Zu viel Urin in Wien: Bevölkerung soll sich nicht mehr in Alter Donau erleichtern

In der Alten Donau in Wien ist zu viel Urin. Die Stadt ermahnt Badegäste jetzt dazu, sich nicht mehr in dem Altarm der Donau zu erleichtern, sonst könnte es verheerende Folgen für Pflanzen und Fische geben.
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Als stehendes Gewässer ist die Alte Donau besonders anfällig.
Als stehendes Gewässer ist die Alte Donau besonders anfällig. © iStock/Dejan Gjoshevski

In Wien gibt es derzeit ein ungewöhnliches Problem. Wie die "Kronen Zeitung" berichtet, würden sich laut der Stadt Wien zu viele Badegäste beim Bad in der Alten Donau erleichtern. Der Urin und Rückstände von Sonnencreme könnten dazu führen, dass der Altarm der Donau kippen könnte, wie es in den 90er-Jahren schon einmal der Fall war. Deshalb appelliert der Chef der Wiener Gewässer (MA45), Gerald Loew, gegenüber dem "ORF" an die Badegäste: "Ein Naturgewässer ist kein WC."

Urin wirkt wie Dünger

Rund 80 Prozent der Verunreinigung würden von Menschen verursacht, wie Messungen ergeben hätten. Laut Stadtmitarbeiter Loew stammen nur 20 Prozent von Laub und Wasservögeln. "Nährstoffe", die über Urin und Sonnencreme in den Altarm der Donau gelangen, könnten dazu führen, dass sich Algen explosionsartig vermehren und die Oberfläche des Gewässers verdecken.

Dazu erklärte Loew laut "Kronen Zeitung": "Im Endeffekt wird alles, was da hineinkommt, verarbeitet und wirkt wie Dünger für die Pflanzen. Auch wenn wir hinein urinieren, das ist im Endeffekt Phosphor und Stickstoff. Die Algen sprießen, die Pflanzen sprießen, die Fische werden größer. Wenn aber so viel drin ist, dass die Tiere und Pflanzen das nicht aufnehmen können, dann gibt es Sondereffekte, etwa, dass Algen explosionsartig wachsen. Die bilden dann eine dichte Schicht an der Oberfläche, und alles darunter stirbt ab innerhalb von Wochen. Das haben wir zuletzt in den 90er-Jahren erlebt."

Der durch die aktuelle Trockenheit verursachte niedrige Wasserstand der Alten Donau könnte diesen Prozess noch beschleunigen. Die Stadt reagiert jetzt und leitet über die Neue Donau mehr frisches Wasser in den Altarm. Trotzdem sind Badegäste dazu angehalten, sich nicht mehr in der Alten Donau zu erleichtern. Zudem soll man davon absehen, unmittelbar nach dem Eincremen ins Wasser zu gehen.

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