Neues Ferrari-Team: Die "Galaktischen"

Die neuen "Galaktischen" der Formel 1 sorgen schon weit vor der ersten gemeinsamen Ausfahrt im Ferrari für heiße Diskussion.
| dpa
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Maranello - "Das Dream-Team Alonso-Räikkönen, mutige, aber gefährliche Wahl", titelte die italienische "La Gazzetta dello Sport".

"Wird man sich in einigen Jahren an die Rückkehr von Kimi Räikkönen erinnern, die den früheren Ruhm zurückgebracht hat? Oder wird man sich an ein Desaster erinnern, eine Beziehung, die zum zweiten Mal in Tränen binnen weniger Saisons endete?", fragte Ex-Pilot David Coulthard in einem Beitrag für die britische Zeitung "The Telegraph".

Während sich Sebastian Vettel und sein Red-Bull-Team ungestört auf den Großen Preis von Singapur und den nächsten Schritt zum vierten Titel in Serie vorbereiten können, dreht sich bei Ferrari derzeit alles um die hochkarätige und hochexplosive künftige Fahrerpaarung mit dem bisher unbestritten Alpha-Tier Fernando Alonso und dem bis dato letzten Weltmeister im Ferrari-Outfit (2007). Nein, es sei "keine Anti-Alonso-Wahl" gewesen, beteuerte Scuderia-Teamchef Stefano Domenicali nach der Entscheidung, dem mehrfach schon öffentlich nörgelnden Spanier einen gleichwertigen Fahrer an die Seite zu stellen. Denn über sämtlichen Fahrer-Namen stehen die Interessen von Ferrari, so das Credo der Italiener.

Und so will die Scuderia auch bei der ersten Weltmeister-Paarung seit 1953 von ihren Prinzipien nicht abrücken. Zumindest am Anfang der kommenden Saison sind die Ex-Champions gleichberechtigt. "Dann im Verlauf der Saison, wenn es die Situation aufgrund der WM-Punkte hergibt, dass ein Fahrer dem anderen hilft, ist es logisch und richtig, dass das auch passiert", erklärte Domenicali in einer ausführlichen Stellungnahme.

Man stelle sich also vor: Räikkönen liegt auf WM-Kurs und Alonso bekommt wie einst beim Deutschland-Rennen 2010 sein aktueller Gehilfe Felipe Massa per Funkspruch zu hören: "Kimi ist schneller als Du. Kannst Du bestätigen, dass Du diese Nachricht verstanden hast?" Alonso tat sich schon einst bei McLaren schwer, im Jahr 2008 das Rampenlicht mit dem starken Emporkömmling Lewis Hamilton zu teilen. "Wird es mit Räikkönen leichter sein?", fragte "The Guardian", um gleich danach die Antwort zu geben: "Wahrscheinlich nicht."

In diesem Jahr verfolgen Alonso und Räikkönen noch in rivalisierenden Teams den Dauer-Dominator Vettel. Im kommenden Jahr rivalisieren die "Galacticos der Formel 1" ("Daily Mail") im selben Team. "Ich würde nur sagen, dass die Kombination mit Fernando und Kimi die beste ist, die man heutzutage in der Formel 1 haben kann", betonte Domenicali.

Bei den drei Top-Teams Ferrari, Mercedes mit Hamilton und Nico Rosberg und Red Bull mit Vettel und Neuzugang Daniel Ricciardo sind die Cockpits fürs kommende Jahr somit vergeben. Bei McLaren ist von einer weiteren Zusammenarbeit mit Ex-Champion Jenson Button und dem Mexikaner Sergio Perez auszugehen. Bleibt Räikkönens freier Platz bei Lotus.

Der Nachfolger des Finnen soll "in Kürze" feststehen. Das kündigte Teamchef Eric Boullier auf der Homepage des Rennstalls an. Wann genau eine Verkündung zu erwarten ist, sagte er in dem Interview aber nicht. Auch nicht, wer die Kandidaten sind.

Allerdings hatte er schon zuvor bestätigt, dass der Emmericher Nico Hülkenberg vom Schweizer Sauber-Team dazuzählt. Derzeit sei man in Gesprächen mit einigen wenigen Leuten, erklärte Boullier. "Wir sind in der privilegierten Position, das begehrteste Team zu sein, das derzeit noch einen freien Sitz hat."

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