Nur Dritter - Webber top

Herber Dämpfer für den Quali-König auf dem Nürburgring: Ausgerechnet beim Heimrennen hat Sebastian Vettel als Dritter in der Qualifikation sein schlechtestes Saisonresultat eingefahren.
| dpa
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Nürburgring  - Der Formel-1-Weltmeister verpasste beim Großen Preis von Deutschland klar die Pole-Position und hat damit auch seine Chancen auf den ersten Heim-Triumph stark geschmälert. Dennoch nahm Vettel die Niederlage erstaunlich gelassen hin: "Große Enttäuschung kann man nicht sagen. Alles in allem bin ich zufrieden. Es fehlt noch hier ein bisschen und da ein bisschen."

Allen Grund zum Jubeln hatte dagegen Vettels Red-Bull-Teamkollege Mark Webber. "Das war eine Hexen-Runde", sagte der Australier zu seiner zweiten Pole-Position hintereinander. "Das lief so perfekt, mehr war nicht drin." Und auch von Teamchef Christian Horner, der Webber zuletzt in Silverstone noch mehrfach gegen Vettel beim Rennfinale eingebremst hatte, gab es neben freier Fahrt ein dickes Lob: "Mark ist wirklich gut gefahren."

Webber benötigte auf dem 5,148 Kilometer langen Berg-und-Tal-Kurs 1:30,079 Minuten. Der am Sonntag neben ihm startende Zweitplatzierte Lewis Hamilton war nur 55 Tausendstel langsamer. Keck richtete der britische McLaren-Konkurrent eine klare Kampfansage an die "Roten Bullen": "Wir sind nicht mehr weit von Euch, passt auf!"

Vettel verfehlte dagegen mit für ihn ungewöhnlichen 0,137 Sekunden Rückstand deutlich die erste Startreihe, was ihm in diesem Jahr noch nie passiert war. Mit zuvor sieben Pole-Positionen und zwei zweiten Plätzen erwies sich der 24 Jahre alte Champion bislang auch als Trainings-Weltmeister. "Rang drei ist doch nicht schlecht", tröstete Horner seine Nummer 1. "Die Sache ist sehr eng." Und auch Vettel gab sich angriffslustig: "Es hat nicht viel gefehlt. Wenn wir noch einen kleinen Schritt machen können, sieht es für das Rennen noch besser aus. Wenn es trocken bleibt, haben wir eine Chance."

Allerdings strotzt Webber nach seiner dritten Pole-Position in dieser Saison vor Selbstvertrauen. "Die Form wird besser. Das habe ich in den letzten Rennen schon gemerkt", konstatierte der 34-Jährige. "Die Strecke liegt mir. Ich habe mich gut erholt nach einigen unruhigen Nächten vor diesem Wochenende."

Drei weitere Deutsche in den Top Ten und Nick Heidfeld (Mönchengladbach) im Lotus-Renault auf Rang elf machen Hoffnung auf etliche WM-Punkte. Nico Rosberg (Wiesbaden) entschied als Sechster das stets spannende Mercedes-Teamduell gegen Michael Schumacher erneut deutlich zu seinen Gunsten. "Ich hoffe, dass das jetzt die Wende ist und wir von heute immer stärker werden", sagte Rosberg. Schumacher dagegen war erneut unzufrieden. "In dem Moment, wo wir auf die weichen Reifen gewechselt sind, fehlte uns eine Sekunde. Da müssen wir noch rausfinden, warum", entschuldigte der Rekord-Champion aus Kerpen seinen zehnten Platz.

Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug meinte: "Nico ist als Sechster dort platziert, wo wir augenblicklich in etwa mit unserem Leistungsvermögen angesiedelt sind. Michael hatte einen kleinen Quersteher in der letzten Schikane - mehr als Platz zehn war dann nicht mehr drin." Gute Aussichten hat auch Adrian Sutil (Gräfelfing), der im Force India von Position acht losfährt. Timo Glock (Wersau) wurde im Virgin 20.

Trotz des Dämpfers kann Vettel relativ relaxt in den zehnten Saisonlauf gehen. Nach neun von 19 Grand Prix liegt der Titelverteidiger aus Heppenheim mit 204 Punkten sage und schreibe 80 Zähler vor Webber (124). Ferrari-Rivale Fernando Alonso, der Vierter wurde, liegt als Gesamtdritter (112 Punkte) bereits 92 Punkte hinter Vettel. Dahinter folgen die beiden punktgleichen McLaren-Piloten Hamilton und Jenson Button (je 109).

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