Vettel: Wenn das Schumi-Gen in die Quere kommt

Vettels Crash beim Saisonauftakt der Formel 1 in Melbourne erinnert an sein großes Vorbild. „Der Sebastian ist dem Michael gleich."
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Der Moment des frusts: Sebastian vettel und Robert Kubica kollidieren in Australien.
firo/Augenklick Der Moment des frusts: Sebastian vettel und Robert Kubica kollidieren in Australien.

Vettels Crash beim Saisonauftakt der Formel 1 in Melbourne erinnert an sein großes Vorbild. „Der Sebastian ist dem Michael gleich."

MÜNCHEN „Baby-Schumi“ nennt Sebastian Vettel niemand mehr. Diesen Spitznamen hat sich der jüngste Formel-1-Rennsieger aller Zeiten schon kurz nach seinem Debüt 2007 entschieden verbeten. Andererseits würde auch niemand mehr auf die Idee kommen, „Baby“ zu sagen zu Vettel. Dafür hat sich der 21-jährige Heppenheimer einfach zu viel Respekt verschafft in der Formel 1.

Das hat sich auch nach seiner Kollision mit BMW-Pilot Robert Kubica in Melbourne nicht geändert. Im Gegenteil: Obwohl Vettel den heranrauschenden Kubica, trotz stark rutschender Reifen, nicht vorbeiließ, den BMW-Fahrer von der Strecke bugsierte und so sich selbst und Kubica um einen Platz auf dem Podest brachte, blieben die Beschimpfungen hinterher aus. „Warum hast du das gemacht?“, wollte BMW-Motorsportchef Mario Theissen hinterher nur wissen von seinem einstigen Lieblingsschüler, den er einst in die Formel 1 gebracht hatte.

Eine Standpauke gab’s nicht. Nicht von Theissen, erst recht nicht von Michael Schumacher. Der Rekord-Weltmeister und jetzige Ferrari-Berater nahm Vettel sogar in Schutz. „Das war ein ganz normaler Rennunfall“, sagte er, „Vettel war innen und konnte sich ja nicht in Luft auflösen.“ Schumacher ist schon länger bekennender Vettel-Fan. Er sieht, genauso übrigens wie Formel-1-Boss Bernie Ecclestone, im Red-Bull-Piloten etwas, was auch ihn, den besten Formel-1-Fahrer aller Zeiten, stets auszeichnete: den unbedingten und unnachgiebigen Willen zum Sieg nämlich.

"Sebastian weiß, wann er Bockmist gebaut hat"

Ein paar Unfälle hier und da gehören da einfach dazu. „Vom Ehrgeiz her und dem Willen, aus allem das Beste zu machen, ist der Sebastian dem Michael gleich“, sagt in Gerhard Noack einer, der es wissen muss. Noack, ein Karthändler aus Kerpen, gilt als Entdecker und erster Förderer von Schumacher und Vettel. Schon als Vettel sieben Jahre alt war, will Nock im Buben das, wie er es nennt, „Schumi-Gen“ entdeckt haben.

In Melbourne ist Vettel eben jene Veranlagung in die Quere gekommen. „Es war ein dummer Rennunfall. Ich hätte zwei, drei Schritte vorausdenken und Robert vorbeilassen sollen. Bis ins Ziel hätte ich ihn mit meinen kaputten Reifen sowieso nicht aufhalten können“, sagte Vettel, als alles vorüber war. Während des Rennens aber hatte es Vettel noch darauf ankommen lassen. Eben so, wie Schumacher es immer darauf ankommen ließ.

Doch ein Schumacher-Klon ist Vettel nicht. Der 21-Jährige kann Einsicht zeigen. „Sebastian weiß, wann er Bockmist gebaut hat“, sagt Noack. „Ich bin ein Idiot, es tut mir sehr, sehr, sehr leid“, funkte Vettel am Sonntag direkt nach dem Unfall an die Box. Und auch die 50000-Dollar-Strafe der FIA nahm er klaglos an. Von Schumacher war man da anderes gewöhnt. Filippo Cataldo

Filippo Cataldo

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