Sebastian Vettel droht Anschluss zu verlieren

Gerade zur intensivsten Zeit der Formel-1-Saison befindet sich Sebastian Vettel nicht in Topform. Auch in Spielberg spricht mehr für seinen Rivalen. Trotzdem: "Es gibt keinen Grund, Panik zu schieben."
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Sebastian Vettel wurde bei seiner Ankunft in Österreich von kaltem Nieselregen empfangen, die Gipfel der Berge rund um die Rennstrecke waren verhüllt von dunklen Wolken – wer Symbolik suchte, der fand sie in diesem Augenblick. Nicht nur, dass sich die deutsche Fußballnationalmannschaft tags zuvor mit Pauken und Trompeten von der Fußballweltmeisterschaft verabschiedet hat. Auch in der Formel-1-WM, im Dauer-Zweikampf mit Rivale und Spitzenreiter Lewis Hamilton, wird es für Vettel vor dem Großen Preis in Spielberg langsam ungemütlich.

Eine Woche nach der krachenden Niederlage des Ferrari-Stars in Frankreich geht es in der Steiermark weiter, nur sieben Tage später steht bereits Silverstone auf dem Programm. Und bei den beiden verbleibenden Rennen dieses ersten Triple-Headers in der Formel-1-Geschichte spricht auf den ersten Blick ziemlich viel für Weltmeister Hamilton im Mercedes.

Sebastian Vettel: Optimistisch in die Steiermark

"Auf dem Papier sollten wir uns in Österreich in einer guten Ausgangslage befinden", sagt Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff: "Wir hatten das schnellste Auto in Frankreich, und wir haben in der Vergangenheit gute Leistungen in Spielberg gezeigt."

Gute Leistungen? Das ist – mit Verlaub – leicht untertrieben. Seit Österreich mit dem Red Bull Ring 2014 ins Formel-1-Programm zurückgekehrt ist, gab es nur Siege von Silberpfeilen: zweimal Nico Rosberg, einmal Hamilton und im vergangenen Jahr Bottas. Österreich ist Mercedes-Land. Zwar ist das Sternen-Team 2018 längst nicht mehr so dominant wie in den vergangenen Jahren. Doch der neue, glatte Asphalt und das flüssige Layout des Red-Bull-Rings sollten dem W09 liegen.

Noch deutlicher spricht die Statistik beim folgenden Rennen in England für Vettels Rivalen: Hamilton gewann seinen Heim-Grand-Prix zuletzt viermal in Serie. Die drei Rennen in nur 15 Tagen, die Tour durch Frankreich, Österreich und England, könnten Vettel schmerzen und eine bislang so vielversprechende Saison verderben.

Falls die Saison bisher aber irgendetwas gelehrt haben sollte, dann dies, dass die Gewissheiten der Vergangenheit kaum mehr zählen. So reiste der Formel-1-Tross in den letzten Monaten schon zu einigen vermeintlichen Mercedes-Kursen, doch als die Autos auf die Strecken gingen, war von Vorteilen für Silber nichts mehr zu sehen. Das liegt auch daran, dass das über vier Jahre scheinbar unfehlbare Werksteam zuletzt häufig und unerwartet Schwächen offenbarte. So sah man bislang nur in Barcelona und zuletzt in Le Castellet einen völlig dominanten Weltmeister-Rennstall – an anderen Orten kämpfte dieselbe Mannschaft dagegen um den Anschluss nicht nur an Ferrari, sondern auch an Red Bull.

Und das Team des österreichischen Getränkeriesen rechnet sich beim Heim-Grand-Prix durchaus Chancen aus, das Duell zwischen Ferrari und Mercedes wieder mal zum Dreikampf zu machen. Man dürfe in diesem Jahr daher "nichts mehr als selbstverständlich ansehen", sagt auch Wolff: "Dafür liegt die Performance der drei Top-Teams viel zu eng zusammen."

Trotz der auf den ersten Blick trüben Aussichten schiebt Vettel entsprechende Gedanken daher weit weg. Und er hat die Gewissheit, dass sein Wagen in diesem Jahr mit dem Silberpfeil des Briten mithalten kann. "Es gibt keinen Grund, Panik zu schieben", sagt er, "in Österreich kann alles wieder ganz anders aussehen." Macht Vettel ausgerechnet dort Boden gut, dann wäre das ein echtes Zeichen der Stärke.

Am Rennsonntag soll übrigens die Sonne strahlen.

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