"Zurück in die Zukunft"-Star Crispin Glover: Klage nicht erster Eklat

In einer Zivilklage behauptet eine Britin, dass der US-Schauspieler Crispin Glover sie zu seiner Sexsklavin machen wollte. Es ist nicht der erste Eklat um den "Zurück in die Zukunft"-Star.
(wue/spot) |
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Gegen Crispin Glover werden in einer Klage schwere Vorwürfe erhoben.
Gegen Crispin Glover werden in einer Klage schwere Vorwürfe erhoben. © ddp/PictureGroup

Seit den frühen 1980ern steht Crispin Glover (61) vor der Kamera. Bis heute ist der US-Schauspieler vor allem für eine Rolle bekannt: Er spielte Marty McFlys (Michael J. Fox, 64) Vater George in der Sci-Fi-Komödie "Zurück in die Zukunft". Eine Frau erhebt jetzt schwere Vorwürfe gegen Glover. Es ist nicht die erste Klage, die für einen Eklat rund um den Schauspieler sorgt.

Crispin Glover und die mutmaßliche Sexsklavin

Dem heute 61-Jährigen wird in einer Zivilklage vor einem Gericht in Kalifornien Körperverletzung und ein tätlicher Angriff vorgeworfen, wie etwa das Branchenmagazin "The Hollywood Reporter" berichtet. Weitere Vorwürfe lauten unter anderem auf Betrug, vorsätzliches Zufügen seelischer Grausamkeit und eine unrechtmäßige Zwangsräumung.

Die Beschuldigungen stammen der Klageschrift zufolge "aus einer beunruhigenden Reihe von Vorfällen", von denen eine namentlich nicht genannte Frau, die ein ehemaliges britisches Model sein soll, berichtet. Sie sei "unter falschem Vorwand von Herrn Glover praktisch gefangen gehalten und für Sex und kostenlose Arbeit" missbraucht worden. Die beiden hätten sich im Jahr 2015 online kennengelernt. Über Jahre habe Glover der Frau versprochen, ihr eine Unterkunft und einen Job in der Entertainmentbranche als seine Assistentin zu bieten, wenn sie nach Los Angeles ziehe.

Bei einem ersten Treffen in Dresden im Jahr 2023 soll er ihr der Klage zufolge Dinge aus einer persönlichen Sammlung von Nazi-Gegenständen gezeigt haben. Daraufhin habe er das Ex-Model "mit Versprechungen eines neuen Lebens in Hollywood durch eine Art Geschäftsbeziehung mit ihm gegroomt". Die Frau sei Anfang 2024 nach Los Angeles gezogen. Die Beziehung der beiden habe sich laut Klage drastisch verändert: "Sie befand sich in einer beunruhigenden Situation, in der Herr Glover ihre Handlungen kontrollieren und ihren Aufenthaltsort nachverfolgen wollte und sie im Grunde genommen als seine Freundin/Sexsklavin dienen sollte."

Die mutmaßlichen Forderungen Glovers seien immer bizarrer geworden und die Frau habe angefangen, sich zu verweigern. Im März 2024 soll der Schauspieler sie dann am Hals gepackt haben. Dabei habe die Klägerin eine sichtliche Wunde davongetragen. Glover habe zudem die Türschlösser seines Zuhauses auswechseln lassen, was die Frau gewissermaßen obdachlos gemacht habe. Sie fordert ein Gerichtsverfahren mit Jury und eine Entschädigung in nicht benannter Höhe.

Crispin Glover und die "Zurück in die Zukunft"-Fehde

Zwar mag George McFly im ersten "Zurück in die Zukunft"-Film bis heute sozusagen Glovers Paraderolle sein, aber auch im Rahmen der Dreharbeiten kam es zum Eklat und einer anderen Klage. Der Schauspieler war im ersten Teil zu sehen, für die beiden Nachfolger von Robert Zemeckis' (73) Trilogie stand er aber nicht mehr vor der Kamera. Stattdessen verkörperte Jeffrey Weissman (67) George McFly.

