Kein Massa-Comeback mehr in diesem Jahr

Grünes Licht fürs Comeback - aber nicht mehr in diesem Jahr: Der vor rund vier Wochen schwer verunglückte Ferrari-Pilot Felipe Massa wird in dieser Saison offensichtlich nicht mehr in die Formel 1 zurückkehren.
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Felipe Massa kurz nach seiner Ankunft in Sao Paulo.
dpa Felipe Massa kurz nach seiner Ankunft in Sao Paulo.

Grünes Licht fürs Comeback - aber nicht mehr in diesem Jahr: Der vor rund vier Wochen schwer verunglückte Ferrari-Pilot Felipe Massa wird in dieser Saison offensichtlich nicht mehr in die Formel 1 zurückkehren.

«Das Team kann davon ausgehen, dass es zum Start der neuen Saison wieder zu einhundert Prozent auf Felipe zählen kann», schrieb die Scuderia auf ihrer offiziellen Internetseite. «Auf der Strecke mit einem Formel-1-Einsitzer? Schritt für Schritt», meinte Massa selbst.

Sein Rennstall wird sich nun nach einem Piloten für die letzten fünf Saisonrennen umsehen müssen. Die kurze Zeit von «Bremse» Luca Badoer gilt in italienischen Medien als abgelaufen. Als heißer Kandidat wird laut der Zeitung «La Gazzetta dello Sport» auf einmal der Pole Robert Kubica gehandelt. «Jetzt ist Kubica in der Pole für den Ferrari in Monza», titelte das Blatt. Bei BMW hieß es, das sei kein Thema. Der bayerische Automobil-Hersteller steigt nach dieser Saison aus der Formel 1 aus, Kubica steht derzeit ohne neuen Arbeitgeber für 2010 da.

Massa will unterdessen peu à peu wieder zum Piloten am Steuer werden. Es sei ein langer Tag für Massa gewesen im Jackson Memorial Hospital in Miami, schrieb Ferrari. Untersucht wurde der 28-jährige Südamerikaner, der in der Qualifikation des Großen Preises von Budapest von einer Metallfeder am Helm getroffen und mit hoher Geschwindigkeit in die Reifenstapel gekracht war, von Stephen Olvey. Der Mediziner ist Rennsportspezialist: Er zählte zu den Ärzten, die Alex Zanardi nach dessen schwerem Unfall 2001 behandelten, nachdem ihm beide Beine hatten amputiert werden müssen.

Bei Massa wurden unter anderem neurometrische und kognitive Tests durchgeführt. Ferrari titelte danach: «OK aus Miami für Felipe». In dem Bericht hieß es: «Alles ist so, um Felipe wieder zurück zum Rennfahren zu bringen.» Der Brasilianer selbst, der nach seinem Unfall zunächst in ein künstliches Koma versetzt worden war und insgesamt neun Tage im Budapester Militärkrankenhaus hatte bleiben müssen, atmete ebenfalls auf. «Ich bin sehr glücklich über das Ergebnis», sagte Massa.

In den kommenden Tage muss er sich allerdings noch einem Eingriff unterziehen. Danach will er nach weiteren Tagen Erholung mit dem ersten Fitnesstraining beginnen, «was schon ein großer Schritt ist», betonte Massa. Anschließend will der Mann aus Sao Paulo erste Runden im Kart drehen.

Wer in seinem F60 beim Ferrari-Heimrennen am 13. September in Monza Platz nehmen darf, will der Rennstall noch entscheiden. Angesichts der guten Nachrichten von Massa, die man mit «großer Freude und Zufriedenheit» in Maranello aufnahm, könnte es im Kampf um die Cockpits im kommenden Jahr allerdings eng werden. Hartnäckig halten sich die Gerüchte, dass der Wechsel von Fernando Alonso von Renault zu den «Roten» bereits beschlossene Sache sei. Kimi Räikkönen hat aber ebenfalls einen gültigen Kontrakt und zuletzt wieder eindrucksvoll zu alter Stärke zurückgefunden. «Räikkönen schien Ferrari verlassen zu müssen, aber nun fährt er wieder stark und erschreckt Alonso», meinte daher der «Corriere dello Sport». (dpa)

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