Felix Neureuther nach TV-Debüt: Da ist schon Wehmut dabei

Ex-Skistar Felix Neureuther spricht hier über sein gelungenes Debüt als TV-Experte in Sölden, den Abschied aus dem Profisportlerleben, seine Favoriten – und Pistenpläne mit Bastian Schweinsteiger.
| Thomas Becker
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Einst Ski-Star, jetzt Experte: Felix Neureuther
picture alliance/dpa Einst Ski-Star, jetzt Experte: Felix Neureuther

AZ-Interview mit Felix Neureuther: Der 35-Jährige hat seine Karriere als Skirennläufer im März beendet. Am Wochenende in Sölden gab er sein Debüt als TV-Experte für die ARD.

AZ: Herr Neureuther, erst mal Glückwunsch zum gelungenen Einstand als TV-Experte! Wie fühlt sich eine Kamerafahrt in Sölden an, so ganz ohne Konditionstraining vorab?
FELIX NEUREUTHER: Schlau war das nicht, mit meiner Erkältung da oben auf 3000 Metern auch noch eine Kamerafahrt zu machen. Ich war so was von platt! Von der Kraft her voll am Limit, auch ohne Erkältung. Du versuchst es dir einzuteilen, aber du bist es halt nicht mehr gewohnt. Und ich rutsche da ja nicht runter, sondern fahr da schon sehr sportlich. Ziel war ja auch, den Jungs oben Feedback zu geben, was den Lauf, den Schnee und die Präparation betrifft. Deswegen wollte ich das schon gescheit machen.
Wie hat sich Sölden diesmal, – sozusagen als Zivilist – angefühlt, nach all den Jahren als Rennläufer?
Es hat sehr viel Spaß gemacht, weil ich ein wahnsinnig großer Fan des Skisports bin. Auch wenn ich verletzt war, habe ich jedes Rennen angeschaut. Es war natürlich schon ein kleines bisschen Wehmut dabei, weil es auch sehr viel Spaß machen würde, das Rennen noch selber zu fahren. Aber ich habe es ja akzeptiert, dass das einfach nicht mehr geht.
Waren Sie wieder im selben Hotel, in der "Sonne"?
Nein, anderes Hotel. Das war das Komischste, nicht mehr im gewohnten Haus zu sein. Aber ich war jeden Abend im Mannschaftshotel.

Neureuther will analysieren und nicht kritisieren 

Wie haben Sie Ihren Rollenwechsel vom Teamkameraden zum Kritiker erlebt?
Mein Ziel ist es ja nicht, zu kritisieren, sondern zu analysieren. Ich will den Jungs und Mädels etwas für die nächsten Rennen auf den Weg geben, damit sie es beim nächsten Mal besser machen. Ich habe mir in meiner aktiven Zeit immer die verschiedenen Expertenmeinungen angehört und versucht, daraus meine Lehren zu ziehen. Die haben für viele Dinge eine andere Sichtweise als die Trainer. Das, was ich jetzt sage, sollte dementsprechend auch Hand und Fuß haben.
Ihren Weg hat lange Zeit Markus Wasmeier als Experte begleitet.
Ja, aber ich habe eher auf die Slalomfahrer gehört: Mario Reiter, Thomas Sykora und Frank Wörndl.
Den Kollegen Marcel Hirscher haben Sie dann auch noch spontan ans Telefon bekommen...
Das war witzig, eine richtig gute Nummer. Hockt der schön gemütlich auf der Terrasse beim Kaffeetrinken!
Der ist viel weiter weg vom Weltcup als Sie, oder?
Stellen Sie sich mal vor, der taucht da beim ersten Rennen in Sölden auf! Was da los wäre! Das wollte er den anderen Jungs vom ÖSV-Team gar nicht antun, dass er da aufschlägt. Dann dreht sich wieder nur alles um ihn. Ich glaube auch, dass er weiter weg ist als ich. Ich bin halt mit Herz und Seele Ski-Fan und war nie so extrem ergebnisorientiert, was sicher eine Schwäche war. Für mich ist es immer um Skifahren gegangen. Ich freue mich für jeden, der gut fährt und leide mit jedem mit, der nicht so gut fährt. Wie jetzt der Stefan...
Ihr Ex-Teamkollege Luitz, der auf Rang 18 landete...
Der hat mir echt leidgetan, weil er eine Bomben-Vorbereitung hatte. Und dann kommst du in dieses Sölden... Ich hatte das auch jahrelang, und da haut’s einfach nicht hin. Du kämpfst und probierst, schaffst es aber nicht – das ist halt zäh.

Alice Robinson? Das Mädel ist der Wahnsinn!

Ganz und gar nicht zäh lief es für die junge Neuseeländerin Alice Robinson.
Das Mädel ist der Wahnsinn! Die leitet eine neue Ära im Skisport ein. Die fährt so erfrischend Ski, mit einer Leidenschaft und einer Qualität – mit 17! Auf so einem Hang ein solches Zeichen zu setzen: extrem beeindruckend! Da werden sich viele noch umschauen in nächster Zeit.
Sonst würde es ja angesichts der Dauer-Siegerin Mikaela Shiffrin auch langweilig. Bei den Männern haben Sie sich in Sachen Gesamtweltcup schon festgelegt: Alexis Pinturault.
Der ist körperlich in so einer guten Verfassung, taktisch überragend, clever, abgebrüht. Man darf nicht vergessen: Der hat trotz Marcel Hirscher schon 23 Weltcupsiege. Da sieht man schon, was für eine Qualität der hat.
Ein anderer guter Skifahrer zieht demnächst offenbar wieder in Ihre Nähe: Ex-Fußballgott Bastian Schweinsteiger lässt angeblich in Westendorf ein Haus bauen. Haben Sie sich zum Skifahren verabredet?
Wenn’s denn so sein sollte, werden wird das bestimmt tun. Aber ich habe jetzt schon länger nichts mehr von ihm gehört.

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