Der PS-König fährt zum Fürst

Seriensieger Sebastian Vettel, der in Monaco noch nie gewinnen konnte, will dies am Sonntag ändern – und sich hinterher in der Fürstenbox von Albert und Charlene beglückwünschen lassen.
| Filippo Cataldo
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MONTE CARLO Tatsächlich, Sebastian Vettel hat noch nie in Monaco gewonnen. Angesichts der schier unglaublichen Siegesserie des Weltmeisters, der bei vier der ersten fünf Saisonrennen triumphiert hat, klingt das erst mal erstaunlich. Andererseits: Vettel ist erst seit Mitte 2007 festes Mitglied des globalen Raser-Zirkus, am Sonntag (14 Uhr, RTL und Sky live) wird er somit erst zum vierten Mal in Monte Carlo beim verrücktesten Rennen der Saison an den Start gehen.


Und natürlich möchte Vettel Sonntagnachmittag nach dem Rennen der Fürstenbox – mit Fürst Albert von Monaco samt Gattin in spe Charlene Wittstock – einen Besuch abstatten. Diese Ehre wird jedem Gewinner dieses eigentlich unmöglichen Rennens durch das Gassengewirr des kleinen Fürstentums zuteil. „Ich freue mich, dass Sie es sind”, wird Albert dann dem schampustriefenden Sieger sagen. Und wer wäre für den Besuch dort besser geeignet als der derzeit als unschlagbar geltende PS-König Vettel?


„Der Einzige, der ihn bremsen kann, ist er selbst”, hat Heinz-Harald Frentzen, 1997 immerhin Vize-Weltmeister und ewiger Schumi-Rivale, den jungen Landsmann jüngst in der „ADAC-Motorwelt” geadelt, Vettel sei „selbstbewusst und routinierter” geworden. Mutig und gut war er ohnehin schon immer. Und mutig muss man sein, wenn man das Rennen durch die engen Häuserschluchten, das Altmeister Nelson Piquet einst mit einem Hubschrauberflug durchs Wohnzimmer verglichen hat, gewinnen will. Vor allem darf man sich keinen Fehler erlauben. Nicht wie 2009, als Vettel zu viel wollte und sein Rennen bereits nach wenigen Runden nach einem Mauerkuss beenden musste. Besser lief es dagegen letzte Saison, als er von Platz drei gestartet mit einem waghalsigen Manöver den derzeit nach seinem schweren Rallye-Unfall pausierenden Robert Kubica überholte und das Rennen hinter seinem Teamkollegen Marc Webber auf Rang zwei beendete. Heuer soll es dann mit dem ersten Sieg klappen.


„Ein Sieg hier würde mir sehr viel bedeuten”, betonte Vettel auch bei seiner Ankunft in Monte Carlo. Zudem würde die Tatsache, dass Michael Schumacher als bislang einziger Deutscher in Monaco siegen konnte und dessen letzter Sieg zehn Jahre zurückliegt, einen Triumph noch wertvoller machen. „Das wäre eine große Ehre”, versicherte Vettel. Monaco sei „einer der Höhepunkte des Jahres”. Das glauben freilich die meisten Piloten. Anders als viele andere meint Vettel aber nicht den Glamour, der Monaco immer noch umweht, sondern die Herausforderung, den Boliden mit Höchstgeschwindigkeit unfallfrei über die Ziellinie zu bringen.


Mit den Eigenheiten des Großen Preises von Monte Carlo kann Vettel nämlich wenig anfangen. Dass nirgendwo die Promi-Dichte höher ist, interessiert Vettel kaum. Und dass hier schon am Donnerstag die Trainingseinheiten stattfinden und der Freitag frei ist, nervt ihn. „Jeder meint, du hättest frei und fragt, ob du nicht dieses oder jenes machen kannst. Das macht das Wochenende nicht leichter.”

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