Im Oktober des Jahres 1990 reichte Glover eine Klage in Los Angeles ein, laut derer die Macher seine Stimme und sein Aussehen ohne Genehmigung für den zweiten und dritten Film verwendet hätten. Die "Los Angeles Times" berichtete damals, dass Glover die Rolle abgelehnt habe, weil er der Auffassung gewesen sei, dass ihm nicht genügend Gage geboten wurde. Er forderte in der Klage demzufolge mindestens eine Million US-Dollar.

Glover mochte das Drehbuch der Fortsetzung nicht und habe als Gage ebenfalls eine Million gefordert, blickte der "Hollywood Reporter" im Jahr 2015 zurück. Doch dies wurde damals abgelehnt. Zum Einsatz kam Weissman, der sich mithilfe der Maskenbildner, eines Abdrucks des Gesichts von Glover und Prothesen in seinen Kollegen verwandelte. Zu einer Verhandlung mit Urteil kam es nicht. Es gab eine Einigung und unbestätigten Berichten zufolge eine Zahlung von 760.000 Dollar.

Glover brüstete sich später damit, die Regeln der US-Schauspielergewerkschaft bezüglich einer nicht genehmigten Nutzung von Schauspielerinnen und Schauspielern verändert zu haben. Sein damaliger Anwalt hielt dies für zutreffend, die Gewerkschaft erklärte jedoch, dass man diesbezüglich keine Änderungen vorgenommen habe. "Wegen meiner Klage gibt es Regeln in der Screen Actors Guild, die festlegen, dass Produzenten etwas Derartiges nie wieder machen können", erklärte Glover im Jahr 2013 in der "Opie & Anthony Show". Er sei "stolz" auf die Klage.

In dem Gespräch behauptete Glover, dass er Fragen gestellt habe, die der Regisseur und die Produzenten angeblich nicht mochten. Zemeckis sei "wirklich wütend" auf ihn geworden, als er das Ende des Films hinterfragt habe. Sein Hauptgrund für die Klage sei gewesen, dass Menschen glaubten, er habe in den Fortsetzungen mitgespielt. "Wenn ich diese Rolle gespielt hätte, hätte ich sie anders gespielt. Ich habe es nicht gemocht, wie dieser Kerl sie gespielt hat und die Leute glauben, dass ich das bin", erklärte Glover.

Das größte Problem scheint der Schauspieler mit Bob Gale (74) zu haben, der Co-Autor und Autor der Drehbücher war sowie mitproduzierte. Jener habe Glover zufolge behauptet, dass der Schauspieler dieselbe Gage wie der Hauptdarsteller Michael J. Fox gefordert habe. "Das ist eine komplette Lüge", sagte Glover. Gale wolle als "Hauptarchitekt" des Ganzen etwas Illegales verbergen.

Wer ist hier das Opfer?

"Bob Gale ist wortwörtlich und ohne Übertreibung ein Dieb", behauptete Glover noch im Jahr 2020 im Gespräch mit "Yahoo!Entertainment". Andere Sätze aus dem Interview hinterlassen vor dem Hintergrund der neuen Klage gegen den Schauspieler einen faden Beigeschmack, solange nicht eindeutig geklärt wurde, was passiert ist. "Es gibt ein klassisches Phänomen, bei dem jemand einem Opfer die Schuld gibt, wenn er etwas Illegales getan hat. Genau das tut Bob Gale. Das ist unglaublich ärgerlich", behauptete Glover, der jetzt die neuen Vorwürfe gegen ihn vehement bestreiten lässt.

Er weise die Anschuldigungen mit aller Entschiedenheit zurück, heißt es in einem Statement eines Vertreters Glovers. Stattdessen sei der Schauspieler von dem Ex-Model vor rund zwei Jahren angegriffen worden und habe auch damals eine einstweilige Verfügung beantragt. Im März 2024 sei Glover grundlos attackiert worden und habe die Polizei gerufen. Die Beamten hätten die Klägerin damals festgenommen. Glover sei "zuversichtlich, dass das Gerichtsverfahren diese Klage als wertlose Erfindung entlarven wird".

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