Schon jetzt ein Klassiker

In der Wasserschlacht von Montreal vergibt Sebsatian Vettel kurz vor Ende den Sieg. Michael Schumacher ist gut wie nie – und Lewis Hamilton dreht durch.
| AZ Sportredaktion
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Dauerregen, Unfälle, 125 Minuten Unterbrechung, insgesamt vier Stunden Rennen und sechs Safety-Car-Phasen: Der Grand Prix von Kanada am Sonntag auf der lange überfluteten Strecke in Montreal hatte alles, was einen echten Formel-1-Klassiker ausmacht. Weltmeister Sebastian Vettel wollte nach seinem Ausrutscher am Ende nur noch schreien, Rekordchampion Michael Schumacher lieferte mit Glückspenny im Auto das beste Rennen seit seinem Comeback, Sieger Jenson Button fuhr mit sechs Boxenstopps im Gepäck auf Platz eins und Rüpel Lewis Hamilton verbrachte große Teile des Rennens plauschend mit Popstar Rihanna in der Boxengasse anstatt auf der Strecke. Die AZ erklärt das Wahnsinns-Rennen von Montreal:

DAS REGENCHAOS: Schon vom Start weg mussten die Fahrer wegen des starken Regens hinter dem Safety-Car herfahren. Kaum war es weg, kam es auch schon wieder. Fahrer Bernd Mayländer musste so oft raus wie noch nie zuvor – 30 Runden war Mayländer in Montreal unterwegs. Nach 26 Runden wurde das Rennen wegen der Wassermassen auf der Strecke für gut zwei Stunden unterbrochen. „Zwischen Kurve 9 und 13 ist es unfahrbar“, meldete Vettel via Boxenfunk, kurz bevor das Rennen ausgesetzt wurde. Nach der zweistündigen Pause führte Mayländer das Feld neun Runden um den Kurs, der immer trockener wurde. Zwei Runden nach dem Restart musste Mayländer nach einem Crash von Alonso wieder raus. Vier Stunden nach dem Start und weiteren Safety-Car-Phasen rollte Button dann als Regenkönig über die Ziellinie. Es war das längste Rennen aller Zeiten.

VETTELS FEHLER: Jenson Buttons (31) Tag hatte wie gebraucht begonnen und wie ein Traum geendet. Insgesamt sechsmal musste Button inklusive einer Durchfahrtsstrafe in die Box. Das hinderte ihn aber nicht am Sieg. Vom letzten Platz zur Hälfte des Rennens schoss der Brite auf Platz eins, das gelang noch keinem Piloten vor ihm. „Heldenhaft, majestätisch, glorreich, herrlich“, kommentierte McLaren-Chef Martin Whitmarsh den Husarenritt seines Fahrers. Letztes Opfer des Überholwahns von Button: Sebastian Vettel (23). Der WM-Führende lag bis zwei Kilometer vor dem Ziel vor Button in Führung, drehte sich dann aber nach einem Fahrfehler in der letzten Schikane und verlor das Rennen. „Ich könnte schreien vor Wut. Der Fehler geht klar auf meine Kappe.“ Button konnte sein Glück dagegen kaum fassen: „Das war der beste Sieg meiner Karriere. Klar war es ein Fehler Vettels, aber ich habe mir das Glück verdient.“ Vettel kann sich nun bis zum nächsten Rennen entspannen – beim Gemüseanbau: „Ich habe angefangen, etwas Gemüse anzupflanzen. Manchmal brauche ich einfach eine Vollbremsung für den Kopf“, verriet der Heppenheimer.

SCHUMACHERS COMEBACK: Mit Glückspenny im Auto raste Michael Schumacher in Montreal auf Platz vier und schaffte damit nach der harten Kritik an seinen Leistungen einen echten Befreiungsschlag. Einen Podestplatz verpasste der 42-Jährige im Silberpfeil nur knapp, lag kurzzeitig sogar auf Rang zwei, nachdem er Kamui Kobayashi und Felipe Massa fast wie in glorreichen alten Zeiten hatte stehen lassen. Platz vier bedeutet das beste Ergebnis seit dem Comeback des Regenspezialisten. „Unter solchen Bedingungen kann man den Unterschied immer noch klar und deutlich darstellen“, sagte der Mercedes-Fahrer verschmitzt grinsend über seinen Super-Auftritt. Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug: „Er hat das Auto ausgequetscht. Das war Weltklasse.“ Die Glücksmünze wurde Schumacher übrigens von seiner Gattin Corinna während der Rennunterbrechung zugesteckt. Grinsend zeigte er das gute Stück nach dem Rennen herum. Über die zuletzt spekulierte Vertragsverlängerung bei Mercedes wollte Schumacher aber nicht viel sagen: „Wir sind noch nicht ganz da.“

HAMILTONS PLÄUSCHCHEN: „Crash-Kid“ Lewis Hamilton (26) musste nach dem Rennen wieder einmal herbe Kritik einstecken, dabei hatte der Freund von Nicole Scherzinger die meiste Zeit doch mit dem spärlich bekleideten Popstar Rihanna in der Boxengasse geplauscht. In der achten Runde hatte Ex-Weltmeister Hamilton bei einem übermotivierten Überholversuch in Rambo-Manier seinen Teamkollegen Button gerammt. „Was macht der denn da?“, fragte der verdutzte Button über Boxenfunk. Für Hamilton war es der fünfte Crash in zwei aufeinanderfolgenden Rennen. Der Brite wollte noch zur Box, wurde aber von seinem Team aus dem Rennen genommen. „Lewis dachte wohl, das Ziel wäre in Kurve drei“, ätzte Red-Bull-Pilot Mark Webber. Niki Lauda wurde deutlicher: „Der ist komplett wahnsinnig. Da kann es Tote geben, wenn er so fährt.

 

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