Formel 1: Wenn die Protze stottern

Bei den ersten Testfahrten in der Formel 1 haben die Piloten noch große Probleme mit ihren neuen Autos. Weltmeister Vettel lässt dem Teamkollegen die Vorfahrt, und Adrian Sutil sitzt wieder draußen
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JEREZ Sie kreischen wieder! Um neun Uhr morgens begann gestern in Jerez mit den ersten Testfahrten der neuen Boliden für die Formel-1-Fahrer die heiße Phase der Saisonvorbereitung.

Doch zumindest für die Silberpfeile und McLaren begann diese ziemlich holprig. Gerade mal eine halbe Runde hatte Jenson Button absolviert, als der neuerdings chromfarben lackierte McLaren wegen einer defekten Benzinpumpe streikte. Auch Nico Rosberg im Silberpfeil erging es nur kurz besser. Erst brannte der Wiesbadener die vorläufige Bestzeit in den Asphalt, ehe der Mercedes nach 14 Runden stehen blieb. Ein Feuer an der hinteren Fahrzeugseite heizte dem Silberpfeil und dem Piloten ein.

Wenn die PS-Protze stottern!

Es handle sich um ein Problem mit der Elektronik, hieß es vom Rennstall. In der Box wurde fleißig geschraubt. Wer nicht auf die Strecke und testen kann, verliert wichtige Daten. Der neue Mercedes AMG W04 war einen Tag zuvor präsentiert worden. Rosberg und auch sein neuer Teampartner Lewis Hamilton hatten dabei schon einige Kilometer mit dem neuen Rennwagen abgespult. Mit gutem Gefühl. „Ich bin einfach glücklich und freue mich, auf ein neues Kapitel in meinem Leben”, sagte Mercedes-Neuzugang Lewis Hamilton, der das Cockpit vom zurückgetretenen Rekord-Weltmeister Michael Schumacher bekommen hat.

Die Dauer-Weltmeister von Red Bull dagegen setzen bei der Jagd auf den vierten Titel in Serie dagegen auf Kontinuität. Sowohl in der Fahrerpaarung, als auch in der Reihenfolge der Tester. Während Sebastian Vettel die Titel feiern darf, hat dessen Teamkollege Marc Webber traditionell die Ehre die Jungfernfahrt der neuen Red Bulls zu absolvieren. Webber fuhr sein Programm dabei routiniert runter – und schnell. „Ich werde natürlich versuchen, daran anzuknüpfen, womit er begonnen hat, doch es wird schwierig – schwierig, Mark zu schlagen”, sagte Vettel. Der dreimalige Weltmeister selbst wird erst am Donnerstag ins Geschehen eingreifen. Am Montag hatte der Weltmeister bei „Servus TV” aber noch einmal ein Treuebekenntnis zu seinem Rennstall abgegeben: „Ich bin glücklich, wo ich bin. Ich habe keinen Grund, Red Bull zu verlassen”, sagte er.

Im Winter waren Spekulationen aufgekommen, dass Vettel 2014, spätestens 2015 im Ferrari sitzen würde und sogar schon einen Vorvertrag unterschrieben hätte. Der Heppenheimer hatte schließlich immer mal wieder betont, dass er durchaus fasziniert sei von der Strahlkraft und Geschichte der Scuderia. Doch das muss ja nichts heißen.
Als gesichert kann aber angesehen werden, dass Vettel auch die nächsten Jahre noch in der Formel 1 fahren wird – und somit mindestens ein Deutscher der Königsklasse des Motorsports erhalten bleibt. Denn ansonsten geht die Zahl der deutschen Starter stetig zurück. Nach dem Rücktritt Schumachers und Timo Glocks Wechsel in die DTM stehen heuer in Vettel, Rosberg und Timo Hülkenberg (Force India) nur drei deutsche Piloten im Feld. Die Chancen auf eine Rückkehr des Gräfelfingers Adrian Sutil scheinen eher zu sinken. Sein ehemaliger Rennstall Force India wird bei den Testfahrten in Jerez James Rossiter und Jules Bianchi einsetzen. Beide gelten – wie auch Sutil, der letzte Saison pausierte – als Kandidaten auf das noch freie Cockpit bei dem indischen Team. Sollte Sutil auch dieses Jahr kein Cockpit in der Formel 1 erhalten, möchte er in eine andere Serie wechseln. Möglich scheint ein Engagement in der DTM für Mercedes.

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