Glocks Woche zum Vergessen

Erst bekam der Wersauer vom Team den Laufpass, dann fuhr er seinen Toyota in die Mauer.
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Bekam von den Ärzten eine Zwangspause verordnet: Timo Glock
dpa Bekam von den Ärzten eine Zwangspause verordnet: Timo Glock

Erst bekam der Wersauer vom Team den Laufpass, dann fuhr er seinen Toyota in die Mauer.

SUZUKA Okay, dass nach einem ordentlichen Rausch bisweilen ein Kater folgt, ist keine sonderlich neue Erkenntnis. Doch so schlimm, wie Timo Glock trifft es die wenigsten. Nur eine Woche nach seinem besten Saisonergebnis in Singapur, wo der Toyota-Pilot aus Wersau Zweiter geworden war, humpelte Glock in Suzuka am Sonntag, während das Rennen noch lief, aus dem Fahrerlager. Um dem linken Unterschenkel hatte er einen blauen Stützverband gewickelt, darunter verbarg sich eine sechs Zentimeter lange und ziemlich tiefe Schnittwunde, die am Vortag mit 16 Stichen genäht worden war.

Glock verpasste so die ausgelassene Party, die seine Mechaniker und Ingenieure nach dem Rennen feierten. Glocks Teamkollege Jarno Trulli wurde in Suzuka Zweiter. Glock war da längst auf dem Weg nach Deutschland.

In der Qualifikation war Glock am Samstag mit rund 200 Stundenkilometer in der Zielkurve in eine Mauer gerast. Durch den heftigen Aufprall bohrte sich ein Teil des Frontflügel durch das Auto und bescherte Glock die schmerzhafte Schnittwunde, die ihm die Teilnahme beim Heimrennen seines Rennstalls verdarb. „Ein Physiotherapeut hat bis zwei Uhr nachts noch versucht, mich für das Rennen fit zu machen“, erklärte Glock, „aber es ging einfach nicht. Ich kann mein Bein nicht richtig strecken.“

Überhaupt war es eine Woche zum Vergessen für den gelernten Gerüstbauer. Am Montag wurde bekannt, dass sein Rennstall die Vertragsoption auf ihn nicht ziehen werde und er sich nach einem neuen Cockpit umschauen dürfe. Am Freitag verpasste er wegen einer Grippe das Freie Training, am Samstag erklärte der Rennstall, dass man am liebsten BMW-Piloten Robert Kubica und noch Ferrrari-Mann Kimi Räikkönen unter Vertrag nehmen würde, dann der spektakuläre Crash auf nasser Fahrbahn. „Es war nicht mein Wochenende. Ich schaffe es offenbar nicht, mal zwei gute Wochenenden hintereinander zu haben“, meinte Glock.

Doch seinen Optimismus ließ sich der Bruchpilot auch von seinem Unfall nicht zerstören. „Ich weiß ja, dass meine Zukunft sehr positiv aussieht im Moment. Ich bin mir ziemlich sicher, dass es nächstes Jahr weitergeht“, sagte er. Tatsächlich soll sein Manager Hans–Bernd Kamps mit drei Rennställen Verhandlungen führen über ein mögliches Engagement des Hessen. fil

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