Jules Bianchi: Sein Zustand ist weiterhin kritisch

Der Zustand des Formel-1- Piloten Jules Bianchi bleibt eine Woche nach seinem Unfall kritisch. Kollegen bangen mit Freunden und Familie um sein Leben. Aus Respekt trat sein Team in Russland nur mit einem Auto an.
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Fahrbereit steht dieser Formel-1-Bolide in der Box von Marussia. Aus Respekt vor dem schwer verletzten Jules Bianchi (kleines Bild) kommt der Rennwagen beim Grand Prix von Russland jedoch nicht zum Einsatz.
dpa Fahrbereit steht dieser Formel-1-Bolide in der Box von Marussia. Aus Respekt vor dem schwer verletzten Jules Bianchi (kleines Bild) kommt der Rennwagen beim Grand Prix von Russland jedoch nicht zum Einsatz.

Erbauende Nachrichten blieben bislang aus. Der Zustand des Formel-1- Piloten Bianchi bleibt eine Woche nach seinem Unfall kritisch. Kollegen bangen mit Freunden und Familie um sein Leben. Aus Respekt trat sein Team in Russland nur mit einem Auto an.

Sotschi - Auch eine Woche nach seinem verheerenden Unfall befindet sich Formel-1-Pilot Jules Bianchi in einem besorgniserregenden Zustand. Der 25 Jahre alte Franzose kämpft mit schweren Kopfverletzungen im Krankenhaus von Yokkaichi weiter ums Überleben. Familie und engste Freunde sind bei ihm. Sein Zustand wird als kritisch, aber stabil bezeichnet.

Bianchis Rennfahrer-Kollegen zeigten sich noch immer tief betroffen, nachdem der Franzose am 5. Oktober in Suzuka gegen Ende des Großen Preises von Japan von der teils regennassen Strecke abgekommen und unter einen Bergungskran gerast war. Bei der Formel-1-Premiere in Russland traten sie unter anderem mit Aufklebern an Helmen und Autos an mit den Worten: "Alle sind bei Jules." In der Box mit dem Namen und der Nummer 17 des Marussia-Piloten stand ein fertig aufbereiteter Rennwagen. Zum Einsatz kam er aus Respekt vor dem verunglückten Piloten aber nicht. Auf einen Ersatzfahrer, der in Sotschi den Regeln entsprechend hätte antreten dürfen, verzichtete Marussia.

Lesen Sie hier: Wieder trifft es die Bianchi-Familie

Im Fahrerlager herrschte an den Tagen in Russland eine gedrückte Stimmung. Allen war der Schock noch anzumerken, bei jedem war die Sorge um Bianchi riesengroß. "Ich denke die ganze Zeit daran", sagte Jean-Eric Vergne von Toro Rosso. Der Landsmann und gute Freund von Bianchi war auch Initiator der Aufkleber-Aktion. FIA-Chef Jean Todt, dessen Sohn Nicolas den verunglückten Piloten seit Jahren als Manager betreut, sprach von einer Tragödie. "Als Mensch ist es für mich sehr hart. Es betrifft mich sehr", sagte der Präsident des Internationalen Automobilverbandes.

Den vorläufigen Bericht von Rennleiter Charlie Whiting leitete er an eine FIA-Kommission weiter, die nun Vorschläge zur Verbesserung der Sicherheit machen soll. Als erste Maßnahme könnte es beim nächsten Rennen in Austin in den USA in einer vergleichbaren Situation wie vor dem Bianchi-Unfall ein durch die Rennleitung ausgelöstes und automatisch umgesetztes Tempolimit geben. "Es würde den Druck von uns nehmen", meinte Mercedes-Pilot Lewis Hamilton.

In Suzuka waren die Piloten durch eine doppelte Gelbflagge auf die Gefahrensituation hingewiesen worden, als der Wagen von Adrian Sutil geborgen werden musste. Wie die Auswertung der Daten aus den Autos ergab, verlangsamten aber nicht alle Piloten ihr Tempo gleichermaßen. Wie schnell Bianchi unterwegs gewesen war, sagte die FIA nicht.

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