Eine unvergleichliche Erfahrung: Wintersport im Yukon

Hier wird heißer Tee zu Eiswürfeln: Im Yukon sinken die Temperaturen im Winter unter minus 40 Grad. Doch das hält die Menschen nicht davon ab, sich draußen zu vergnügen - ob auf dem Fatbike, dem Hundeschlitten oder beim Eisfischen.
| dpa/AZ
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Mit dem Motorschlitten kommt man im Yukon schneller voran als durch den Antrieb mit Hunden - dafür weht der Wind noch heftiger ins Gesicht.
dpa 10 Mit dem Motorschlitten kommt man im Yukon schneller voran als durch den Antrieb mit Hunden - dafür weht der Wind noch heftiger ins Gesicht.
Eisiger Highway durch Yukon: Im Winter sinken die Temperaturen in der kanadischen Provinz auch mal unter minus 40 Grad.
dpa 10 Eisiger Highway durch Yukon: Im Winter sinken die Temperaturen in der kanadischen Provinz auch mal unter minus 40 Grad.
Dawson ist eine alte Goldgräberstadt - in dieser Region sinken die Temperaturen oft bis minus 50 Grad.
dpa 10 Dawson ist eine alte Goldgräberstadt - in dieser Region sinken die Temperaturen oft bis minus 50 Grad.
Blick über den winterlichen Yukon: Die Landschaft lässt sich gut per Hunde- oder Motorschlitten erkunden.
dpa 10 Blick über den winterlichen Yukon: Die Landschaft lässt sich gut per Hunde- oder Motorschlitten erkunden.
Guide Scott hat Löcher ins Eis gebohrt: Nicht allen gefällt das Eisfischen jedoch so gut wie ihm.
dpa 10 Guide Scott hat Löcher ins Eis gebohrt: Nicht allen gefällt das Eisfischen jedoch so gut wie ihm.
Mit dem Fatbike durchs verschneite Yukon? Für David Pharand ist das kein Problem - aber er weiß auch, wie man sich richtig für diese Unternehmung kleidet.
dpa 10 Mit dem Fatbike durchs verschneite Yukon? Für David Pharand ist das kein Problem - aber er weiß auch, wie man sich richtig für diese Unternehmung kleidet.
Der Winter auf Muktuk ist eine unvergleichliche Erfahrung.
dpa 10 Der Winter auf Muktuk ist eine unvergleichliche Erfahrung.
Der Winter auf Muktuk ist eine unvergleichliche Erfahrung.
dpa 10 Der Winter auf Muktuk ist eine unvergleichliche Erfahrung.
Der Winter auf Muktuk ist eine unvergleichliche Erfahrung.
dpa 10 Der Winter auf Muktuk ist eine unvergleichliche Erfahrung.
Der Winter auf Muktuk ist eine unvergleichliche Erfahrung.
dpa 10 Der Winter auf Muktuk ist eine unvergleichliche Erfahrung.

Whitehorse – Gleichmäßig brummen die breiten Gummireifen durch den Schnee. Es ist elf Uhr morgens, am Yukon River ist gerade die Sonne aufgegangen und taucht den Weg am Ufer in ein goldenes Licht. Sie schafft es in dem kanadischen Territorium im Winter nicht hoch an den Himmel. Gegen vier Uhr geht sie schon wieder unter. Dann färbt sich der Himmel rosa, und schon bald ist es tiefste Nacht.

Das wenige Tageslicht macht David Pharand nichts aus. Er nutzt die Stunden, um mit seinem Fatbike durch die eingefrorene Landschaft zu fahren und nimmt Gäste der "Boreale Ranch" mit auf seine Touren: entlang des Ufers in Whitehorse und durch die tief verschneiten und gefrorenen Wälder um die Ranch herum. Sie liegt zwischen Whitehorse und Carcross. "Das Fahrrad hat extra dicke Reifen, die nur recht weich aufgepumpt werden", erklärt der junge Mann. Dadurch hat man gute Haftung auf dem eisigen Untergrund.

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Die Fahrräder wiegen etwa 15 Kilo, die Reifen sehen gigantisch aus – die echte Schwierigkeit beim Fatbike ist aber, die richtige Kleidung zu finden. An einem warmen Wintertag im Süden des Yukon liegen die Temperaturen zwischen 15 und 20 Grad minus, an einem kalten unter minus 40 Grad. Doch eine Fatbike-Tour kann schweißtreibend sein.

