Räikkönen triumphiert in Sepang

Der finnische Ferrari-Pilot hat am Ostersonntag souverän den Großen Preis von Malaysia gewonnen und seinen Anspruch auf die Titelverteidigung in der Formel 1 unterstrichen. Rennstallkollege Massa patzte.
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Roter Flitzer: Räikkönen im Ferrari
dpa Roter Flitzer: Räikkönen im Ferrari

Der finnische Ferrari-Pilot hat am Ostersonntag souverän den Großen Preis von Malaysia gewonnen und seinen Anspruch auf die Titelverteidigung in der Formel 1 unterstrichen. Rennstallkollege Massa patzte.

Weltmeister Kimi Räikkönen hat sich für das Auftaktfiasko eindrucksvoll rehabilitiert und in der «Sauna» von Sepang eiskalt zurückgeschlagen. Der finnische Ferrari-Pilot gewann am Ostersonntag souverän den Großen Preis von Malaysia und unterstrich damit eindrucksvoll seine Ansprüche auf die Titelverteidigung. Der Traum der Roten von einem Doppelerfolg beim zweiten Saisonlauf zur Formel-1-Weltmeisterschaft platzte jedoch jäh, als Felipe Massa nach rund einer Stunde ins Kiesbett rutschte. Robert Kubica bestätigte als Zweiter mit seinem bislang besten Ergebnis den Aufwärtstrend von BMW-Sauber.

Das McLaren-Mercedes-Duo Lewis Hamilton und Heikki Kovalainen machte nach der Strafversetzung noch das Beste aus dem Rennen: Der Finne Kovalainen feierte als Dritter seinen ersten Podestplatz im Silberpfeil. Melbourne-Triumphator Hamilton kam trotz eines großen Zweitverlustes beim Reifenwechsel nach 310,408 Kilometern noch auf Rang fünf. Aus deutscher Sicht war Sepang ein Desaster. Nur Nick Heidfeld fuhr im BMW-Sauber als Sechster in die Punkte. Timo Glock, Adrian Sutil und Sebastian Vettel schieden dagegen vorzeitig aus. Nico Rosberg belegte im Williams-Toyota den 14. Platz. In Melbourne hatten Heidfeld als Zweiter und Rosberg als Dritter noch für eine Sternstunde gesorgt. Räikkönen siegte auf dem 5,543 Kilometer langen Sepang International Circuit bei 30 Grad Hitze und 70 Prozent Luftfeuchtigkeit ungefährdet in 1:31:18,555 Stunden. Kubica lag 19,5 Sekunden zurück, Kovalainen 38,4 Sekunden. Räikkönens Teamkollege Felipe Massa musste die Hoffnung auf den scheinbar sicheren zweiten Platz in der 31. Runde von 56 Runden begraben: Der Brasilianer rutschte aus bislang unbekannten Gründen ins Kiesbett und steckte dort mit durchdrehenden Rädern fest. «Es war ein komisches Gefühl. Irgendetwas ist ausgefallen», sagte Massa tief frustriert, nachdem er schon in Melbourne wegen eines Problems im Motorenumfeld ausgefallen war. Damit war der Traum der Roten vom Doppelerfolg geplatzt. Hamilton verteidigte in der Gesamtwertung mit 14 Punkten die Spitzenposition. Räikkönen rückte mit elf Zählern auf Rang zwei vor vor dem punktgleichen Heidfeld. Kovalainen (10) ist Dritter.

Frust bei den deutschen Fahrern

Für das deutsche Trio Heidfeld, Rosberg, Glock begann das Rennen frustrierend. Der Melbourne-Zweite verlor nach dem Start fünf Plätze, nachdem er und Jarno Trulli im Toyota leicht mit den Vorderrädern aneinandergeraten waren, und musste sich vom zehnten Rang wieder mühsam nach vorne arbeiten. Rosberg und Glock rauschten nach einer Runde ineinander. Während der 22 Jahre alte Wiesbadener einen Frontflügel verlor und nach einer Reparatur weiterfahren konnte, musste sein Landsmann seinen Toyota in der Box abstellen. «Ich habe einen Schlag auf die Hinterachse bekommen. Die Hinterradaufhängung ist gebrochen», sagte Glock. «Ich bin im Moment schon angefressen.» Auch beim Auftakt in Australien war der 26-Jährige ausgeschieden. Adrian Sutil schied als nächster Deutscher in der siebten Runde aus. Der Force-India-Pilot aus Gräfelfing hatte sich vom 21. bis auf den 14. Platz vorgekämpft. «Wahrscheinlich war es wieder ein Problem mit der Hydraulik. Ich konnte nicht mehr in andere Gänge schalten», sagte Sutil. «Das ist schon schade.» In Melbourne war er ebenfalls wegen eines Hydraulikschadens vorzeitig ausgeschieden. Dann fiel Vettel in der 41. Runde als Dritter aus. «Der Hydraulikdruck ist gesunken. Daran hängt alles. Dann hat der Motor aufgegeben», sagte der 20 Jahre alte Toro-Rosso-Pilot aus Heppenheim. Pole-Mann Massa verteidigte seinen ersten Startplatz trotz energischen Widerstands seines Teamkollegen. Beide Ferrari fuhren ungefährdet vorne weg. Der erste Boxenstopp brachte dann einen Führungswechsel. Der eine Runde später einbiegende Räikkönen tankte weniger und konnte so vor dem Brasilianer auf die Piste zurückkehren. Der mit gehörig Wut im Bauch gestartete Hamilton machte gleich vier Plätze wett, hing aber bis zu den ersten Boxenstopps auf Rang fünf fest. Er und Kovalainen im zweiten Silberpfeil waren von den Rennkommissaren wegen Behinderung von Heidfeld im Qualifying um fünf Startplätze nach hinten strafversetzt worden. Der zweite Rückschlag folgte beim ersten Reifenwechsel. Vorne rechts stieg schwarzer Rauch auf und die Mechaniker benötigten relativ lange, um das Vorderrad festzuschrauben. Hamilton stand insgesamt 19,9 Sekunden und konnte sich nur als Elfter mit rund 45 Sekunden Rückstand auf Räikkönen im Rennen zurückmelden. Damit war eine Vorentscheidung gefallen.

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