Motor macht Probleme: Sebastian Vettel in Qualifikation vorzeitig raus

Sebastian Vettel ist wegen Motorenproblemen in der Qualifikation zum Formel-1-Rennen von Malaysia vorzeitig gescheitert. Nach dem Abschlusstraining war in seinem Ferrari ein neuer Antrieb eingesetzt worden. Am Sonntag startet der Deutsche als Letzter.  
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In der ersten K.o.-Runde klagte Sebastian Vettel über Boxenfunk: "Es sieht so aus, als ob ich keinen Turbo habe."
dpa In der ersten K.o.-Runde klagte Sebastian Vettel über Boxenfunk: "Es sieht so aus, als ob ich keinen Turbo habe."

Sebastian Vettel ist wegen Motorenproblemen in der Qualifikation zum Formel-1-Rennen von Malaysia vorzeitig gescheitert. Nach dem Abschlusstraining war in seinem Ferrari ein neuer Antrieb eingesetzt worden. Am Sonntag startet der Deutsche als Letzter.

Sepang - Nur zwei Wochen nach dem Startunfall von Singapur hat Sebastian Vettel den nächsten heftigen Rückschlag kassiert - und könnte im Kampf um den WM-Titel nun vorentscheidend an Boden verlieren. Der Ferrari-Pilot muss beim Großen Preis von Malaysia am Sonntag (9 Uhr MESZ/RTL und Sky) vom Ende des Feldes starten, Probleme mit dem Motor brachten Vettel im Qualifying um jede Chance.

WM-Spitzenreiter Lewis Hamilton im Mercedes nutzte die Probleme seines Rivalen perfekt und sicherte sich die 70. Pole Position seiner Karriere, er wird vor Vettels Teamkollegen Kimi Räikkönen starten. Der Finne verpasste den ersten Rang um nur 45 Tausendstel und beging in seiner schnellen Runde noch einen Fahrfehler - die Pole wäre für Vettel also möglich gewesen.

"Ich habe auf einmal Leistung verloren, wir hatten keinen Ladedruck mehr. Woher das kommt, wissen wir noch nicht", sagte Vettel, der gleich nach der ersten Ausfahrt wieder an die Box musste und keine gezeitete Runde drehen konnte.

Der 30-Jährige gab sich mit Blick auf das Rennen aber kämpferisch: "Ich stünde lieber ganz vorne, und das wäre hier möglich gewesen. Aber wir haben ein schnelles Auto, wir müssen uns nicht so große Sorgen machen. Da ist noch viel drin."

"Es tut mir leid, wie es für Sebastian gelaufen ist"

In der Tat sollte Vettel die Möglichkeit haben, auf dem Kurs in Sepang zahlreiche Konkurrenten zu überholen, je nach Rennverlauf, Wetterbedingungen und Safety-Car-Einsätzen ist sogar ein Podestplatz nicht völlig unrealistisch. Im Normalfall dürfte Hamilton jedoch seinen Vorsprung in der WM-Wertung von derzeit 28 Punkten noch einmal deutlich ausbauen - dann würde Vettels Jagd auf den Briten in den fünf verbleibenden Rennen zunehmend aussichtslos.

"Es tut mir leid, wie es für Sebastian gelaufen ist", sagte Hamilton: "Wir selbst wussten heute nicht, was passieren würde, wir hatten Schwierigkeiten. Aber mein Team hat das Auto rechtzeitig hinbekommen." Red-Bull-Pilot Max Verstappen (Niederlande) sicherte sich an seinem 20. Geburtstag den dritten Startplatz.

Valtteri Bottas (Finnland) wurde im zweiten Mercedes, ausgestattet mit einem neuen Aero-Paket, nur Fünfter. Nico Hülkenberg (Emmerich) im Renault belegte den achten Platz, Pascal Wehrlein (Worndorf) stellte seinen Sauber auf Rang 18.

Noch fünf Rennen stehen aus

Für Vettel ist der Rückschlag besonders bitter, weil er in den Sessions vor dem Qualifying Hoffnung auf eine überraschende Revanche genährt hatte: Erst vor zwei Wochen hatte er als Pole-Setter in Singapur durch einen unnötigen Startunfall einen scheinbar sicheren Sieg verloren. Und auf der schnellen "Mercedes-Strecke" in Malaysia ging nun eigentlich alles von einem Spaziergang für Hamilton aus.

Doch Vettel und Ferrari dominierten das zweite und dritte freie Training, während Mercedes bis zuletzt Probleme hatte, das richtige Set-up zu finden. Dann tat sich für Vettel aber das letztlich entscheidende Problem auf: Wenige Minuten vor Ende der dritten Session rollte er langsam an die Box.

Die Scuderia stellte Elektronikprobleme fest und tauschte vorsichtshalber den Verbrennungsmotor aus. Dabei kam die neue Version des Antriebs zum Einsatz, der eigentlich frühestens für das Rennen in Japan am kommenden Wochenende vorgesehen war.

Es ging hektisch zu in der Ferrari-Garage, auch Räikkönens Mechaniker halfen bei den Umbauarbeiten, und zwei Minuten nach dem Start des Qualifyings rollte Vettel aus der Box - doch die erneuten Probleme bremsten ihn sofort aus. Bis zum Ende des Q1 konnte seine Box die Aufgabe nicht lösen. Noch über Funk munterte Vettel das Team auf. "Macht euch keine Sorgen, Jungs", sagte er: "Bringt das für morgen in Ordnung, dann kommen wir zurück." 

In der WM-Wertung führt Hamilton, der die vergangenen drei Saisonrennen allesamt gewann, mit 28 Punkten Vorsprung auf Vettel. Nach dem Grand Prix in Malaysia stehen noch fünf weitere Rennen auf dem Programm.

Lesen Sie hier: Loser Gully-Deckel beendet Malaysia-Training

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