"Man braucht viele Lagen", sagt David, "warme untendrunter und eine windabweisende als oberste Lage." Dazu eine Mütze unter dem Helm, ein paar dünne Handschuhe unter den dicken Daunen-Fäustlingen und Schuhe, in denen man die Pedalen spüren kann und die trotzdem die Füße warmhalten. Und dann wartet noch die Herausforderung, mit den vielen Lagen über den Karbon-Rahmen auf den Sattel zu steigen.

 

30 Grad unter Null? "Man gewöhnt sich dran"

 

Einfacher haben es alle, die zu den Schlittenhundefarmen außerhalb von Whitehorse fahren. Denn entweder sitzen sie dick eingepackt im Schlitten, oder sie stehen am Ende des Gespanns und geben Anweisungen. Die Hunde wollen hinaus auf den Takhini River, nahe bei Whitehorse. Dick zugefroren ist der Fluss, die meiste Zeit liegt er im Schatten. Doch das ist den Hunden egal. Sobald sie für ein Gespann ausgesucht werden, wollen sie nur noch eines: rennen.

Lena Boehrs hat die fünf Hunde in ihre Leinen geklickt und steht auf dem rostigen Stück Eisen, dass sie "Parkbremse" nennt. Die junge Frau aus Esslingen arbeitet als Volunteer in Muktuk, einer der bekannten Schlittenhundefarmen. Gründer Frank Turner hat 24 Mal in 25 Jahren am Yukon Quest teilgenommen, einem Rennen, das alljährlich im Februar über 1600 Kilometer von Whitehorse nach Fairbanks in Alaska führt.

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Der Winter auf Muktuk ist eine unvergleichliche Erfahrung. Lena stellt Unterschiede fest zwischen eher warmen minus 15 Grad und eisigen 30 Grad unter null. "Man gewöhnt sich an die Kälte", sagt sie, als das Gespann durch die schmale Spur im Wald auf den Fluss sprintet. Alle Mitfahrer in den "baskets", wie die Schlitten genannt werden, haben sich mit Tüchern und Schals gegen den Wind gewappnet, der mit der Zeit zu Erfrierungen im Gesicht führen kann. Lenas Schal ist nach ein paar Kilometern komplett eingefroren.

Mit Motorkraft ist man auf einem der zahlreichen zugefrorenen Seen im Yukon noch schneller unterwegs als mit den Hunden – entsprechend mehr beißt der Wind auf dem Motorschlitten. Auf dem Fish Lake hat Guide Scott mit einem großen Motorbohrer sechs Löcher ins Eis gedreht. Drumherum stehen dick eingepackte Männer, die mit großer Geduld ihre kleinen Angeln ins Wasser halten. "Eisfischen ist eine der entspannendsten Beschäftigungen, die man sich vorstellen kann", sagt Scott. Die einen stimmen zu. Die anderen finden es einfach nur langweilig – und kalt.

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Der Winter im Yukon: Eine Übersicht

 

Reiseziel: Der Yukon, eines der kanadischen Territorien, liegt im Norden von British Columbia und östlich von Alaska. Mit etwa 482 000 Quadratkilometern ist das Territorium fast doppelt so groß wie Deutschland - dort leben aber nur etwa 35 000 Menschen.

Anreise: Von Frankfurt über Vancouver nach Whitehorse, im Winter mit Lufthansa, Air Canada oder Air North. Alternativ fliegt Icelandair über Reykjavik nach Calgary oder Ottawa, von dort aus wird Whitehorse ebenfalls angeflogen.

Einreise: Deutsche können Kanada ohne Visum bereisen. Sie brauchen ab dem 15. März 2016 aber eine elektronische Einreiseerlaubnis. Diese kann unter www.cic.gc.ca eingeholt werden.

Klima: In den langen Wintern können die Temperaturen bis unter 40 Grad minus sinken. Dazu kommt oft ein eisiger Wind.

Unterkunft: In Whitehorse finden Gäste verschiedene Hotels und Motels. Außerhalb der Stadt gibt es zahlreiche Ranches und andere Unterkünfte, die oft nur wenige Zimmer haben. Die Verpflegung ist in diesen Häusern in der Regel inklusive.

Informationen: Tourism Yukon, c/o Bergold Promotions, Kleine Hochstraße 4, 60313 Frankfurt (Tel.: 069/2193670, E-Mail: info@travelyukon.de, www.travelyukon.de).

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