Rosberg: "Jedes Rennen wie ein Pokalfinale"

In Monza beginnt der Endspurt: Nico Rosberg muss seinen Spa-Sieg bestätigen, doch Lewis Hamilton ist der große Favorit im WM-Duell - und Ferrari will beim Heimspiel sein schwaches Jahr retten. Einiges spricht für eine unterhaltsame Restsaison.  
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Neun Punkte trennen Nico Rosberg im WM-Klassement vom führenden Weltmeister Lewis Hamilton.
Rauchensteiner/Augenklick Neun Punkte trennen Nico Rosberg im WM-Klassement vom führenden Weltmeister Lewis Hamilton.

In Monza beginnt der Endspurt: Nico Rosberg muss seinen Spa-Sieg bestätigen, doch Lewis Hamilton ist der große Favorit im WM-Duell - und Ferrari will beim Heimspiel sein schwaches Jahr retten. Einiges spricht für eine unterhaltsame Restsaison.

Monza - Zumindest einen Tag lang war die Formel 1 für Nico Rosberg mal ganz weit weg. Keine Gedanken an den Titelkampf, an seinen Teamrivalen Lewis Hamilton oder das wichtige Rennen am Sonntag in Monza - der erste Geburtstag seiner Tochter Alaïa am Dienstag stand für den Mercedes-Piloten im Mittelpunkt.

"Ein Vater zu sein, hat alles verändert und mir gezeigt, was wirklich wichtig ist", schrieb der 31-Jährige bei Twitter zu einem Foto mit seiner "Prinzessin". Schon an diesem Wochenende ist allerdings wieder der Rennfahrer Rosberg gefragt. Die Arbeit ruft, und sie stellt den Vizeweltmeister vor eine echte Herausforderung.

Beim Großen Preis von Italien (Sonntag, 14 Uhr/RTL und Sky) muss Rosberg seinen Sieg vom vergangenen Rennen in Spa wiederholen. Nur dann wäre ihm ein echtes Comeback im Kampf um seinen ersten WM-Titel geglückt. Von nun an werde er daher jedes der verbleibenden acht Saisonrennen "wie ein Pokalfinale" angehen, sagte Rosberg vor der Reise nach Italien.

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Der Grand Prix in Belgien war da eher ein Aufwärmprogramm nach der Sommerpause: Hamilton hatte nach einer Strafe wegen des Wechsels einiger Motorenteile vom Ende des Feldes starten müssen, Rosbergs Triumph war nie gefährdet. Noch neun Punkte trennen den Deutschen im Klassement nun vom führenden Weltmeister.

 

 

Mit einem Erfolg in Monza, beim letzten Europa-Rennen dieses Jahres, wären die Uhren vor dem Endspurt fast auf Null gestellt. "Mein Bauchgefühl sagt mir, dass wir noch lange warten müssen, bis wir erfahren, wer am Ende ganz oben steht", sagt Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff.

Klarer Favorit trotz des recht engen Punktestandes ist jedoch Hamilton. Sechs der vergangenen acht Rennen hat der Engländer gewonnen. Mit den Motoren-Wechseln in Spa schloss er zudem weitere Sanktionen in diesem Jahr quasi aus und raste dennoch von Startplatz 21 auf Rang drei.

 

 

"Die Strafen sind aus dem Weg geräumt, die frischen Motoren einsatzbereit", sagte Hamilton: "Jetzt geht es für mich richtig los." 2014 und 2015 gewann er in Monza, Rosberg dagegen hat nie auf der Hochgeschwindigkeitspiste im Königlichen Park triumphiert.

Auch in diesem Jahr dürften für den Sieg nur die Silberpfeile in Frage kommen, allerdings zeigte sich in Spa eine durchaus "gestärkte Konkurrenz", wie Wolff sagt: "Wenn es so weitergeht, erwartet uns ein unterhaltsamer Saisonendspurt." Der frühe Crash des Ferrari-Duos Sebastian Vettel und Kimi Räikkönen mit Red-Bull-Youngster Max Verstappen verhinderte in Belgien einen Mehrkampf um das Podest, doch schon Training und Qualifying hatten gezeigt: Mercedes war selbst auf der schnellen Ardennen-Strecke nicht unverwundbar.

Und das Duell Ferrari gegen Red Bull ist mittlerweile eines auf Augenhöhe. Nach Monza bringen die Roten nun ein weiteres Motoren-Update, die viel kritisierte Scuderia muss am Sonntag zumindest aufs Podest fahren - mit Blick auf höhere Ziele bremst Vettel aber die Erwartungen.

"Man kann es nicht verbergen", sagte er dem Corriere della Sera: "Wir sind nicht wettbewerbsfähig genug, um ein Rennen zu gewinnen. Vielleicht müssten wir geduldiger sein." Diese Empfehlung dürfte in Italien allerdings verhallen - seit 2010 warten die Tifosi schon auf einen Heimsieg.

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