Lewis Hamilton jagt den Pole Position Rekord von Michael Schumacher

Ausgerechnet beim Rennen in Spa kann Lewis Hamilton die Pole-Rekordmarke von Michael Schumacher egalisieren.
| SID
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Michael Schumacher (l.) und Lewis Hamilton auf einer Pressekonferenz beim Grand Prix von Monaco im Mai 2012.
imago/LAT Photographic Michael Schumacher (l.) und Lewis Hamilton auf einer Pressekonferenz beim Grand Prix von Monaco im Mai 2012.

Köln/Spa-Francorchamps - Wenn Lewis Hamilton sich der Bedeutung des kommenden Wochenendes bewusst ist, dann hat er sich bislang zumindest nichts anmerken lassen. Der Mercedes-Star nutzte die Formel-1-Sommerpause zum ausgiebigen Sonnenbaden auf seiner Yacht, er bretterte mit PS-Spielzeugen über Bergtrails und durch Pfützenlandschaften, und er tat Gutes in seiner Rolle als Unicef-Botschafter. Kein Hinweis auf das, was ihm am Samstag gelingen könnte.

Ausgerechnet in Spa, ausgerechnet beim Silberjubiläum des ersten Formel-1-Sieges von Michael Schumacher auf dessen Lieblingsstrecke, kann Hamilton den Pole-Rekord des Rekordweltmeisters egalisieren. Entscheidet der Mercedes-Pilot das Qualifying zum Großen Preis von Belgien für sich, steht es 68 zu 68 - allerdings wohl nur vorläufig, denn Hamilton kann auf eine Traumquote verweisen: Durchschnittlich in rund jedem dritten Qualifying seiner Formel-1-Karriere war der Brite der Schnellste. Im Grunde stellt sich also nur die Frage, wie hoch er den Rekord noch schrauben kann.

Belohnung für die "Tat des Herzens"?

Was man von dem 32-Jährigen als Letztes im Ohr hat, ist allerdings etwas ganz anderes: Der Wunsch nach so etwas wie Karma im harten Formel-1-Business. "Ich hoffe, dass gute Taten belohnt werden", sagte Hamilton vor knapp vier Wochen nach dem Großen Preis von Ungarn, nach seiner im Titelkampf mit WM-Spitzenreiter Sebastian Vettel womöglich entscheidenden "Tat des Herzens".

In Budapest hatte Hamilton gegenüber dem Team und seinem Stallkollegen Valtteri Bottas Wort gehalten und seinen dritten Rang quasi auf der Zielgeraden an den Finnen zurückgegeben. Dieser hatte ihm zuvor für die letztlich erfolglose Jagd auf Vettel und dessen Ferrari-Kollegen Kimi Räikkönen Platz gemacht. Eine bemerkenswerte Aktion von Hamilton. Auf Geheiß der Teamführung zwar, aber dennoch bemerkenswert.

Neue, starke Rivalen für Mercedes

Als Folge daraus wird nun allerdings bis zur Titelentscheidung die Frage im Raum stehen, wie sehr diese gute Tat zum Fluch für ihn werden kann. Drei hergegebene Punkte auf Vettel scheinen eine Marginalie zu sein, immerhin gibt es 25 Zähler für einen Sieg. Doch zwischen den beiden Superstars geht es seit Jahresbeginn äußerst eng zu, nach elf von 20 Rennen liegt Vettel lediglich 14 Zähler vorn. "Diese drei Punkte bekomme ich nicht zurück", weiß auch Hamilton, der am Sonntag (14 Uhr/RTL und Sky) seinen 200. Grand Prix bestreitet.

Um den Verdruss bei seinem Star-Piloten nicht größer werden zu lassen als nötig, richtete Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff vor dem Ritt auf der Ardennen-Achterbahn den Blick konsequent in die Zukunft. "Man könnte annehmen, dass Spa unserem Auto liegt, weil auf dieser Strecke die aerodynamische Effizienz extrem wichtig ist", sagte der Österreicher und warnte sogleich: "Solche Prognosen sind gefährlich. Wir haben in dieser Saison schon zu oft erlebt, dass die Formkurve sich von einem Wochenende zum nächsten verändert hat."

Dass dem Weltmeister-Rennstall der vergangenen drei Jahre in Ferrari und zuletzt auch Red Bull starke Rivalen erwachsen sind, sei "die neue Realität", so Wolff. Das Ziel von Mercedes, das die Konstrukteurswertung mit 39 Punkten Vorsprung auf Ferrari anführt, sei dabei vom ersten Rennen an unverändert geblieben: "Wir wollen beide Weltmeister-Titel gewinnen." Mit einer historischen Pole von Hamilton in Spa wäre dem Team dabei sicherlich geholfen.

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