Vettel schert sich nichts

Vor dem Formel-1-Saisonauftakt am Sonntag in Melbourne gibt sich der Titelverteidiger betont locker. Er findet sogar die Zeit, auf einer Farm im Outback ein Schaf von seiner Wolle zu befreien.
| Filippo Cataldo
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Da schmeckt die Siegerpulle - Vettel triumphierte in Australien.
Rauchensteiner Da schmeckt die Siegerpulle - Vettel triumphierte in Australien.

MELBOURNE Rasieren gehört sicher nicht zu den liebsten Beschäftigungen im Leben des Sebastian Vettel. Meist ziert ein heller Fünf- bis Zehn-Tage-Flaum das Gesicht des Formel-1-Weltmeisters. Doch einmal ein Schaf von seiner Wolle befreien, das habe er sich schon als Kind gewünscht. Und so nutzte Vettel die Akklimatisierungsphase vor dem Start in die neue Formel-1-Saison am Sonntag in Melbourne (8 Uhr MEZ, RTL und Sky live), um einer australischen Schafsfarm einen Besuch abzustatten. „Ich mag Tiere und das Ländliche", ließ der 23-Jährige wissen, ehe er in der Warrock Farm mit einem breitkrempigen Hut auf dem Kopf und der Kleidung seines Rennstalls Red Bull am Körper den Farm-Azubi mimte.


Das Tier machte es ihm leicht und ertrug die zaghaften und vorsichtigen Rasierbemühungen des besten Autofahrers der Welt erstaunlich geduldig. Danach durfte Vettel noch mit Hilfe von Hütehund Jack die Schafherde über die Weide treiben. Was man halt alles so macht, um den Jetlag zu überwinden und noch nicht an die Rennstrecke darf. „Das hat Spaß gemacht“, beteuerte Vettel, ehe er seine Konkurrenten, die vielleicht auch die etwas unbeholfenen Bemühungen des Weltmeisters auf der Farm sehen werden, warnte: „Ganz so schüchtern werde ich am Sonntag nicht zu Werke gehen.“ Das Ziel für die neue Saison ist das gleiche wie im Vorjahr. „Jetzt habe ich die Nummer 1 auf dem Auto und jetzt will ich sie auch nicht mehr hergeben. Das ist das Ziel für dieses Jahr", sagte er.


Tatsächlich sieht die Mehrheit der Teamchefs den jüngsten Weltmeister aller Zeiten wieder als Topfavorit auf den Titel. In den Wintertests war Red Bull immer vorne mit dabei, Star-Designer Adrian Newey scheint das Erfolgsmodell aus dem Vorjahr noch schneller gemacht haben – und das sogar, völlig untypisch für ihn, ohne spektakuläre Design-Experimente.
„Keiner weiß so richtig bis jetzt, wo man steht“, sagt Vettel zwar. Auch Ferrari-Star Fernando Alonso, letzte Saison von Vettel erst im letzten Rennen eingeholt und überholt, sei „sehr, sehr stark“, zudem sei mit den Silberpfeilen mit Michael Schumacher und Nico Rosberg zu rechnen. Aber wer Vettel kennt, weiß, dass er sich ohnehin nichts schert. Die Konkurrenz interessiert ihn nur bedingt – sofern sie hinter ihm ins Ziel kommt.


Dass am Sonntag im 24-köpfigen Fahrerfeld mit ihm, Alonso, Schumacher, Jenson Button, Lewis Hamilton (beide McLaren-Mercedes) gleich fünf Weltmeister in der Startaufstellung stehen werden, die sich alle den Titel zurückholen wollen in dieser Saison, hält Vettel für „nichts Besonderes“. Die Zahl der Weltmeister sei nicht entscheidend, „es gibt immer sehr schnelle Fahrer, die meist in den schnellsten Teams sind".


Dass Rekordweltmeister Schumacher nach seiner eher mäßigen Comeback-Saison 2010 heuer endlich wieder an die Spitze fahren will und muss, quittiert Vettel mit einem Lächeln. „Ich hätte nichts dagegen, wenn Michael erfolgreich wäre. Ich würde mich sehr freuen, wenn er Zweiter werden würde am Ende." Mehr Gefahr für Vettel dürfte freilich vom Spanier Alonso ausgehen. Die meisten Experten halten den Ferrari-Piloten noch immer für den etwas besseren Fahrer im Vergleich zu Vettel. „Ich will Revanche für letztes Jahr“, tönte Alonso schon, „der WM-Pokal gehört am Ende dieses Jahres mir – und so wird es 2012, 2013 und all die anderen Jahre sein.“
 

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