Auf Abschiedstour

Deutschland stehen drei schwere EM-Spiele bevor. Bayern wartet schon ungeduldig auf Trainer Bauermann
| jga
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Vilnius - Gefühle zeigt Dirk Bauermann vor allem dann, wenn die Schiedsrichter seine Mannschaft zu arg benachteiligen. Die Worte, die der sonst so klar und überlegt formulierende Bundes- und Bayerntrainer dann äußert, werden durchaus regelmäßig von eben diesen Schiedsrichtern mit einem technischen Foul bedacht.

Aber eigentlich, sagt Bauermann, „bin ich nicht so der sentimentale Typ“. Und beim straffen Programm der Nationalmannschaft – täglich trainieren, fast täglich spielen – bliebe ihm deshalb kaum Gelegenheit, sich damit zu befassen, dass die Zwischenrundenspiele bei der Basketball-EM gegen Spanien (Mittwoch, 14.30 Uhr, Sport1 live), die Türkei und Litauen wohl seine Abschiedstour nach acht Jahren als Bundestrainer sind.

„Ab und zu hat man diesen Gedanken“, sagt Bauermann, „aber im Moment interessiert mich nur, das Schwierige möglich zu machen.“ Das Schwierige heißt: Zwei Siege aus drei Spielen gegen etablierte Basketball-Nationen, um die Chance auf das Viertelfinale und damit die Qualifikation für Olympia 2012 zu wahren.

Aber dazu muss die Mannschaft um Superstar Dirk Nowitzki deutlich besser spielen, als das bei den Niederlagen gegen die ähnlich starken Serben und Franzosen in der Gruppenphase der Fall war. Ausgehend von dem, was Bauermanns Team bisher gezeigt hat, reicht die Qualität nicht für die europäische Spitze. Bauermann weiß das, aber er ist Profi und loyal genug, um weiter optimistisch zu bleiben und sich nicht – öffentlich – mit seinem Karriereende als Bundestrainer zu befassen. „Wenn wir rausfliegen, kann ich immer noch traurig sein“, sagt er lapidar.
Beim FC Bayern, in den kommenden drei Spielzeiten seine sportliche Heimat, äußern sich die Verantwortlichen – sie sehnen Bauermanns Rückkehr schon herbei. „Natürlich bin ich Fan der Nationalmannschaft“, sagt Sportdirektor und Ex-Nationalspieler Marko Pesic, „aber Priorität hat der Verein. Wir brauchen Dirk hier.“ Und zwar „in vollem Umfang, mit Haut und Haaren“, sagt Vizepräsident Bernd Rauch. Im Moment bereitet sich die Mannschaft in Abwesenheit des Cheftrainers auf ihre erste BBL-Saison vor.

Sollte sich Deutschland wider Erwarten für die olympischen Spiele qualifizieren, würde das im kommenden Sommer eine erneute Abwesenheit Bauermanns bedeuten – falls die Bayern ihn überhaupt noch einmal hergeben.

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