Olympische Winterspiele: Eiskunstläuferin Aljona Savchenko im AZ-Interview

In der Nacht auf Mittwoch startet Alonia Savchenko mit ihrem neuen Partner Massot im Kurzprogramm. In der AZ spricht sie über die Spiele, Veränderungen - und die Allgäuer Küche: "Käsespätzle gehen gar nicht".
| Thomas Becker
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Aljona Savchenko mit ihrem Partner Bruno Massot.
imago/Schreyer Aljona Savchenko mit ihrem Partner Bruno Massot.

In der Nacht auf Mittwoch startet Aljona Savchenko mit ihrem neuen Partner Bruno Massot im Kurzprogramm. In der AZ spricht sie über die Spiele, Veränderungen - und die Allgäuer Küche: "Käsespätzle gehen gar nicht".

In der Nacht auf Mittwoch wird es für Eiskunstläuferin Aljona Savchenko ernst. Wir haben uns vor dem Olympia-Start mit ihr gesprochen.

AZ: Frau Savchenko, jetzt wird es ernst für Sie in Pyeongchang. Am Mittwoch (2 Uhr MEZ) startet mit dem Kurzprogramm der Paarlauf. Wie haben Sie die vorolympische Zeit erlebt?
ALJONA SAVCHENKO: Die Spannung steigt. Es ist einfach immer wieder ein tolles, ein ganz besonderes Gefühl, bei den Olympischen Spielen starten zu dürfen.

Sie sind fünffache Weltmeisterin, aber bei Olympia hat es bislang nur zwei Mal zu Bronze gereicht. Was erhoffen Sie sich diesmal bei den Spielen?
Ich wünsche mir, dass ich am Wettkampftag meine beste Leistung bringen kann. Das ist wirklich alles, was ich mir wünsche - alles andere kommt dann von selbst.

Reden wir kurz über Politik: Hat Sie das Hin und Her zwischen Nord- und Südkorea belastet? Hatten Sie Angst, dass womöglich ein paar Raketen durch die Gegend fliegen?
Ich hatte überhaupt keine Angst. Ich bin Athlet, denke an meine Leistung, die ich bringen muss, konzentriere mich auf das, was getan werden muss, und nicht auf irgendwelche politischen Entscheidungen.

"...und alles andere ist mir egal"

Sehr viel diskutiert wurde und wird auch über die Teilnahme russischer Athleten. Wie beurteilen Sie die Entscheidungen des Internationalen Olympischen Komitees?
Es sind ja nicht nur Russen da, sondern auch noch andere Athleten. Aber das sind alles nicht meine Probleme.

Sie waren auch vor vier Jahren in Sotschi dabei, als die deutsche Olympia-Mannschaft insgesamt 19 Medaillen geholt hat - diesmal sollen es ein paar mehr werden. Spüren Sie Druck und wenn ja: Wie gehen Sie damit um?
Diesen Druck kann man nur sich selbst machen. Ich mache mir jedenfalls keinen Druck. Ich weiß, was ich kann, und alles andere ist mir egal.

Diese und die nächsten Winterspiele finden in Asien statt. Würden Sie Olympia in Europa begrüßen?
In Asien ist Eiskunstlauf sehr bekannt und beliebt. Klar würde ich mich auch freuen, wenn die Spiele wieder in Europa stattfinden würden. Aber als aktiver Sportler kann ich das leider nicht mehr erleben.

Erhöht diese Gewissheit den Druck nun nicht noch mehr?
Ich liebe den Moment und denke nicht daran, was in vier Jahren ist. Erst mal Leistung zeigen, dann kann ich weiter denken. Step by step.

Chemnitz? "Da kommen meine Erfolge her"

Nach vielen Jahren in Chemnitz leben und trainieren Sie nun in Oberstdorf. War das eine große Umstellung?
Chemnitz: Da kommen meine Erfolge her. Jetzt habe ich mit meinem Mann eine Wohung mit Bergblick - das gibt mir Kraft. Ich liebe die Berge!

Wie sieht's mit der käselastigen Allgäuer Küche aus?
Käsespätzle gehen leider gar nicht: viel zu fettig.

Sie haben in Chemnitz sehr lange mit Ingo Steuer als Trainer gearbeitet, nun sind Alexander König und Jean-Francois Ballester Ihre Coaches. Wie wichtig ist so ein Trainer für Sie?
Ein Trainer muss ein Mensch und Vater in einem sein. Der Trainer ist der Einzige, zu dem du hingehst, der weiß, wie schwer dir manche Sachen fallen und wann du mal einen guten und mal einen schlechten Tag hast. Der Trainer ist einfach alles: Motivator, Mentalcoach und Vaterfigur.

Savchenko glaubt an den perfekten Lauf

Auch mit Ihrem Partner Robin Szolkowy standen Sie lange auf dem Eis, insgesamt elf Jahre. Was ist der Unterschied zwischen Szolkowy und Ihrem neuen Partner Bruno Massot?
Ich möchte da gar keine Vergleiche ziehen. Jeder Mensch ist anders, jeder hat Vor- und Nachteile. Es ist jetzt ein anderes Team, und damit muss man klarkommen. Bruno ist größer, und das macht viel aus.

Ist er noch in der Lernphase?
Ich glaube, der ist schon angekommen. Man lernt ja das ganze Leben lang. Ich kann nicht sagen: "Jetzt, mit 30, habe ich alles erreicht." Mit 40 kommen noch mal andere Erfahrungen, andere Denkweisen. Man wächst jedes Jahr, wird besser. Ich lerne jeden Tag, er lernt jeden Tag.

Sie haben unlängst die EM ausgelassen, um noch mehr Zeit zu haben für die Olympia-Vorbereitung. Gibt es eigentlich den perfekten Lauf?
Es wird ihn geben, ja. Für mich ist immer noch eine Steigerung möglich. Lassen Sie sich überraschen!

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