Formel D wie Desaster

Kein deutscher Fahrer in den Punkten. Heidfeld wird Neunter, Sutil schießt Vettel raus. Das Team der Stunden ist Ferrari ist . Die Italiener feierten in Barcelona den zweiten Doppelsieg in Folge.
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Die roten feirten in Barcelona zum zweiten Mal in dieser Saison einen Doppelsieg.
dpa Die roten feirten in Barcelona zum zweiten Mal in dieser Saison einen Doppelsieg.

BARCELONA - Kein deutscher Fahrer in den Punkten. Heidfeld wird Neunter, Sutil schießt Vettel raus. Das Team der Stunden ist Ferrari ist . Die Italiener feierten in Barcelona den zweiten Doppelsieg in Folge.

Die Formel 1 spricht Deutsch? Von wegen! Sie lamentiert eher. In Barcelona führten gestern alle fünf deutschen Piloten in der Königsklasse des Motorsports ihr ganz persönliches Trauerspiel auf. Germany, zero Points, so die Bilanz des verheerenden Wochenendes.

Dazu kam BMW zum ersten Mal in 2008 nicht aufs Podest und verlor die Führung in der Konstrukteurswertung, und Mercedes durch einen bösen Reifenplatzer und einem daraus folgenden schweren Unfall seinen Fahrer Heikki Kovalainen (siehe unten stehenden Artikel).

Dümmste Rennmanöver des Wochenendes

Adrian Sutil und Sebastian Vettel kamen zwar ohne Prellungen davon – doch zumindest Sutil kann sich den Preis für das dümmste Rennmanöver des Wochenendes abholen. Der Gräfelfinger, nach den enttäuschenden Leistungen in den letzten Rennen mit gehöriger Wut gestartet, fuhr gleich nach dem Start David Coulthard ins Auto, drehte zuerst sich und anschließend auch seinen Landsmann Sebastian Vettel von der Strecke.

Zum vierten Mal hintereinander sahen beide die Zielflagge nicht. „Das war ein hirnloses Manöver“, ätzte Vettel in Richtung Sutil. Der selbst fand’s auch gestern wieder „einfach nur deprimierend.“. Wohl wahr.

Genauso deprimierend wie der Motorplatzer im Williams von Nico Rosberg in Runde 42 und der blöde Zusammenprall von Timo Glock mit David Coulthard, bei dem sich der Deutsche die Nase seines Toyotas brach.

Es wirkte wie das Wochenende der deutschen Trottel

Auch weil auch der beste Deutsche nichts zustande brachte. Nick Heidfeld landete nur auf Platz neun, damit fiel er in der WM-Wertung vom zweiten auf den fünften Platz zurück. Zugegeben, er konnte noch am wenigsten für das total verpatzte Rennen der Deutschen. Just in dem Moment, als er zum ersten Mal in die Box fahren wollte, kam das Safety Car heraus, die Ampel an der Boxengasse sprang auf Rot, Heidfeld musste nach seinem Stopp noch mal zum Nachsitzen in die Box, weil während der Safety-Car-Phase nicht getankt werden darf.

„Es hat offensichtlich am Safetycar gelegen, weil ich dort die 10 Sekundenstrafe bekommen habe“, ärgerte sich Heidfeld und begründete seine schlechteste Saisonplatzierung mit dem Regelwerk: „Ich musste dann leider reinkommen – wegen der bescheuerten Regelung, die wir gerade haben, hab ich dann leider mein Rennen verloren.“

Kubica vor Heidfeld

Pech, natürlich, doch an seinem Teamkollegen Robert Kubica, der immerhin Vierter wurde, wäre Heidfeld aber auch sonst nicht vorbei gekommen. „Robert ist momentan offensichtlich stärker als ich“, hatte Heidfeld schon am Samstag nach dem Qualifying einigermaßen resigniert festgestellt. „Die Deutschen sind zu langsam geworden“, sagte Glock schon am Samstag nach dem ähnlich katastrophal verlaufenen Qualifying der fünf Piloten. Es war im Spaß gemeint, nach diesem Rennen aber scheint da vielleicht sogar etwas dran zu sein.

Jubeln konnte eigentlich nur ein Deutscher: Michael Schumacher. Unter seinen Augen fuhren Kimi Räikkönen und Felipe Massa den nächsten Ferrari-Doppelsieg heraus. Schumis germanische Statthalter in der Formel 1 allerdings versagten. „Eine Katastrophe“, befand Ex-Formel-1-Fahrer und RTL-Kommentator Christian Danner. Sein Sender wirbt seit Saisonbeginn mit der „Formel D“. Gestern stand das D eindeutig für „Debakel“.

Filippo Cataldo

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