Finale gegen Bamberg - Gesucht: Kraft!

Nach furiosem Start geht den Bayern in Spiel zwei die Luft aus. Zum fit werden bleibt nicht viel Zeit. „Haben Bamberg den Sieg geschenkt“.  
| Thomas Becker
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Alle wissen, was kommt: Dawan Robinson wird ins Bild laufen und den letzten Punkt machen.
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Nach furiosem Start geht den Bayern in Spiel zwei die Luft aus. Zum fit werden bleibt nicht viel Zeit. „Haben Bamberg den Sieg geschenkt“.

München - Italiens Trainer der Jahre 2010 und 2011 war einer der glücklichsten wenn auch erschöpftesten Menschen im Audi Dome. „I had so much fun“, japste Andrea Trinchieri, als der Wahnsinn vorüber war. So viel Spaß hatte der Coach der Brose Baskets Bamberg. Kein Wunder: Von den 40 Spielminuten hatte sein Team 39 Minuten, 59 Sekunden und neun Zehntelsekunden nicht geführt – und dennoch gewonnen. „Deshalb liebe ich dieses Spiel. Was für eine Schlacht“, jubelte der Italiener. Und die Bayern? Reagierten angesichts der Pleite in der letzten Zehntelsekunde ratlos bis trotzig. Geschäftsführer Marko Pesic sagte: „Es geht immer weiter!“ Schon klar, am Sonntag (19 Uhr) steht in Bamberg das dritte Spiel der Final-Playoffs an.

Nur: WIE geht es weiter? Spiel zwei war eins von der denkwürdigen Sorte. 80:78 gewannen die Gäste eine Partie mit zwei grundverschiedenen Halbzeiten. In Durchgang eins agierte der FC Bayern so, wie Coach Svetislav Pesic sich das vorgestellt hatte: hochkonzentriert, defensivstark, treffsicher, zeitweise mit 18 Punkten Vorsprung (35:17).

Zur Halbzeit stand es 49:35. Trinchieri analysierte diese Phase später so: „Wir haben unglaublich schlecht gespielt, hatten keine Offense, eine Mozzarella-Defense, und auch von den Bankspielern kam keine Unterstützung. Und bei Bayern haben alle getroffen! Auch Emir Mutapcic und der Physiotherapeut.“ So wollte Kollege Pesic das nicht stehen lassen: „Es lag nicht nur daran, dass Bamberg so schlecht war – wir waren sehr gut.“ Kein Widerspruch. Nihad Djedovic machte 15 Punkte in Halbzeit eins – und keinen einzigen mehr in Halbzeit zwei. Warum bloß?

Pesic erklärt: „Djedovic hat viel Kraft investiert, auch in der Verteidigung gegen Wanamaker.“ Und was für Djedovic gilt, gelte auch für den Rest des Teams: „Das Spiel ist genauso gelaufen, wie wir es erwartet haben. Bamberg hat viel mehr Energie und Aggressivität gezeigt. Das hat man in der zweiten Halbzeit gesehen.“ Da gelang Bayern nicht mehr viel, nur noch 29 Punkte: so viel wie allein im zweiten Viertel. Der Vorsprung schmolz, die Freiwurfquote sank auf 61 Prozent (Bamberg: 87 Prozent), und in den letzten Zuckungen dieses Basketballkrimis passte Bambergs Spielmacher Bradley Wanamaker auf Dawan Robinson, der den entscheidenden Korbleger gerade noch rechtzeitig für die Franken versenkte. Die Brose-Fans, viele in „Beat Bayern!“-Shirts, sangen „Die Nummer eins im Land sind wir“. Ein bitteres Ende für die Gastgeber.

Der Einbruch hatte Gründe. „Wir waren ziemlich platt“, gab Marko Pesic zu. Es war in kurzer Folge das elfte Playoff-Spiel für Bayern, gegenüber acht der Bamberger. Hinzu kam, dass Abwehrspezialist Anton Gavel mit einer Hüftblessur in der entscheidenden Phase fehlte. Coach Pesic: „Bamberg hat in den letzten drei Minuten sechs Punkte aus Offensiv-Rebounds erzielt. Wir hatten in diesem Moment nicht mehr genug Kraft. John Bryant war mit vier Fouls auf der Bank, wir mussten auf eine kleine Formation umstellen. Das hat der Gegner genutzt. Wenn du dazu in den letzten entscheidenden Momenten nicht triffst, ist das natürlich enttäuschend.“

Genau so klangen die Bayern-Spieler: „Wir haben Bamberg den Sieg geschenkt“, klagte Djedovic, „wir sind die bessere Mannschaft, haben die Stärke, um in Bamberg wieder zu gewinnen. Wir müssen nur 40 Minuten konzentriert sein.“ Der Coach gab am Donnerstag erst mal trainingsfrei: zum Regenerieren und Kräfte sammeln. Thomas Becker

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