100. Rennen: Sutil hat noch Träume

Formel-1-Jubiläum für den Gräfelfinger Adrian Sutil – er tritt am Wochenende bei seinem 100. Grand Prix an. Und spekuliert, ob er nicht bei einem anderen Team schon längst dauerhaft vorne fahren würde
| az
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Budapest -  Adrian Sutil möchte keine große Nummer daraus machen. „Ein bisschen stolz”, das räumt der Gräfelfinger ein, mache so ein Jubiläum schon. Am Sonntag (14 Uhr/RTL und Sky) startet er in Budapest in seinen 100. Grand Prix. Aber das große Ganze, das will er nicht aus den Augen verlieren. „Einfach nur in der Formel 1 mitzufahren”, das will er nicht: „Mein Ziel, ist es, Weltmeister zu werden. Am Ende der Karriere muss ich sicher sein, dass ich alles dafür gegeben habe.” Nur dann, „werde ich ein zufriedenes Leben haben.”

Es sind Worte, die aufhorchen lassen, das weiß Sutil. 30 Jahre ist er alt, er fährt für das Mittelfeld-Team Force India. Dennoch, für ihn sind diese Ambitionen selbstverständlich, sozusagen die Grundlage der Königsklasse. „Die Besten der Besten sollen hier fahren”, sagt er, „und jeder muss den Anspruch haben, Rennen zu gewinnen. Wenn manche Leute es für Wunschträume halten, ist mir das deshalb nicht wichtig. Am Ende wird abgerechnet.” Auch dieser Ehrgeiz ist es, der Sutil seinen 100. Grand Prix ermöglicht.

Und das Vertrauen seines Rennstalls. Denn 2012 war Sutil ohne Cockpit, seine Karriere schien bereits beendet. All dies war Folge einer Nacht in Shanghai.
Nach dem Rennen in China hatte Sutil im April 2011 in einer Nobeldisco gefeiert, dort kam es zu einem Handgemenge, bei dem ein Teilhaber des Renault-Teams mit einem Champagnerglas am Hals verletzt wurde – seit diesem Vorfall ist Sutil vorbestraft.

Im Januar 2012 wurde er wegen gefährlicher Körperverletzung zu einer Geldstrafe und 18 Monaten auf Bewährung verurteilt. „Jeder Mensch macht Fehler”, hat Sutil danach einmal gesagt, „ich hoffe, dass die Menschen diese fünf Sekunden von Shanghai nicht so bewerten, dass sie mein Wesen widerspiegeln.” Force India tat dies nicht, gab Sutil zu Jahresbeginn die zweite Chance und die nutzte er. Nach neun von 19 Rennen ist er im unterlegenen Force India auf dem Weg zum besten Ergebnis seiner bisherigen Karriere. Deutlich mehr als der momentan elfte Gesamtrang (23 Punkte) wäre möglich gewesen, doch technische Defekte und Fehler des Teams in den ersten Saisonrennen kosteten Punkte.

Der Trend zeigt nun jedoch nach oben, das Nahziel ist daher klar: „Ich will endlich das Podium erreichen”, sagt Sutil „ich war jetzt schon häufiger nah dran.” Der ganz große Wurf in der Zukunft, der Kampf um den WM-Titel, wird mit dem indischen Team allerdings kaum möglich sein. „Natürlich ist die Frage: Schafft es Force India jemals ganz nach vorne”, sagt Sutil: „Wenn ich irgendwann der Meinung bin, hier ist Endstation, ich kann nicht mehr rausholen, dann muss ich das Team wechseln. Im Moment sehe ich aber noch sehr viel Potenzial.”

Das Selbstbewusstsein für den Wechsel zu einem Topteam bringt Sutil jedenfalls mit. In einem Red Bull etwa, in dem Sebastian Vettel zu drei WM-Titeln in Folge fuhr, könnte auch Sutil ein permanenter Siegfahrer sein, sagt er – ohne Vettels Leistung schmälern zu wollen. „Wenn ich irgendwann die Chance bekomme, muss ich es beweisen." Und vielleicht, sagt er, reicht es dann sogar mal zum 200. Grand Prix.

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