Biathlon: Henkel verpatzt Auftakt in Oberhof

Für Andrea Henkel sind es die letzten Rennen ihrer Karriere in Oberhof. Mindestens einmal will sie an den drei Wettkampftagen auf das Podium. Doch der Auftakt ging im Sprint daneben.
| dpa
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Für Andrea Henkel sind es die letzten Rennen ihrer Karriere in Oberhof. Mindestens einmal will sie an den drei Wettkampftagen auf das Podium. Doch der Auftakt ging im Sprint daneben.

Oberhof – Nach dem verpatzten Auftakt ihrer Heimat- Abschiedstour war Andrea Henkel die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben. Evi Sachenbacher-Stehle konnte hingegen nach Platz sieben im Biathlon-Sprint und dem Knacken der Olympia-Norm erleichtert aufatmen. „Das ist einfach nur schön. Ich habe in letzter Zeit schon angefangen, an mir zu zweifeln“, sagte die frühere Langläuferin nach ihrem mit Abstand besten Saisonergebnis. Eine Top-Leistung wollte am Freitag auch Andrea Henkel beim letzten Sprint in ihrem Wohnzimmer abliefern.

Doch in der Oberhofer Waschküche lief mit vier Strafrunden und Platz 37 alles schief. „Ich weiß nicht so genau, warum die Scheiben nicht gefallen sind. Ich wollte ein gutes Rennen machen. Das ist mir nicht gelungen und deshalb bin ich enttäuscht“, konstatierte die 36-Jährige, die am Ende bei Nebel, Regen und Wind 2:33,3 Minuten Rückstand auf die siegreiche Darja Domratschewa hatte. Wie bei Henkel war auch bei Miriam Gössner die Gemütslage alles andere als prickelnd. Die 23-Jährige wollte nach ihrer Wettkampfpause beim vergangenen Weltcup in Annecy endlich die Olympia-Norm angreifen.

Lesen Sie hier: Auch Biathletinnen sprinten in Oberhof am Podium vorbei

Aber nach vier Fehlern reichte es nur zu Rang 53. „Im Laufen war es sehr, sehr schwer für mich. Ich habe mich nicht wirklich bewegen können. Ich glaube, man hat es auch gesehen“, sagte Gössner, die nach ihrem schweren Radunfall im Mai mit starken Rückenschmerzen kämpft. Ob sie in der Verfolgung am Samstag startet, ließ sie offen: „Ich möchte schon starten. Mal schauen, was der Rücken macht.“ Andrea Henkel konnte bei dem typischen Oberhof-Wetter ihre Routine diesmal nicht ausspielen, Altmeister Ole Einar Björndalen zeigte dagegen wie es geht.

Vor den 17 000 Fans verpasste er seinen insgesamt 95. Weltcupsieg – 93 im Biathlon, einer im Langlauf – nur um 0,4 Sekunden. 24 Tage vor seinem 40. Geburtstag zeigte der Norweger, dass in seiner letzten Saison mit ihm zu rechnen ist. „Er ist unbestreitbar der größte Athlet, den Biathlon je gesehen hat“, meinte Arnd Peiffer, der nach zwei Fehlern und 42,8 Sekunden Rückstand auf Sieger Emil Hegle Svendsen als Achter bester Deutscher war. Björndalen ärgerte sich nicht über den knapp verfehlten Erfolg. „Ich bin glücklich mit meinem Rennen. Wenn ich gut drauf bin, ist alles möglich. Ich habe mich sehr gut vorbereitet. Ich glaube, es kann gut werden“, schätzte er seine Aussichten ein – nicht nur in den nächsten Rennen von Oberhof.

Lesen Sie hier: Peiffer sprintet auf Platz acht – Svendsen siegt

Peiffer, 13 Jahre jünger als Björndalen, war nicht völlig unzufrieden. Der 26-Jährige hat genau wie seine Teamkollegen Christoph Stephan (Platz 18), Andreas Birnbacher (20), Daniel Böhm (24) und Simon Schempp (25) keine schlechte Ausgangsposition für die Verfolgung. „Bei nicht einfachen Bedingungen haben alle mindestens einen Fehler zu viel geschossen. Trotzdem war das ein recht ordentliches Ergebnis, wenn auch der Ausreißer nach oben fehlte“, sagte Bundestrainer Mark Kirchner.

Erik Lesser fehlte wegen einer Erkältung. Der Start des Weltcups war wegen der zu warmen Witterung nur durch einen Kraftakt mit unzähligen freiwilligen Helfern zu realisieren. Sie hatten Schnee aus anderen Regionen in den thüringischen Wintersportort gebracht, damit die Strecken halbwegs weltcuptauglich präpariert werden konnten. Mit den Biathlon-Wettkämpfen ohne Schnee macht Oberhof auch Werbung in eigener Sache. Schließlich wollen sich die Thüringer für die Weltmeisterschaft 2020 oder 2021 bewerben.

 

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