Mandy bockt - Webber auf Pole

Startplatz zweite Reihe: Sebastian Vettel und seine "Scharfe Mandy" haben sich mehr erhofft. Den Namen hat er seinem neuen Chassis gegeben - leider verhalf dieser nicht zum erhofften Erfolg. Die Pole ging an Teamkollege Webber. Schumacher startet vor Rosberg auf Platz 5.
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Der enttäuschte Sebastian Vettel mit Teamkollege Webber und Louis Hamilton.
dpa Der enttäuschte Sebastian Vettel mit Teamkollege Webber und Louis Hamilton.

Istanbul - Startplatz zweite Reihe: Sebastian Vettel und seine "Scharfe Mandy" haben sich mehr erhofft. Den Namen hat er seinem neuen Chassis gegeben - leider verhalf dieser nicht zum erhofften Erfolg. Die Pole ging an Teamkollege Webber. Schumacher startet vor Rosberg auf Platz 5.

Als plötzlich das linke Vorderrad blockierte, stand Sebastian Vettel mit seiner „Scharfen Mandy“ auf verlorenem Posten. Statt der erhofften Pole Position gab es für den 22 Jahre alten Red-Bull-Piloten im Qualifying nur einen Platz in der zweiten Startreihe.

„Keine Ahnung, was mit dem Auto passiert ist“, sagte Vettel und blickte dabei etwas ratlos in die Runde. Bis zu seinem Pech habe er alles im Griff gehabt: „Vom Speed her war ich richtig gut dabei.“ Dann aber habe das linke Vorderrad beim Bremsen blockiert. Beim Weiterfahren schien das Problem behoben, doch bereits in der nächsten Kurve beklagte er das gleiche Malheur.

„Da habe ich viel Zeit verloren“, sagte Vettel, dessen Red Bull für Istanbul ein neues Chassis bekommen hat. Dieses taufte er gleich auf den Namen „Randy Mandy“. Die „Scharfe Mandy“ löst bei Vettel die „Leckere Liz“ („Lucious Liz“) ab, das Chassis, mit dem der Hesse die ersten sechs Rennen bestritten hatte.

Bis zum Sonntag müsse sein Team das Problem mit dem Vorderrad jetzt analysieren und beheben, sagte Vettel. Doch Red-Bull-Teamchef Helmut Marko wusste bereits wenige Minuten später ganz genau, was los war: „Im letzten Sektor seiner ersten schnellen Runde ist der Stabilisator hinten gebrochen“, sagte der Österreicher.

Letztlich musste sich Vettel auf dem 5,338 km langen Kurs als Drittschnellster seinem Red-Bull-Teamkollegen Mark Webber und dem Briten Lewis Hamilton im McLaren-Mercedes geschlagen geben. Für den Australier Webber, der die WM-Wertung nach sechs Rennen punktgleich mit Vettel (beide jeweils 78 Zähler) anführt, war es die dritte Pole Position in Serie. Damit startete bislang bei jedem Grand Prix in diesem Jahr ein Red Bull von ganz vorne (viermal Webber, dreimal Vettel).

Viertschnellster war der britische Titelverteidiger Jenson Button im McLaren-Mercedes vor Rekordweltmeister Michael Schumacher im Werks-Silberpfeil. Damit gewann Schumacher das teaminterne Duell gegen Nico Rosberg (Wiesbaden), der auf Startposition sechs steht. Adrian Sutil (Gräfelfing) verpasste im Force India als Elfer den Sprung unter die Top Ten. Nico Hülkenberg (Emmerich) landete im Williams auf Rang 17. Deutsches Schlusslicht an diesem Tag war Virgin-Pilot Timo Glock (Wersau) auf dem 21. Platz.

Enttäuschte Gesichter gab es in der Ferrari-Box. Die ruhmreiche Scuderia, die am Sonntag ihr 800. Formel-1-Rennen fährt, hatte nicht den Hauch einer Chance. Der Brasilianer Felipe Massa wurde Achter, der zweimalige Weltmeister Fernando Alonso (Spanien) steht gar nur auf dem zwölften Platz.

Für Mercedes-Sportchef Norbert Haug war es ein Schritt nach vorne verglichen mit Barcelona, wo der Silberpfeil noch mehr als eine Sekunde hinter der Spitze zurücklag. „Auf den dritten Startplatz fehlt Michael eine Zehntelsekunde“, sagte Haug mit Blick auf den Zeitenmonitor und sieht dem Rennen optimistisch entgegen: „Wir hoffen, uns weiter steigern zu können.“

Trotz der großen Überlegenheit seines Arbeitgebers hat Vettel auch Michael Schumacher noch auf der Rechnung. „Michael Schumacher nicht ernst zu nehmen, wäre wohl der größte Fehler, den man in der Formel 1 machen kann“, sagte der Red-Bull-Pilot im Bild-Interview. Wenn ein Fahrer in der Lage sei, sich neuen Umständen anzupassen und den richtigen Weg zu finden – dann sei das Michael Schumacher, behauptet Vettel.

Es wäre leichtsinnig, sagt Vettel, nach nur sechs Rennen nicht mehr auf Schumacher und Mercedes zu setzen: „Wir sind in der Formel 1. Mercedes braucht nur eine einzige Entdeckung, dann sind sie blitzschnell wieder da. Das gilt auch für einige andere. Unser Vorsprung ist nicht so groß, wie alle denken.“

sid

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