Maria Höfl-Riesch: Die goldenen Spiele - Pyeongchang-Bilanz der Ex-Ski-Queen

In der AZ zieht Ex-Ski-Queen Maria Höfl-Riesch ihre persönliche Pyeongchang-Bilanz. Zum Abschneiden der deutschen Skifahrer sagt sie: "Keine Einzelmedaille ist immer enttäuschend"
| Interview: Thomas Becker
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Die einstige Ski-Queen Maria Höfl-Riesch freut sich über den Goldregen unter anderem durch Biathletin Laura Dahlmeier, Skispringer Andreas Wellinger und Eiskunstläuferin Aljona Savchenko.
dpa Die einstige Ski-Queen Maria Höfl-Riesch freut sich über den Goldregen unter anderem durch Biathletin Laura Dahlmeier, Skispringer Andreas Wellinger und Eiskunstläuferin Aljona Savchenko.

Die einstige Ski-Queen gewann bei Olympischen Spielen drei Mal Gold und ein Mal Silber, zudem war die 33-Jährige zwei Mal Weltmeisterin. 2014 beendete sie ihre Karriere. Bei Olympia war sie als ARD-Expertin im Einsatz.

AZ: Frau Höfl-Riesch, wie haben Sie Ihre ersten Olympischen Spiele ohne Startnummer und Rennstress erlebt?
MARIA HÖFL-RIESCH: Puh, am Anfang habe ich gedacht: "Wie soll ich das hier drei Wochen lang aushalten?" Aber es war dann doch alles ganz nett. Durch die vielen wetterbedingten Verschiebungen bei den Alpin-Wettbewerben hat es uns ein bisschen blöd erwischt: Es sind zwei Sendetage ausgefallen. Dadurch hatte ich in der zweiten Woche nicht mehr allzu viel vor der Kamera zu tun.
Wie hat es Ihnen in Pyeongchang gefallen?
Da kann man nicht gerade sooo viel machen. Das war bei meinen anderen Olympischen Spielen anders, da war abseits der Wettkämpfe mehr los. Aber alles in allem war es schon gut, dabei zu sein. Auch wenn unsere Alpinen leider ein bissl enttäuscht haben.
Sind Sie gar nicht zum Skifahren gekommen?
Das war vom Transport und von den Wegen her eher kompliziert, weil alles so weit auseinander liegt. Und es war extrem kalt und windig – ich wollte mich vor den Sendungen nicht noch erkälten. Deswegen habe ich auf das Skifahren lieber verzichtet. Aber komisch war das schon.
Klingt nicht gerade nach Olympia-Feeling...
Das kam nicht so wirklich auf, stimmt. Wenigstens lief es für das deutsche Team gut.
Welche Wettkämpfe haben Sie außer den alpinen denn verfolgen können?
Wegen der Transport- und Wettersituation und da ich nach der ersten Woche alleine hier war – mein Mann Marcus musste wieder nach Hause, und der Rest vom ARD-Team war in Gangneung –, bin ich oft ins Deutsche Haus und habe die Wettkämpfe von dort aus angeschaut. Beim Sieg der Eishockey-Spieler gegen Schweden war ich im Stadion, und weil mir das so gut gefallen hat, habe ich mir auch das Halbfinale gegen die Kanadier live angeschaut.
Wie war die Stimmung im Deutschen Haus?
Als ich da war, war die Stimmung immer toll, gerade wenn dann noch ein paar Sportler vorbei kamen, die Medaillen geholt haben. Das war echt cool.
Bei Ihren ehemaligen Alpin-Kollegen gab es eher wenig zu jubeln. Wie fällt Ihr Fazit aus?
Keine Einzelmedaille ist immer enttäuschend. Wobei man sagen muss, dass die wirklichen Chancen schon auch begrenzt waren. Viktoria Rebensburg im Riesenslalom: Das war sozusagen die sichere Medaille, aber sicher ist eben nie etwas, Olympia hat seine eigenen Gesetze. Bei unseren Speed-Jungs hätte schon wirklich alles passen müssen. Sie sind ordentliche Rennen gefahren: Thomas Dreßen Bester in der Kombi-Abfahrt und Fünfter in der Spezial-Abfahrt – das ist ja wirklich gut. Aber bei Olympia zählen halt nur Medaillen. Trotzdem hat sich die Herren-Mannschaft in der Abfahrt gut präsentiert.
Im Gegensatz zum Damen-Team.
Der Slalom war natürlich ein Desaster, im Riesenslalom war auch Pech dabei, mit zwölf Hundertstelsekunden von Rebensburg bis zur Medaille und dem Riesen-Fehler im ersten Durchgang. Im Super-G hätte sie schon auch noch eine Medaille machen können, legt dann aber an der letzten Zwischenzeit einen Bremsschwung ein. Vom Grundsatz ist es halt schon arg, dass bei den Damen in keiner Disziplin mit der vollen Teilnehmerzahl angetreten werden konnte. In der Kombi war gar keine am Start, im Slalom drei, im Riesenslalom nur die Vicky, in Abfahrt und Super-G je zwei: Das ist schon mager. Ich bin gespannt, wie es da weitergeht.
Und wenn es für Viktoria Rebensburg tatsächlich die letzten Spiele waren...
...dann schaut’s wirklich böse aus.
Wie haben Sie Ihre Freundin und Ex-Rivalin Lindsey Vonn bei ihren letzten Spielen erlebt?
Natürlich wollte sie unbedingt Abfahrts-Gold und war wahrscheinlich schon ein bisschen enttäuscht. Aber sie ist dankbar, dass sie nochmal eine Medaille mitnehmen konnte, wenn auch nur die bronzene, aber die muss man auch erst mal gewinnen. Sie hat einen sehr glücklichen, entspannten Eindruck gemacht.
2014 in Sotschi durften Sie bei der Eröffnungsfeier die deutsche Fahne tragen, in Pyeongchang war es Eric Frenzel. Was glauben Sie: Wer ist nun bei der Abschlussfeier dran?
Laura Dahlmeier wäre doch gut, oder?
Na klar. Und was war nun Ihr schönster Olympia-Moment in Pyeongchang?
Der Dreifach-Erfolg der Nordischen Kombinierer! Das war einfach sensationell.

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