BBL - eine bayerische Angelegenheit

Der deutsche Basketball-Meister kommt 2016 aus dem Süden. Zumindest, wenn es nach den Trainern der 18 Klubs geht. Bamberg und Bayern sind auch finanziell eine Liga für sich.
| dpa
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Im Finale der vergangenen Saison zogen die Bayern-Basketballer gegen Bamberg den Kürzeren.
Rauchensteiner/Augenklick Im Finale der vergangenen Saison zogen die Bayern-Basketballer gegen Bamberg den Kürzeren.

Frankfurt/Main - Aus dem Dreikampf um den Titel wird in der 50. Saison der Basketball-Bundesliga ein Duell. Bamberg oder Bayern - eines der beiden Schwergewichte aus dem Süden wird deutscher Meister, darin sind sich die Trainer der 18 Klubs weitgehend einig.

In einer dpa-Umfrage unter den Coaches wurden die beiden Topteams jeweils 14 Mal genannt. Dem dritten großen "B", Alba Berlin, werden nach dem personellen Aderlass dagegen nur noch Außenseiterchancen eingeräumt.

Alba wurde bei der Frage nach dem neuen Champion nur siebenmal erwähnt. Die Berliner scheinen im finanziellen Wettrüsten vorerst nicht mehr mithalten zu können. Bei Titelverteidiger Bamberg und Herausforderer München wurde dagegen weiter geklotzt statt gekleckert.

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Die Brose Baskets konnten ihr Meisterteam mit Ausnahme von Star-Center Trevor Mbakwe zusammenhalten und mit Topspielern wie Nicolo Melli oder Nikolaos Sisis sogar noch verstärken.

Die Münchner zogen ihre Lehren aus der Finalniederlage gegen den Südrivalen und unterzogen ihrer Mannschaft ein "Facelifting", wie es Geschäftsführer Volker Stix beschrieb. In Maxi Kleber, Alex Renfroe und Deon Thompson fügten die Bayern ihrem Kader jede Menge Athletik hinzu, zudem kam in K.C. Rivers ein erfahrener Spieler aus der spanischen Topliga.

Die Zielsetzung in München ist deshalb klar. "Wenn man der FC Bayern ist, dann sind national immer die Titel das Ziel", sagte Stix. "Wenn alles normal läuft und wir gesundbleiben, können wir sicher noch einmal Meister werden", sagte Coach Svetislav Pesic.

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Doch es gilt, die Brose Baskets zu schlagen.

Das Team des Italieners Andrea Trinchieri, der mit seinem Temperament und Wortwitz bereits in seinem ersten Jahr in Deutschland Kultstatus erreicht hat, bewies bereits beim Champions Cup gegen Pokalsieger Oldenburg, welch großes Potenzial auch in der neuen Saison in ihm steckt.

Das ist vor allem ein Verdienst von Sportdirektor Daniele Baiesi und Geschäftsführer Rolf Beyer, die bereits unmittelbar nach dem Titelgewinn die Weiterverpflichtung der beiden Point Guards Bradley Wanamaker und Janis Strelnieks vermelden konnten. "Das war nicht einfach, aber wir sind stolz, dass es uns gelungen ist", sagte Beyer.

Nur Center Mbakwe war für die Franken nicht zu halten, die Position direkt unter dem Korb könnte daher vor allem auf Euroleague-Ebene zum einzigen Schwachpunkt im hochkarätig besetzten Kader werden. Es ist daher sehr wahrscheinlich, dass die Bamberger hier noch nachrüsten.

Bis dahin werden sich Spieler wie Daniel Theis, Elias Harris oder Yassin Idbihi die Minuten auf der Center-Position teilen. "Wir werden für die Gegner sehr schwer auszurechnen sein", sagte Theis. Anders als die Bayern reden die Franken nicht ganz so forsch vom Titel. "Unser Ziel ist es, ins Finale zu kommen", sagte Beyer.

Ein großes Fragezeichen steht hinter dem neuen ALBA-Team. Die Berliner, die die Jubiläums-Saison an diesem Donnerstag gegen ratiopharm Ulm eröffnen, mussten ihre Stars wie Alex Renfroe, Reggie Redding oder Jamel McLean ziehen lassen. Die Vorbereitung verlief extrem holprig.

"Wir haben noch keine Identität entwickelt", sagte Geschäftsführer Marco Baldi. Im vergangenen Jahr gingen die Berliner nach den Siegen gegen München im Champions Cup und NBA-Champion San Antonio Spurs im Test mit viel Selbstvertrauen in die Spielzeit.

"Das haben wir in diesem Jahr nicht. Wir haben nur mit herausragender Intensität und Geschlossenheit eine Chance", sagte Baldi. Zusammen mit Teams wie Ulm, Oldenburg, Bonn und Frankfurt geht es für die Berliner daher zunächst wohl nur um eine gute Ausgangsposition für die Playoffs.

Auch Aufsteiger Würzburg wird eine gute Rolle zugetraut. Für den zweiten Neuling, Gießen 46ers, geht es dagegen allein um den Klassenverbleib. Das gilt auch für die Crailsheim Merlins, die nur dank einer Wildcard in der Liga blieben.

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