"Zur Sache, Schätzchen"-Star Werner Enke ist tot: Uschi Glas verabschiedet sich exklusiv in der AZ
Erfolg lässt sich oft nicht planen. Aber wenn er sich dann eingestellt hat, kann man ihn analysieren: "Zur Sache, Schätzchen" der erst 26-jährigen Regisseurin May Spils, produziert von Peter Schamoni, traf 1968 einfach den Zeitgeist: studentisches Taugenichtsleben, Schwabinger Künstler-Leichtigkeit, die Leopoldstraße, ein bisschen Sex.
Werner Enke stirbt am 20. Juli mit 85 Jahren
Uschi Glas spielte die junge Barbara, die nicht nur Co-Star Werner Enke den Kopf verdreht, sondern sich meist lasziv-sexy und gleichzeitig verführerisch-süß zeigt – und auch kein Problem hat, vor einem Polizisten zu strippen. Für damalige Zeiten ein absoluter Tabubruch. 6,5 Millionen Menschen sahen den Film, der zwei Jahre in den Münchner Kinos lief. Und Glas und Enke zu Stars machte.
Der 1941 in Berlin geborene und in Göttingen aufgewachsene Enke war nicht nur Schauspieler, sondern schrieb auch selbst Theaterstücke, führte Regie und malte. Mit May Spils, seiner langjährigen Lebenspartnerin, drehte er noch vier weitere Filme, die aber nicht mehr an den riesigen Erfolg von "Zur Sache, Schätzchen" anknüpfen konnten: "Mit mir nicht, du Knallkopf" war 1983 sein letzter Film mit Spils, die beiden zogen sich weitgehend aus der Öffentlichkeit zurück. Er zeichnete lieber Cartoons, die er 2003 unter dem Titel "Es wird böse enden" veröffentlichte.

Uschi Glas: "Wir wollten doch noch zusammen feiern"
Am 20. Juli ist Werner Enke im Alter von 85 Jahren in Schwabing gestorben. Auf Anfrage der Abendzeitung widmet Uschi Glas ihrem damaligen Filmpartner einen rührenden Abschied:
"Lieber Werner, eigentlich wollten wir doch noch zusammen feiern. In zwei Jahren wäre es soweit gewesen: 60 Jahre 'Zur Sache, Schätzchen“'. Aber jetzt bist du im Himmel und schaust auf uns hinab. Ich bedanke mich bei Dir von Herzen, es war eine Freude, mit Dir zu drehen, obwohl wir uns ab und zu auch ganz schön gekabbelt haben. Aber wir waren einfach so gegensätzlich. Ich die Bürgerliche, Du der Bürgerschreck. Dennoch (oder gerade deswegen) hast Du mich fasziniert – und, ich glaube, ich Dich auch ein bisserl. Ich habe damals viel von Dir gelernt. Von Deiner Lässigkeit, Deinem Witz. Von Deiner Art, so locker durchs Leben zu gehen.
May Spils, Deine wunderbare Lebensgefährtin, führte damals Regie, und sie war die erste Frau überhaupt, die ich auf dem Regiestuhl erlebt habe. Wir hatten eine gute Zeit. Wie gerne hätte ich noch weitere Filme mit Euch beiden gedreht, dazu ist es leider nie gekommen.
Privat wart Ihr unzertrennlich, über 60 Jahre lang, und das ist etwas ganz Besonderes. Ihr habt Euch immer ergänzt und wart füreinander da. May hat Dich, lieber Werner, jetzt auf Deinem letzten Weg begleitet. Ich habe lange mit ihr gesprochen. Wir fühlen Dich, denn wir glauben beide daran, dass die Seele irgendwie, irgendwo weiter existiert. Also, lebe wohl, lieber Werner, und schau uns von da oben zu, und hab eine schöne Zeit, da draußen im Himmel, im Weltall…"
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