Der Schein-Streik

Formel-1-Piloten lehnen Superlizenz-Gebühr ab. FIA-Boss Max Mosley findet geizige Stars „einfach dumm“.
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Hinter seinem neuen Ferrari: Kimi Räikkönen.
xpb.cc Hinter seinem neuen Ferrari: Kimi Räikkönen.

LONDON - Formel-1-Piloten lehnen Superlizenz-Gebühr ab. FIA-Boss Max Mosley findet geizige Stars „einfach dumm“.

Klar, es ist nicht so, dass sie es sich nicht leisten könnten. Formel-1-Fahrer sind schließlich nicht gerade für ihre niedrigen Gagen bekannt. Doch, wenn die Top-Piloten der Branche mehr als 250 000 Euro an den Automobilweltverband FIA zahlen müssen, und das nur, um überhaupt mitmachen zu dürfen am Kreiseldrehen, dann fangen auch vermögende Sportler an zu murren. Und mehr noch: Die Formel-1-Fahrer drohen mittlerweile sogar unumwunden mit Streik!

Schon länger kritisiert die Fahrergewerkschaft GPDA die hohen Gebühren für den Formel-1-Führerschein. Neben einer Grundgebühr zahlen die Fahrer je nach geholten WM-Punkt weitere Gebühren. Ferrari-Pilot Kimi Räikkönen musste 2008 als Weltmeister beispielsweise 230 000 Euro zahlen, das waren damals mal eben schlappe 648 Prozent mehr als im Jahr zuvor.

Vor dieser Saison erhöhte die FIA die Preise sogar noch einmal. Der Internet-Dienst „motorsport-total.com“ berichtet nun, dass die Fahrer als erste Maßnahme beschlossen hätten, die Superlizenz vorerst nicht zu beantragen und zu bezahlen.

FIA-Präsident Max Mosley bestätigte, dass bislang noch keine 2009er-Superlizenz unterschrieben sei. Mosley stellte allerdings klar, dass er sich von der GPDA nicht erpressen lassen werde, und drohte mit ernsten Konsequenzen. „Jeder, der in Melbourne an den Start gehen will, braucht eine Superlizenz“, sagte der 68-Jährige.

Die Aufregung der Fahrer verstehen will Mosley indes nicht: „Ich habe den Fahrern gesagt: Gebt mir Details zu eurem Einkommen, dann schaue ich, was ich machen kann. Aber sie wollen mir diese Informationen einfach nicht geben.“ Das Geld der Superlizenzen werde sinnvoll angelegt, beispielsweise in Sicherheitsvorkehrungen an den Rennstrecken.

Die Argumente der Fahrer seien wenig glaubwürdig, sagt Mosley und kritisiert deren Verhalten: „In einem Steuerparadies zu leben und sich darüber aufzuregen, zwei Prozent des Gehalts abtreten zu müssen, das ist einfach dumm.“ Zwei Prozent? Tatsächlich musste etwa BMW-Pilot Robert Kubica bei einem geschätzten Jahreseinkommen von zwei Millionen Euro letztes Jahr weit mehr als zehn Prozent seines Gehalts für die Superlizenz aufwenden. Da kann man schon mal ans Streiken denken. fil

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