BMW-Fest in Bahrain, den Chef haut’s glatt um

Kubica auf Rang drei, Heidfeld wird Vierter. Die Münchner hängen die Silberpfeile ab und stehen erstmals an der Spitze der Konstrukteurs-WM. Theissen in Feierlaune: „Es lief perfekt für uns“
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Nick Heidfeld (im weiß-blauen Auto) sorgte für das spektakulärste Manöver des Rennens, als er innen an Kovalainens Mercedes vorbei schlüpfte.
xpb.cc Nick Heidfeld (im weiß-blauen Auto) sorgte für das spektakulärste Manöver des Rennens, als er innen an Kovalainens Mercedes vorbei schlüpfte.

BAHRAIN - Kubica auf Rang drei, Heidfeld wird Vierter. Die Münchner hängen die Silberpfeile ab und stehen erstmals an der Spitze der Konstrukteurs-WM. Theissen in Feierlaune: „Es lief perfekt für uns“

Vielleicht ist es ganz gut, dass Alkohol in Bahrain verboten ist. Mario Theissen war am Sonntag bei der Siegerehrung in Bahrain auch so schon ziemlich berauscht.

So wie der BMW-Motorsportdirektor nach dem dritten Formel-1-Rennen der Saison seinem immer ein bisschen lausbubenhaft wirkenden Fahrer Robert Kubica beklatschte, ihm zujubelte und später dann beiden BMW-Fahrern gleichzeitig um den Hals fiel: Da hätte man sich Sorgen um Theissens Gesundheit machen müssen, wenn noch eine weitere euphorisierende Substanz in seinem Blut gewesen wäre.

Am Samstag bereits die erste Pole

„Das haut mich um“, sagte Theissen dann. Seine Stimme klang heiser, überschlug sich fast. Verständlich. BMW schaffte in Bahrain mit den Plätzen drei für Kubica und vier für Nick Heidfeld das beste Ergebnis, seit sie als eigenständiges Team an den Start gehen. Am Samstag schon hatte der Pole Kubica außerdem noch die erste Pole Position für das Team geholt. Außerdem führt BMW zum ersten Mal überhaupt die Konstrukteurs-WM an. „Das hatten wir wirklich nicht auf der Rechnung“, sagte Theissen.

BMW überrascht sich zur Zeit immer wieder selbst. 30 Punkte holte der weiß-blaue Rennstall in dieser Saison bereits. Als Ziel für die komplette Saison hatten sie vorher 100 Punkte ausgegeben.

Zudem entwickelt sich BMW langsam zum Abonnements-Zweiten. Zum zweiten Mal hintereinander waren sie schneller als Mercedes. Am Sonntag konnten sowohl Kubica wie auch Heidfeld als einzige im Feld das hohe Tempo der beiden Ferraris mitgehen. Felipe Massa siegte vor Kimi Räikkönen.

Das Rennen am Start verloren

„BMW hätte auch gewinnen können“, meinte auch der dreifache Weltmeister Niki Lauda. „Wir haben das Rennen am Start schon verloren“, bestätigte Theissen.

Tatsächlich schlüpfte Massa dank eines Blitzstarts schon zu Beginn an Kubica vorbei, wenig später überholte den dann auch Weltmeister Räikkönen. „Ich habe ein bisschen gebraucht, um meine Reifen auf die richtige Temperatur zu bringen“, entschuldigte sich Kubica. „Danach lief es aber perfekt für uns“, sagte Theissen.

Vor allem, weil Nick Heidfeld, der vom sechsten Platz gestartet war, wieder das spektakulärste Überholmanöver des ganzen Rennen zeigte. In Runde vier stahl er sich an einer der engsten Stellen des Kurses an Heikki Kovalainen im Silberpfeil vorbei – und fuhr dem dann locker davon. Heidfeld: „Ich hoffe, wir sehen das jetzt öfter. Dieses Jahr fällt mir Überholen ein bisschen einfacher.“

Weil der neue BMW tatsächlich ein großer Wurf zu sein scheint. „Nur noch Ferrari ist schneller als wir“, hatte Heidfeld schon am Samstag selbstbewusst behauptet. Er sollte recht behalten. „Die WM wird jetzt ganz eng“, meinte sogar Massa. Weil jetzt, wenn es so weiter geht, nicht mehr vier, sondern gleich sechs Fahrer Chancen auf den Titel haben.

„Wir sind jetzt nicht mehr die dritte Kraft hinter Ferrari und McLaren, sondern wir zählen zu diesen Topteams, darauf lege ich Wert“, sagte auch Theissen. Ein Satz, den man vom sonst immer sehr vernünftigen Ingenieur vor wenigen Wochen nie gehört hätte.

Katastrophen-Rennen für Hamilton

Doch Theissen kann sich das Selbstbewusstsein erlauben. Zumal sich die BMW-Piloten dieses Jahr noch keine gravierenden Fehler erlaubt haben. Anders als die anderen vier Spitzenfahrer.

Am Sonntag patzte Lewis Hamilton, als er erst wegen einer falschen Motor-Einstellung am Start nicht von der Stelle kam und dann mit einiger Wut im Bauch seinen alten Rivalen Fernando Alonso ins Heck knallte. Hamilton landete am Ende auf Platz 13. „Das Rennen war eine Katastrophe, ein Desaster“, sagte Hamilton nur. Und sein Chef, Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug meinte frustriert: „Wir sind geschlagen worden.“ Von BMW, den neuen Abo-Zweiten.

F. Cataldo, P. Hesseler

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