„Ich bin der Dreopold von Bayern“

Seine königliche Hoheit Prinz Poldi von Bayern über seine Ausritte schon in jungen Jahren und warum er jetzt auch unter die Autoren gehen will.
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Seine königliche Hoheit: Prinz Poldi von Bayern liebt es, Gas zu geben.
Mike Schmalz Seine königliche Hoheit: Prinz Poldi von Bayern liebt es, Gas zu geben.

Seine königliche Hoheit Prinz Poldi von Bayern über seine Ausritte schon in jungen Jahren und warum er jetzt auch unter die Autoren gehen will.

AZ: Sehen Sie mir meine Unwissenheit nach, aber wie darf ich Sie ansprechen? Herr Prinz ja wohl nicht, oder Herr von Bayern?

PRINZ LEOPOLD VON BAYERN: Königliche Hoheit. Eigentlich, aber darauf habe ich wirklich noch nie bestanden. Sie können Prinz sagen, wenn Sie wollen. Von mir aus aber auch sehr gerne einfach Poldi. Hauptsache, Sie sagen nicht Leopold. Das mag ich nämlich nicht so.

Als Sie noch aktiver Rennfahrer waren, hatten Sie aber noch einen anderen Namen…

Ja, ja. Den hat ja der Strietzel Stuck Anfang der achtziger Jahre erfunden. Da hatte ich mich ein paar Mal mit dem BMW M 1 auf der Strecke gedreht. Seitdem bin ich halt der Dreopold von Bayern.

Den M 1, diesen fast schon legendären Supersportwagen von BMW, werden Sie am Samstag auch in Hockenheim bei einem Showrennen wieder fahren. Werden Sie da auf der Strecke bleiben?

Das will ich doch hoffen! Erstens bin ich nicht mehr ganz so wild unterwegs wie früher und außerdem ist mir durchaus bewusst, dass ich eine Rarität über die Strecke jagen werde. Wissen Sie, der M 1 war das beste Auto, das ich je fahren durfte. Natürlich werde ich auf das Biest aufpassen, keine Sorge!

Sie nennen Ihr Auto Biest?

Dieses Auto ja. Und da bin ich auch nicht der einzige. Das war einfach ein wirkliches Biest. Die Rennversion hatte 475 PS. In einem Auto, das fast nichts gewogen hat und dazu einen Mittelmotor hatte. Ein Traum von einem Auto. Das Ding konntest du in Sekundenschnelle an den Grenzbereich bringen. Und ebenso schnell auch darüber hinaus. Und eines können Sie mir glauben: Im M 1 hat selbst das Abfliegen Spaß gemacht.

Mit welchen Autos hätte Ihnen das keinen Spaß gemacht?

In einem Formel 1 von damals. Ich bin froh, dass ich nicht als Formel-1-Fahrer zum Dreopold geworden bin. Sonst könnten wir heute wahrscheinlich nicht mehr miteinander reden.

Sie bereuen es also nicht, es nicht zum ganz großen Rennfahrer gebracht zu haben?

Was soll das denn jetzt heißen? Immerhin habe ich, zusammen mit Striezel Stuck und Dieter Quester, das Trio Infernale in den Fahrerlagern gebildet. So schlecht war ich doch gar nicht. Nein, nein, ich schaue mir gerne die Formel 1 an, vor allem die moderne und jetzt ja auch sehr sichere Formel 1. Aber meine Welt, das waren schon immer die Tourenwagen. Ich will einfach ein Dach über dem Kopf haben, wenn ich in einem Auto sitze. Ohne Dach fahre ich nur Motorrad. Und das habe ich ja auch ausprobiert. Aber im Tourenwagen war ich einfach am Besten.

Wo haben Sie eigentlich Auto fahren gelernt?

Im Schlosspark. Da war ich sechs.

Sechs?

Na ja, als ich sechs Jahre war, durfte ich auf dem Schoß des Chauffeurs mitfahren und dabei auch ein bisschen lenken. Selbst gefahren bin ich zum ersten Mal dann mit neun auf einem alten VW Käfer. Immer im Schlosspark. Sehr zum Ärger meines Großvaters, bei dem ich damals gelebt habe, wegen der tiefen Furchen, die ich so im Kies hinterlassen habe.

Und der erste Abflug?

Da war ich auch neun Jahre alt. Ich bin mit einem Goggomobil auf einen frischen Kuhfladen gekommen, ausgerutscht und hab mich überschlagen.

Auf einem königlichen Kuhfladen, nehmen wir an?

Nein, nein, einem ganz profanen bürgerlichen Fladen. Aber von vorzüglichen Rindern. Gott sei Dank ist da nicht mehr passiert!

Stuck, Quester, Jockel Winkelhock und Sie galten einst als Spaßvögel, die jeden Unsinn mitmachen würden. Könnten Sie sich Leopold von Bayern heute als Rennfahrer vorstellen?

Nein! Heute hätten wir alle überhaupt keine Chance. Der Motorsport ist einfach viel professioneller geworden, heute geht es darum, als Rennfahrer auch Weltkonzerne zu repräsentieren. Schauen Sie sich doch den Lewis Hamilton oder etwa den Robert Kubica an: Das sind absolute Profis, trotz ihrer Jugend. Ich bewundere das sehr, bin aber auch klug genug um zu wissen, dass das nichts für mich gewesen wäre. Aber ich verrate Ihnen noch was!

Nur zu!

Irgendwann will ich mal ein Buch schreiben. Mit dem Stuck, dem Quester, dem Harald Groß und allen anderen. Ich will aufschreiben, was wir alles getrieben haben, wie wir den Motorsport für uns verstanden haben. Das Buch wird dann die Bibel werden für die Vettels und Rosbergs dieser Welt.

Herr von Bayern, Themawechsel: Haben Sie sich mittlerweile eigentlich mal mit Bayern-Star Lukas Podolski ausgesprochen?

Ach, der Lukas! Ich hatte mit ihm persönlich nie ein Problem. Sein Manager wollte mich mal zwingen, meine Modekollektion „Poldi" umzubenennen. Poldi wäre der Markenname vom Podolski, meinte der. So ein Blödsinn! Der Lukas darf von mir aus gerne Poldi sein, aber Prinz Poldi bin nun mal ich.

Und da bestehen Sie drauf?

Selbstverständlich.

Filippo Cataldo

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