„Im Röckchen fühle ich mich sehr wohl“

Kickbox-Weltmeisterin Christine Theiss kommt groß raus: Sat.1 zeigt sie im Vorprogramm von Felix Sturm. Die Ärztin tritt erstmals im neuen Outfit an – und hat Kim Wilde an ihrer Seite.
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Dr. Christine Theiss hat ihren WM-Titel verteidigt.
dpa Dr. Christine Theiss hat ihren WM-Titel verteidigt.

Kickbox-Weltmeisterin Christine Theiss kommt groß raus: Sat.1 zeigt sie im Vorprogramm von Felix Sturm. Die Ärztin tritt erstmals im neuen Outfit an – und hat Kim Wilde an ihrer Seite.

AZ: Frau Theiss, fast hätten wir Ihre Sparringspartnerin nicht erkannt. Kim Wilde hatten wir anders in Erinnerung. Jünger. Und als Rockröhre, jedenfalls nicht als Kickboxerin im Ring.

CHRISTINE THEISS (30): Ich finde, sie hat sich sehr gut gehalten. Und für eine 50-Jährige ist sie unglaublich fit. Ich hab’ ihr ein bisserl unseren Sport gezeigt – und schnell gemerkt, dass sie besser boxt als ich singe.

Trotzdem wird sie am Samstag nicht an Ihrer Stelle in den Ring steigen, sondern für Sie singen, vor Ihrem WM-Kampf in der Kölner Lanxess Arena, dem Vorkampf von Felix Sturm, live bei Sat.1. Wie sind Sie auf Kim Wilde gekommen? Als sie 1981 mit „Kids in America“ ihren größten Hit veröffentlichte, liefen Sie doch noch im Strampler rum.

Wahrscheinlich konnte ich da noch nicht mal laufen. Aber ich mag die 80er Jahre, ich liebe die Musik von damals. Und Kim ist eine echte Persönlichkeit. Sehr sympathisch.

Worum geht’s denn in „Lights down low“, dem Song, den sie im Ring für Sie singen wird?

Naja: Um eine attraktive Frau.

Danke für die Überleitung. Für Ihren Megakampf vor einem Millionenpublikum im Fernsehen werden Sie am Samstag in einem neuen, knappen Kampf-Outfit in den Ring steigen. Sex sells?

In dem Röckchen fühle ich mich sehr wohl. Ich finde auch im Sport Lockmittel legitim. Ich will, dass man mir beim Kämpfen zuschaut, ich will, dass man meinen Sport verfolgt. Wenn ich es schaffe, dass einer ein paar Minuten länger an der Glotze hängen bleibt, weil er das Outfit als sexy empfindet, und am Ende den Sport toll findet, habe ich damit keinerlei Problem. Warum einer erstmal zuschaut, ist mir egal.

Auch wenn er gar nicht auf Ihre Fäuste und Füße, sonders anderswohin schaut?

Ach, jetzt übertreiben Sie mal nicht so! Man sieht nichts, was ich nicht zeigen will. Wann immer ich zum Baden gehe, sehen Sie mehr von mir. Die Männer treten beim Boxen ja auch nur in kurzen Höschen an. Soweit würde ich natürlich nicht gehen, aber mir gefällt das Outfit.

Es stört Sie gar nicht, dass Sie sich als Frau präsentieren müssen, um als Sportlerin wahrgenommen zu werden?

Nein, so ticken die Leute eben. Regina Halmich hätte als hässliches Entlein wahrscheinlich auch nicht den Erfolg gehabt und ich bin mir sicher, dass es Felix Sturm auch nicht geschadet hat, dass er diesen durchtrainierten Body hat. Beim Essen isst das Auge auch mit, beim Fernsehen sind visuelle Reize halt das A und O. Aber ich denke, dass auch der, der vielleicht wegen des Outfits hängen bleibt, am Ende den Sport schaut und nicht meinen Rock.

Wie sehr waren Sie in die Ausarbeitung des Outfits eingebunden?

Eine Freundin von mir ist Modedesignerin. Carina, ihre Partnerin Nora und ich haben uns dann zusammengesetzt und mehrere Sachen durchgedacht. Wir haben uns bei der Funktionalität von Tennisröcken inspirieren lassen. Dann haben wir auch mit verschiedenen Farben gespielt – und am Ende kam eben dieses Outfit raus. Das Beingefühl ist da sehr gut und der Wohlfühlfaktor extrem hoch.

Wie nervös sind Sie denn jetzt, ein paar Tage vor Ihrem größten Kampf, vor der Erfüllung Ihres großen Traumes?

Komischerweise nimmt die Nervosität ab. Vor ein paar Wochen sah es in mir noch ganz anders aus, jetzt freue ich mich einfach nur noch auf dem Kampf, auf diese Chance.

Dabei können Ihre Eltern gar nicht live dabei sein.

Ja, das ist richtig gemein, aber sie hatten schon ihren Urlaub in Tansania gebucht. Mein Ehemann Hans wird aber dabei sein und mein Bruder auch. Wir werden auch einen Bus chartern mit Freunden, die mich dann hoffentlich lautstark unterstützen.

So wie Kim Wilde es tut. Vielleicht bringen Sie die Rockröhre ja doch noch auf den Geschmack.

Talent hat sie, das hab’ ich schon beim Training gemerkt. Da hat sie sich um nix geschissen. Und ihre Rechte hat einen ordentlichen Wumms.

Interview: Matthias Kerber, Gunnar Jans

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