. Aufgrund der unzähligen Erfolge sind die Kameraobjektive während der Weltcups zwar stets auf die Bayerin gerichtet, die Interview-Marathons meistert sie geduldig. Aber freiwillig Privates von sich preisgeben? "Ein Bild von mir auf dem Sofa", versichert die viermalige Weltmeisterin, "wird es definitiv nie geben."

Koukolova macht es Dahlmeier schwer

Das unterscheidet Dahlmeier im Übrigen auch von Rekordweltmeisterin Magdalena Neuner, in deren Fußstapfen sie einmal treten könnte - sofern es Koukalova zulässt. "Sie ist eine super Athletin, die es mir echt schwer macht", sagt Dahlmeier über die sportlichen Qualitäten der 27-jährigen Tschechin. Die wiederum hält Dahlmeier für "eine fantastische, unglaubliche Sportlerin". Das Lob, Dahlmeier würde in der Loipe "rennen wie ein Pferd", stammt auch von ihr.

Die Stars der Szene respektieren sich also trotz aller Rivalität, sie schätzen sich menschlich trotz gravierender Unterschiede. "Gabi ist ein superfeiner Mensch. Man lernt sie kennen, und es ist wirklich schön, gemeinsam mit ihr auf dem Podest zu stehen", sagte Dahlmeier.

Genau dort half sie Koukalova während der WM bereits aus der Bredouille. Als die Tschechin bei der Siegerehrung ihre Sektflasche partout nicht öffnen konnte, schuf Dahlmeier Abhilfe. Der Korken flog durch die Luft - und ausnahmsweise standen mal beide gleichzeitig im Rampenlicht.

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